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Kirchenzettel

St. Korbinian

31. 03. 2002 - 14. 04. 2002

 

OSTERN 2002

Pfarrbrief 2002
Nr. 128

 

Liebe Angehörige unserer Pfarrei!

Unsere Osterfeier ist wesentlich vom Lied geprägt. Das beginnt nach der Weihe des Feuers mit dem feierlichen Lobgesang auf das Osterlicht und gipfelt im österlichen Alleluja.

Wir leben von unserer Sprache. Wir sprechen sogar von „Informationsgesellschaft“. Die Sprache ist ein Formprinzip von Mensch und Gesellschaft. Grund genug, Sprache zu pflegen. Als Christen werden wir das in österlicher Weise tun. Ist doch unsere Verkündigung die Auferstehung. Laßt uns nicht langweiliges Zeug und alte Hüte einander vorplappern. Wer Neues erzählt, wird dabei selber neu. Und alles, was Freude schenkt, macht auch neu. Oder spüren wir keine seelische Erquickung, wenn wir Frohe Ostern wünschen und damit eine selige Auferstehung? Dieser Pfarrbrief möge das reichlich anregen!

Ihr Pfarrer Diakon


Verwilderung der Sprache:

Gibt es noch eine Sprachkultur?

Es sei versucht, einen Zusammenhang für den Sachverhalt zu suchen. Es bietet sich folgende Regel an:

Allgemeine Sprachregel und Verstöße gegen sie:

  • Sinngemäßer Gebrauch der Wörter , kein schlampiger Austausch;

    sinngemäße Grammatik

  • Neue Unterlegung einer Wortbedeutung, obwohl diese bereits eindeutig bestimmt ist.

  • Wortmagie und Tabu-Bruch in der Sprache, Negativworte als Signal für Nihilismus

 

Sinngemäßer Gebrauch der Wörter.

Sprache soll vorwiegend zwei Aufgaben dienen: Weitergabe von Inhalt und Verständigung. Inhalt, damit ich auch weiß, was der andere weiß. Verständigung, daß ich den anderen verstehe, mich in ihn hineindenken kann. Beides kann je seine Schwierigkeit haben. Ich kann vom selben Inhalt eine andere Vorstellung haben. Ich kann mich täuschen in der Beurteilung des andern. Beides kann weitgehend vermieden oder zumindest entschärft werden durch einen eindeutigen, wahrheitsgetreuen Gebrauch der Sprache.

Damit kommen wir zum sinngemäßen Gebrauch der Grammatik und des Satzbaues. Die Grammatik kennt eine Formenlehre. Sie lehrt, wie mit Hilfe der Abwandlung von Wortformen ein Satz richtig zu bauen ist, damit die Aussage stimmt. Beispiele:

„Die New Yorker gedenken den Toten des 11.September“. Richtig: wir gedenken der Toten. Ich denke an, ich gedenke des Namens, des Ereignisses und nicht den Namen und das Ereignis. Oder:

„Trotzdem ich gestern müde war, bin ich zur Kirche gegangen“ Richtig: Obwohl ich gestern müde war, ... Oder: Gestern war ich müde, trotzdem ... Zu merken dabei: „Trotzdem“ beginnt den Nebensatz, „Obwohl“ den Hauptsatz.

Hierher gehört auch die unsinnige Wendung „das macht Sinn“. Politiker verwenden das gerne und signalisieren dabei ihre eigene Macher-Mentalität. Sinn ist gegeben, Sinn handelt nicht! Richtig also: das hat Sinn!

Es gibt in Deutschland einen unterschiedlichen Gebrauch von sein und haben. Oberdeutsch und Niederdeutsch. Das betrifft einen sehr deutlichen Unterschied in der Ausdrucksweise. Das geht bis in die liturgischen Bücher, vor allem betrifft es die „Einheitsübersetzung“ der Bibel. Im Beerdigungsritus heißt es beim Gebet über das Grab nach niederdeutscher Weise: „Herr, du hast drei Tage im Grab gelegen“. In Süddeutschland (auch der alemannische Bereich ist gemeint) fragen wird doch nicht: was macht denn ein Leichnam? Ein Leichnam ist, er tut nichts. Also: ich bin oder er ist gelegen. Auch: ich bin gewesen, du warst gewesen, nicht: ich habe oder du hast gewesen!

Neue inhaltliche Bestimmung einer bereits eindeutig belegten Wortbedeutung. Beispiel: Ikone

Ikone ist ein Bild, das für die Gegenwart des Heiligen steht, quasi sakramentale Gegenwart eines heiligen Ereignisses. Wer das Bild verehrt, betet Gott an, verehrt den dargestellten Heiligen, berührt sich mit dem Heiligen. Wenn das Wort nicht negativ geladen wäre, könnte man sagen: kontaminiert mit dem Heiligen. Es handelt sich dabei nicht bloß um kein prüfendes Hinlangen, wie das Kind einen Gegenstand prüft. Vielmehr: eine Symbiose eingehen. Gemeinschaft erfahren, ein Hereinlassen ins Innere. .

Die Ikone wird nicht einfach vom Künstler gemalt in irgend einem Atelier, in dem auch andere Gegenstände hergestellt werden. Der Künstler ist Asket, Ordensmann. Seine Klosterzelle, in der sein Werk entsteht, ist Raum des Gebetes und der Ruhe in Gott. Er zieht sich vom Alltag der Welt zurück, um immer mehr hineinzuwachsen in das Göttliche. Das ist kein individueller Vorgang. Das muß mitgetragen werden von der ganzen Klostergemeinschaft. Bis es soweit ist, daß der Pinsel nicht geführt wird von der Kunstfertigkeit des Malers, sondern von der Wirklichkeit des Heiligen in dem, der seine Hand zur Verfügung stellt.

Darum ist die Ikone unverkäuflich, kann höchstens geschenkt werden.

Wie ist das heute? Es gibt einen blühenden Ikonenhandel. Da wird eine Filmdiva „Ikone“ genannt. Wort und Bild werden säkularisiert und damit des heiligen Inhalts beraubt.

Ein weiteres Beispiel: Kommunizieren und Kommunikation

Ein Wort, das ich in meiner Kindheit nur gschamig ausgesprochen habe. Benennt es doch den intimsten Vorgang, der zwischen Mensch und Gott stattfindet. Nämlich den Empfang des Heiligsten Leibes des Herrn, und zwar in der konkreten Gemeinschaft mit der liturgischen Gemeinde und mit Blick und Rücksicht auf den alltäglichen Lebenskreis. Es handelt sich hier um ein existentielles Sich Einlassen auf Gott in den eucharistischen Gestalten. Das ist zugleich eine verpflichtende Aktualisierung von Anbetung, von Gottes- und Nächstenliebe. Leider ist das im Lauf der Kirchen- und Frömmigkeitsgeschichte immer mehr in den Hintergrund geraten. Ein Vorgang, der höchstes geistliches Glück schenkt, der aber auch im Fall einer Unwürdigkeit durch schwere Sünde die ewige Seligkeit aufs Spiel setzt. Höchste Verantwortung ist hier gefragt.

Den einzigen außerreligiösen Gebrauch gab es in der Physik zur Kennzeichnung des Gleichgewichtes einer Flüssigkeitssäule in einer U-förmigen Röhre. Heute wird das Wort verwendet für jede Art von Informationsaustausch, nicht nur unter Menschen. Kommunikation ist dann Vermittlung von Information unter Lebewesen überhaupt, ja sogar zum Bestimmen des physikalischen Wärme- oder Kälteaustausches am Fensterbrett von außen nach innen und umgehrt.

Kommunikation geschieht zwischen Dompteur und seinen Tieren, zwischen Zugvögeln, wenn sie im Formationsflug ihre kunstvollen Bahnen fliegen. Kommunizieren ist zu einem Sachwort geworden für physikalische oder biologische Vorgänge.

Allerdings muß bemerkt werden, daß unser deutscher Sprachgebrauch eine unterschiedliche Empfindung zuläßt gegenüber dem angelsächsischen und romanischen Bereich. Dort ist durch die lateinische Herkunft des Wortes ein breiterer Gebrauch üblich. Eine Ausweitung des Sprachgebrauches ist durchaus zu akzeptieren und zwar mit Gewinn. Das gewonnene Verständnis von Kommunikation kann durchaus helfen, besser zu verstehen, was beim Kommunizieren geschieht.

Auf der anderen Seite kann solch emotionsfreier und wertefreier Gebrauch eines Wortes eine gewisse Versachlichung mit sich bringen, die heute kaum noch Zugang bietet zu einem Reservat des Heiligen. Man empfängt dann nicht, man nimmt die Kommunion wie im Vorübergehen, auch wenn man zufällig gerade in eine hl. Messe gerät und dabei tut, was auch die andern machen. Und das sogar trotz des Kirchenaustrittes! Was soll das Theologische daran, wenn der soziale Ehrgeiz stimmt?

Was für einzelne Worte zutrifft, das wird auch bedeutsam für die Wertung sozialer Vorgänge. Ich meine eine Ritualisierung bei Massendemonstrationen in Diktaturen, die als Kopie liturgischer Vorgänge zur seelischen Versklavung mißbraucht werden. Zum Beispiel: „Selbstkritik“ als persönlichkeitszerstörende „Beichte“ im Kommunismus. Wolfgang Leonhard hat dies beschrieben in den beiden Bänden „Die Revolution entläßt ihre Kinder“ und „Die Revolution frißt ihre Kinder". Ebenso schildert Dries van Coillie, ein flämischer Scheutist* in „Der Begeisterte Selbstmord“, seine Erfahrung chinesischer Gehirnwäsche im Zentralgefängnis von Peking in den 50er Jahren. 
(*
Scheutist: ein Scheutvelder Missionar in Scheut bei Brüssel)

 

Die Sprachmißbräuche werden immer unverschämter. Auf der Suche nach Schlagworten greifen sie immer tiefer in das unerschöpfliche kirchliche Vorratsreservat. Dann heißt es: Dieser und jener Politiker „zelebriert sein Hochamt“, wenn von einem erfolgreichen Parteitag die Rede ist.

Derlei Säkularisierung der Sprache entwürdigt Worte der Ehrfurcht, die eine Begegnung mit Gott zum Inhalt haben, mißbraucht sie zur Kennzeichnung diverser Eitelkeiten. Jegliche Veranstaltung wird dabei unverbindlich zum Event.

 

Ein weiterer Punkt in unserer Ansammlung der Beispiele für Sprachverwilderung. Was ist das anderes, wenn immer mehr Anglizismen gebraucht werden? Immer schon hat die Sprache Fremdworte aufgenommen. Dabei ist allerdings ein wichtiger Akzent zu vermerken: Sprache als Spielfeld der Eitelkeit. Man könnte gut wissen, daß die meisten Menschen mit fremden Sachausdrücken nichts anzufangen wissen. Nichts wird übersetzt, nichts erklärt. Der dumme Hörer ist selber schuld, wenn er nichts weiß. Der Papst hat übrigens neulich von einer Dominanz bestimmter Sprachen gesprochen im Zusammenhang mit der Globalisierung und nennt das einen Angriff auf das Menschenrecht, die eigene Sprache zu nutzen

 

Auch die Unterdrückung der Dialekte in Kindergarten und Schule ist ein Kapitel Sprachverwilderung, das auf das Konto Eitelkeit und Dominanz gehört. Dominanz heißt Vorherrschaft. Ein Sachverhalt, der von den Medienanstalten zwar ausgenutzt, eigenartigerweise allerdings nicht konsequent. Sie erfinden ein langweiliges Neuhochdeutsch, propagieren gleichzeitig Multi-Kulti. Ich habe den starken Eindruck, daß durch Verlust des Dialektes die Muttersprache verloren geht und damit der Zugang zu einer menschlichen Kultivierung der Gefühlswelt. Das gilt für jeden Dialekt. Minderwertigkeitskomplexe sollten gesundem Selbstbewußtsein weichen!

 

Humane Sprache.

Sehr durchsichtig ist die in den Medien besonders bei Tiersendungen geübte Sprachregel. Da wird nur noch mit menschlichen Begriffen gearbeitet, gleich, ob es sich um Lebensäußerungen von Menschen oder Tieren handelt. Es muß allmählich auffallen, daß dies flächendeckend geschieht. Alle Sprecher sind auf diese Ausdrucksformen getrimmt und das läßt den Verdacht aufkommen, daß jeglicher Unterschied von Mensch und Tier aufzuheben ist. Das hat natürlich zur Folge, daß die Sensibilisierung für das speziell Menschliche verloren geht. Der Embryo, gerade im frühesten Stadium, ist dann eben genau so zu behandeln wie eine Sache. Heute geht bereits vielfach Tierschutz vor Menschenschutz.

Hier haben wir tatsächlich ein spezielles Beispiel für Verwilderung der Sprache: wird doch der Mensch gleich gesetzt mit den wilden Tieren. Nur vom Menschen ist im Schöpfungsbericht ausgesagt: „Gott schuf ihn als sein Bild und Gleichnis“. Vom Tier wird nicht einmal gesagt, es sei Bild und Gleichnis des Menschen. Vielmehr hat der Mensch darüber zu herrschen, also ähnlich wie Gott für Erhalt und Pflege zu sorgen. Wir haben spätestens in der zweiten Volksschulklasse gelernt: „du sollst nicht Tiere quälen“. Dabei wurde deutlich genug gemacht, daß wir sie wie die belebte Natur überhaupt zu pflegen haben. Denn alles, was Geschöpf ist, hat auch seine gemäße Würde. Sonst könnten Tiere und Sachen nicht gesegnet werden.

 

Unterricht wertfrei oder wertbezogen?

In Auerbach hat man die dortigen Schwestern aufs äußerste diffamiert, weil sie die Aufklärung betreffenden Seiten aus dem Biologiebuch herausgenommen haben. Wann wurden wir schon darüber informiert, daß die guten Schwestern schlicht und einfach allmählich die Nase voll haben von der rein funktionalen Darlegung des empfindlichen Sachverhaltes! Worin weidlich der Vergleich geführt wird damit, wie das die Tiere mit dem Sex machen. Aber jede Andeutung einer christlichen, menschlich-geistigen Wertung, der Gottebenbildlichkeit des Menschen fehlt. Statt dessen wurden wir überschüttet mit Vermutungen und Behauptungen über angebliche Sektenabhängigkeit des Schwesternordens. Ich kann nur sagen, daß die Auerbacher Schwestern einen sehr guten Nachwuchs haben. Der Altersdurchschnitt ist sichtbar jung. So außerhalb der Welt können die gar nicht sein.

Ich berücksichtige das so ausführlich, weil auch die Verdrängung bestimmter Begriffe zur kulturlosen Sprachverwilderung gehört. Ich denke an Verzicht, an Opfer, an Reinheit und Keuschheit, an Frömmigkeit.

 

Wortmagie und Tabu-Bruch in der Sprache, Negativworte als Signal für Nihilismus

Ich habe auf all diese Fehler im Sprachgebrauch hingewiesen, weil das Thema „Sprachverwilderung“ nicht gleich mit der sogenannten „Fäkaliensprache“ beginnt, nicht mit dem Fluchen und dem Gebrauch von sogenannten Kraftausdrücken. Es führt heute sogar in den bildhaften Bereich, in die Szenerie des Alltags. Ein Beispiel aus dem „Münchner Merkur“ vom 28.02.2002: „Der Mageninhalt als Chiffre“, die Glosse „Donnerwetter“ auf der Medienseite .

Mit Recht wird hier ein Trend bei Gestaltungselementen von Spielfilmen angeprangert, wobei sich ekelerregende Szenerien häufen. Aufdringliche Sexszenen sind scheinbar allmählich langweilig geworden. Man kann feststellen: Auf die Fäkaliensprache folgt konsequent das Fäkalienbild.

 

Fäkaliensprache ist eine Form von Wortmagie. Zunächst ist uns der Fluch als solche Art bekannt. Sie meint einen bestimmten Wortgebrauch im Sinn magischer Beschwörung, eine Benennung des Heiligen in Situationen der Existenzkrise. Eine solche ist grundsätzlich bereits gegeben, wenn ich mir mit dem Hammer auf den Finger klopfe. Daß dann bloß die Welt nicht untergeht! Nicht das eigene Versagen wird als Ursache anerkannt, sondern eine höhere Macht, je nach dem Mißbrauch des Heiligen zum Schimpfwort

Die Fäkaliensprache belegt einen Vorgang mit Ekel, also mit widerlicher Sinnlosigkeit. Wenn im Film jemand ums Leben kommt, wird das zur äußersten Sinnlosigkeit gestempelt, die eben einen Strich durch die Rechnung macht. Da bleibt kein Raum für den Übergang oder das Herausgerufen werden aus dieser zeitlichen Welt in die Ewigkeit. Negative Versachlichung eines Vorgangs, dem mit höchster Ehrfurcht zu begegnen wäre. Wenigstens ein Moment der Stille wäre angebracht, auch mitten im Krimi.

Das hat eine Verrohung der Sitten zur Folge.

 

Sprachkultur.

Kultur ist Pflicht des sittlichen Menschen. Kultur ist nie Zufall. Das zeigt den Unterschied zur Zivilisation. Diese entsteht durch technische, organisatorische Möglichkeiten zur Hebung der Lebensqualität. Zuerst geht es um Sitte im Sinn von 'gesittet sich verhalten'. Das Essen mit Löffel, Messer und Gabel signalisiert noch kein sittliches Verhalten, wenn auch ein zivilisatorisches Niveau gemeint ist. Zivilisation ohne Kultur frißt sich selber auf. Eine gute Sprech- und Sprachkultur vermag diesen Prozeß zu verhindern.

Gesittet wird das Leben erst dann, wenn eine Werteordnung einzuhalten ist. Eine solche kommt weder von der Technik noch von den organisatorischen Möglichkeiten, sondern aus der Ehrfurcht. „Was ich kann, das darf ich“, ist die große Versuchung von Wissenschaft und Technik.

Die Ehrfurcht setzt Grenzen, denen sich

die Möglichkeiten zu fügen haben.

 

Kultur entsteht, wenn ich meinen Alltag gestalte nach Maßgabe der Schönheit, der Wahrheit und des Guten. Alle drei Bereiche offenbaren die Welt des Geistes. Das führt unweigerlich auch zur Erfahrung des Heiligen, an welche die drei genannten Bereiche geistiger Lebensäußerung rühren. Kultur ist darum nie ein zufälliges Ergebnis der Zivilisation. Vielmehr entsteht sie, sobald zielgerichtet eine Mitte des Lebens gesucht wird, eine Sinndeutung, die über dem Individuellen liegt. Wenn ein Raum der Ehrfurcht ausgespart ist, in dem personale Verantwortung wachsen kann.

Ein entscheidend wichtiges Mittel dafür ist die Sprache. Lassen wir sie uns nicht verhunzen, plappern wir aber auch keine modischen Ausdrücke und Ausdrucksformen nach. Jesus sagt uns: Eure Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein. Alles andere stammt vom Bösen“ (Mt 5,17). Der Böse ist der Alles-Durcheinanderwerfer“. Auf die Sprache hat er es vorrangig abgesehen.

Zur Sprachkultur gehört auch die Kultur des Kalenders. Unterstützt durch das Gerede vom „Wochenende“ hat man still und leise die Wochenordnung umfunktioniert. Nach ältester, bereits vorchristlicher Zählung beginnt die Woche mit dem ersten Tag, das ist der Sonntag. Bei den Juden schloß die Woche mit dem Sabbat, unserem Samstag. Auf den Tag, an dem das Licht geschaffen wurde, dem Sonntag, hat das Christentum sehr bald den Feiertag vom Sabbat auf den 1. Wochentag gesetzt. In den romanischen Sprachen der „dies dominica“, dimanche, „Tag des Herrn“, dem Tag der neuen Schöpfung durch die Auferstehung. Jedenfalls hat man die Woche mit der Feier begonnen, nicht, wie heute, mit der Sklaverei. Dabei stimmt kein Mittwoch mehr!

Darf noch aufmerksam gemacht werden auf ein nicht unwichtiges Unterscheidungszeichen? Ich meine die gedankenlose Rede vom „Ostersamstag“ in Verwechslung zum Karsamstag. „Ostersamstag“ ist erst in der Osterwoche, also nach dem Ostersonntag!

Vortrag von Pfarrer Konrad Schmid vor der KAB St. Alto am 13. März 2002

 

 

IN DIE KIRCHE WURDEN AUFGENOMMEN
DURCH DAS SAKRAMENT DER TAUFE

28.07.01 Gumprich Lennart
26.08.01 Hindenburg Daniel
30.09.01 Wappenschmidt Sina
13.10.01 Mies Patrick
13.10.01 Greilinger Bettina
14.10.01 Kleinekorte Luis
28.10.01 Hirmer Maurizio
28.10.01 Fruhmann Anton
03.11.01 Golz Leon
03.11.01 Schuchardt Tobias
12.11.01 Errichetti Francesco
17.11.01 Rothwinkler Dominik
17.11.01 Gall Luis-Maximilian
25.11.01 Höhne Romana-Laura
02.12.01 Petese Vivien
02.12.01 Schuberth Marcus-Aurelius
09.12.01 Griesberger Isabell
14.12.01 Anders Alexander
15.12.01 Meixelsberger Felix
29.12.01 Rizzo Michaela
29.12.01 Chiricallo Melissa
03.02.02 Bella Lucia
09.02.02 Weigel Natalie
10.03.02 Hild Dominik
10.03.02 Schiefer Anton Alban Josef

 

DAS SAKRAMENT DER EHE HABEN SICH GESPENDET

25.08.01 Dietz Eric-Gabel Ricarda
29.09.01 Welti Michael-Staab Andrea
14.10.01 Kleinekorte Jürg.-Edelmeier Sigr
26.10.01 Zieger Thomas-Rössel Michaela
03.11.01 Golz Roger-Mührs Jutta
16.02.02 Stöger Tobias-Fäber Claudia
23.02.02 Luitpold Manfr.-Mann Raphaela

 

+ IN DEN FRIEDEN DES HERRN SIND EINGEGANGEN +

23.08.01 Rotter Elfriede
22.10.01 Riedmair Josefa
01.08.01 Trapp Eugen
14.11.01 Lichtner Claudia
17.11.01 Foisinger Korbinian
28.11.01 Gaube Magdalena
06.12.01 Schweyer Wolfgang
24.12.01 Schmid Karl
01.02.02 Schmidt Wilhelm
23.01.02 Neubauer Maria
26.01.02 Herrmann Emilie
26.01.02 Hajek Maria
02.02.02 Puchtinger Richard
16.02.02 Huber Alois
18.02.02 Ramsauer Georg
24.02.02 Hetzl Franziska
28.02.02 Auggenthaler Theres
04.03.02 Eirich Mathilde

 

+ AUS DEM SCHWESTERNHEIM ST.KATHARINA LABOURE +

01.07.01 Br. Jehle Bernhard
19.08.01 Br. Niedernhuber Anton
18.02.02 Sr. M. Agathina Thaler

 

G O T T E S D I E N S T O R D N U N G

Donnerstag GRÜNDONNERSTAG
28.03.2002.
17.30 - 18.30 Beichtgelegenheit
19.00 Festmesse

Freitag KARFREITAG - FAST nd ABSTINENZTAG

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29.03.2002
10.30 Kreuzweg für Kinder
15.00 FEIER VON LEIDEN UND STERBEN CHRISTI
17.00 - 19.30 Betstunden am Hl. Grab und Beichtgelegenheit

Samstag KARSAMSTAG
30.03.
09.00 - 11.00 Betstunden am Hl. Grab
09.00 - 10.30 Beichtgelegenheit

Sonntag OSTERSONNTAG

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31.03.2001
05.00 Beginn der Osterliturgie.
09.00 Singmesse
10.30 Familienmesse
          --.-- keine Abendmesse!

Montag OSTERMONTAG
01.04.2001

09.00 Festmesse , Krönungsmesse (W.A. Mozart)
10.30 Familienmesse
--.-- k e i n e Abendmesse

Dienstag
02.04.
07.30 hl. Messe im Kloster (tgl.)

Mittwoch -,- kein Rosenkranz
03.04.
07.30 Singmesse

Donnerstag
04.04.
19.00 Hl. Stunde

Freitag
05.04.
07.30 hl. Messe mit Laudes (Bitte auf Glocken achten!)

Samstag
06.04. 
16.00 hl. Messe od. Andacht im Wohnstift am Parksee
18.30 Rosenkranz und Beichtgelegenheit
18.00 St. Alto hl. Messe

 

Gedenktage

GEDENKTAGE 28.03. Maria Moser +1999, Oswald Falke +2001; 29.03. Maria Busl +1994; 30.03. Stefan Tretter +1978; 31.03. Anna Brandau +1981, Karl Schuier +1989, Fritz Rothbauer +1996; 01.04. Josef Prenn +1983, Jakob Karl +1993; 02.04. Erich Hirsch +1990, Franziska Gschwandtner +1979, Max Paul Schulz +1981, Rudolf Agert +2001; 04.04. Oswald Falke +1967, Karl Ober +1982, Richard Brabec +1991, Aloisia Ermer +1992, Maria Haidu +1998; 05.04. Andreas Brücklmeier +1990; 06.04. Erwin Lanzinger +1979, Clemens Baumgart +1987, Kreszentia Wagner +1993, Adolf Hering +1996.

 

Predigt zum Gründonnerstag

 


Gründonnerstag 2002:

Vielleicht wäre es einfacher, einem Menschen die heilige Messe zu erklären, der noch nie eine Ahnung davon irgendwoher gewonnen hat, als jemand dazu zu bringen, über das nachzudenken, was er als Kind nach entsprechender Vorbereitung empfangen und später geflissentlich ignoriert hat. Was geht in Menschen vor, die vor Beginn einer Hochzeitsfeier in der Kirche wie im Wartesaal sich benehmen. Warum zünden sie sich beim angeregten Gedankenaustausch nicht noch die Zigarette an? Etwa deshalb, weil da keine Aschenbecher herumstehen?

Ganz klar, daß auf solchem Hintergrund die Forderung erhoben wird und auch diverse Gebrauchsanweisungen auf dem Büchermarkt erscheinen, die auf die Forderung eingehen, der heutige Mensch müsse sich in der Kirche wiederfinden können. Je nachdem, welche Vorlieben gerade gepflegt werden, sucht man sich die Problemgottesdienste aus. Das Ergebnis ist Abspaltung, weil es nicht schon genug solche gibt.

Worum geht es in dieser Feier, bei der jedesmal der Auftrag Jesu zitiert wird:“Tut dies zu meinem Gedächtnis“?

Ganz klar, daß Jesus eine liturgische Feier meint. Um eine solche hat es sich beim „Letzten Abendmahl“ gehandelt. Die Gesänge und Gebete dafür sind heute noch aufgelistet, die Speisenfolge ist vorgeschrieben. Daß es eine Feier in der Familie war und ist, das tut nichts zur Sache. „Sache“ beim Paschamahl ist die Tat Gottes an den Menschen, die Befreiung „durch die erhobene Hand Gottes“ aus Ägypten. Wo Gott handelt, kann menschlich nicht manipuliert werden. Sonst würde das Ganze zur Menschensache, und das ausgerechnet dort, wo Mensch nichts tun kann, sondern nur Gott.

Nicht anders ist es bei der Feier der Eucharistie. „Sache“ ist die Tat Gottes an uns Menschen. Das Opfer Jesu Christi am Kreuz und seine Auferstehung am 3. Tag danach. Demgemäß handelt es sich beim bisher Gesagten um reine Sach-Information. Von jetzt an müssen wir zum Bekenntnis uns bereit finden, in einer Sprache der Ehrfurcht, ja der Anbetung. Für den Priester gilt: er handelt nicht im Auftrag der Gemeinde. Er handelt im Auftrag, ja in der Person Jesu: Herr, vollende durch deinen Geist den Dienst, den ich in menschlicher Schwäche leiste. Wandle durch meine Worte das Brot in deinen geopferten Leib, den Wein in dein vergossenes Blut. Laß mich vor allem tun, was ich lehre, gemäß der Weisung, die der Bischof bei der Priesterweihe jedem Kandidaten mitgibt: „Bedenke, was du tust, ahme nach, was du vollziehst“. Der Priester muß zur Form seiner Herde werden. Dieser hohe Anspruch kann nur erfüllt werden, wenn er immer wieder auf Jesus Christus weist. Jesus Christus ist das Formprinzip unseres Lebens. Darum braucht niemand sich in der heiligen Liturgie wieder zu finden, wo er niemand andern als Jesus Christus begegnen soll. Darum sagt Johannes der Täufer denen, die voller Eifersucht ihm berichten, daß da einer herumziehe und größere Volksmassen an sich ziehe als er, Johannes: „Er muß wachsen, ich aber abnehmen“. Der heilige Paulus sagt: „Nicht mehr ich lebe, Christus lebt in mir“.

Die Ostkirche kennt als Gerätschaften für die Feiere der Eucharistie drei Gegenstände: den Kelch, die Patene, die Lanze. Den Kelch, der den Wein birgt, die Patene oder die Schale für das Brot, das mit der Lanze in kleine Stücke zum Ausspenden geteilt wird. Aber auch bei den vorhergefertigten Hostien, ohne die Lanze, wird sichtbar, daß Eucharistie ein Opfer ist in Gestalt des Mahles. Opfer, weil durch die Unterscheidung der heiligen Gestalten an den gewaltsame Tod des Herrn am Kreuz erinnert wird.

„Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Trank“, sagt Jesus in der denkwürdigen Rede von Kapharnaum. Er spricht wörtlich vom Essen und Trinken, er sagt: „Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich ißt, durch mich leben“. Warum drückt Jesus sich so klar aus, wenn er danach so nicht verstanden sein will?

„Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?“, sagten anschließend die Jünger und wandten sich von ihm ab. Sogar zu den Zwölfen sagte Jesus: „Wollt nicht auch ihr weggehen?“. Jesus macht nicht die geringsten Anstalten, all denen nachzulaufen, um sie von ihrem Vorhaben abzubringen. Er wäre bereit, allein zu sein, so wie er dann auch einsam den Kreuzweg gehen mußte. So darf auch die Kirche zu keinerlei Abstrichen von der Wahrheit um der Menschen willen bereit sein. Nur der gemeinsame, wörtliche Glaube erlaubt es uns, die heilige Eucharistie zu empfangen. Der gemeinsame Glaube an das Wort Gottes, wie es in der hl. Messe gefeiert wird. Und der gemeinsame Glaube an das priesterliche Amt in der Dreiteilung von Lehramt, Priesteramt, Hirtenamt in der hierarchischen Ordnung von Papst, Bischof und Priester.

So muß in jede Feier der Eucharistie die herzliche Bitte um die Einheit der getrennten Christenheit im Glauben eingeschlossen sein. Eine Bitte, die letztlich nur der Heilige Geist erfüllen kann, ohne den alles menschliche Bemühen erfolglos bleiben wird. Aber auch die redliche Bitte um Priesternachwuchs, denn ohne Priester gibt es keine hl. Messe. Die Kirche wird ohne die Deutschen nicht aussterben. Aber unser Volk würde ohne Priester noch mehr dem Chaos der Machbarkeit verfallen, auf Deutsch der Kriminalität in jeder Hinsicht von Kindesbeinen an.

„Hier ist das wahre Osterlamm, das für uns starb am Kreuzesstamm. Es nimmt hinweg der Sünden Schuld und schenkt uns wieder Gottes Huld.
Amen.

 

Predigt zum Karfreitag

 


Karfreitag 2002:

„Das Kreuz sei dein Kleid“

Beim Betreten der Kirche können wir uns mir Weihwasser bekreuzen. Heute ist der Kessel leer. Außer dem Empfang der heiligen Kommunion gibt es heute und am Karsamstag keine Feier eines Sakramentes, kein sakramentales Zeichen, auch keinen Segen. Das Weihwasser ist ausgetrocknet. Wenn der Herr tot ist, gibt es auch keine Sakramentalien. Sakramentalien sind gnadenhafte Zeichen sichtbarer Frömmigkeit.

Als die Kirche im zwölften und dreizehnten Jahrhundert die Kreuzzüge predigte, da wurde den Kreuzfahrern ganz richtig gesagt: wer das Kreuz verteidigen will, muß selber in das Kreuz eingehüllt sein wie in ein Kleid. Das Kreuz ist euer Kleid. Daß dies Vorhaben dann an Habsucht und an Machgier und an Rachsucht so weitgehend kläglich bis verbrecherisch gescheitert ist, das steht auf einem anderen Blatt.

Ich möchte heute den Spuren nachgehen, die zu der Lebenserfahrung führen, um die wir das hohe Mittelalter vielleicht beneiden müssen: Das Kreuz sei dein Kleid.

Wer sich kleidet, birgt seinen Körper in eine Hülle, welche die Natur ihm nicht bietet. Bestimmt ist damit eine Absicht des Schöpfers verbunden. Den Tieren hat er diese Absicht vorenthalten. Nur der Mensch kann sich selbst erkennen. Gemäß der Einsicht über sich selbst schafft er sich das Gewand. Aus der Selbsterkenntnis kann Selbstgefälligkeit werden. Ideenreich und kunstfertig werden Unterschiede von Rang und Stand geschneidert.

„Das Kreuz sei dein Kleid“ wird dabei zu einer wichtigen Korrektur. Das geschieht ganz unaufdringlich, ja unsichtbar. Hier geht es nicht um die Gestaltung eines Stoffes, sondern um eine Haltung der Seele, der Demut, die ohne Unterschied ein jeder sich aneignen und im Lebensalltag verwirklichen kann. Schlicht, ohne besondern Ideenreichtum und Kunstfertigkeit, dafür mühsam genug. Kein Feind des Kreuzes kann das entfernen, kein Gerichtsurteil vermag es zu belangen.

Darum werden wir hernach das Knie beugen, wenn das Kreuz entblößt und dabei gesungen wird: „Seht das Holz des Kreuzes, an dem gehangen das Heil der Welt: Kommt lasset uns anbeten!“ Was verleitet uns zu solch einer Übung, wo doch durch die Welt ein Schauder geht angesichts jeder Erinnerung an Terror und Zerstörung? Ist das Kreuz nicht Zeichen von Schmach und Schande? Bedeutet es nicht Strafe für begangene Verbrechen, ist es nicht grausames Mittel der Rache?

Was ist anders am Holz dieses Kreuzes, an dem unser Heil gehangen? Anders daran ist, daß am Kreuz des Herrn sogar Unsichtbares sichtbar geworden. daß unser Heil daran offenkundig wird.

Da kommt einer, der läßt sich freiwillig das Kreuz aufladen. Er trägt es, kommt dreimal zu Fall und steht dreimal wieder auf. Hat es das schon einmal gegeben? Er läßt sich die Kleider ausziehen, damit er nackt und bloß angenagelt und so aufgerichtet werde. Es treiben ihren Spott mit ihm die Führenden und Maßgeblichen im Volk. Mit ihnen spotten in eigentümlicher Einmütigkeit seiner die beiden rechts und links von ihm an ihren Kreuzen hängenden Verbrecher. Ihr Hohn setzt sich in unsere Tage fort. Bis der eine nachzudenken anfängt, seine Taten bereut und von IHM die Zusage erhält: „Noch heute wirst du mit mir im Paradiese sein“.

Da stehen Maria und Johannes, die Jesus als Mutter und Sohn einander anbefiehlt. Da schreit er seinen Durst hinaus, klagt Gott an „Warum hast du mich verlassen?“ und bekennt sein ungebrochenes Urvertrauen: „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist“. Da bekennt der Hauptmann: „Wahrhaftig, dieser war wirklich Gottes Sohn!“

Man zerbricht ihm nicht, wie den beiden Schächern, die Gebeine, sondern öffnet mit einer Lanze seine Seite „und sogleich flossen Blut und Wasser heraus“. Und wir bekennen: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit“.

Das erleben, sehen und bekennen wir. Denn dieses Ereignis hat Er am Vorabend, gestern im Abendmahlssaal, in jeden nun folgenden Alltag als gegenwärtiges Sakrament hineingestiftet, wenn immer wir tun, was er uns aufgetragen hat. Und wenn wir davon empfangen, werden wir in dieses ganze Geschehen hineingenommen, in seinen Tod und in sein Auferstehen. Wir empfangen nicht etwas Abgelagertes, nichts Veraltetes. Wir werden durch das lebendige Brot lebendig in das lebensstiftende Ereignis der Erlösung einbezogen. „Sooft ihr von diesem Brote eßt und aus diesem Kelche trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er wiederkommt“.

Da gibt es viel, das wir verinnerlichen können nur in Gebet und Gehorsam. Verinnerlichen: in unser träges, sprödes Herz hinein und gleichzeitig in das offene Herz Gottes hinein. Mit anderen Worten: Sein Kreuz soll dein Kleid werden. Deine Nacktheit soll hineinwachsen in sein Wesen.

Das ist Eucharistie. Der Dank Jesu an den Vater, der uns die Erlösung geschenkt hat. Unser Dank an Jesus Christus, der durch die Erlösung uns in sein Herz geschlossen hat. In den großen Fürbitten werden wir alle Nöte der Menschheit hineinnehmen, dann folgt der große Augenblick unserer persönlichen Begegnung mit dem Gekreuzigten. Er erbarme sich Unser!
Amen.

 

Predigt zum Ostermorgen

 


Ostermorgen 2002

„Nicht um euretwegen handle ich, Haus Israel, sondern um meines heiligen Namens willen.“ So haben wir vorhin in der 4. Lesung aus dem Propheten Ezechiel gehört. „Ich bin auf euch nicht angewiesen. Ich handle in eigener Vollmacht. Was ich tu, das mach ich nicht erst, weil ihr das nötig habt. Mein Handeln ist Heil, ohne daß euch das bewußt ist, ohne daß ihr das wollt. Darum setzt Gott ein Zeichen, von dem ihr nichts wegnehmen und zu dem ihr nichts hinzufügen könnt. Ihr braucht es nicht zu erklären, ihr braucht es nicht einmal zu verstehen.“ Gottes Name ist „der Ich-Bin-Da“, Gottes Name ist: Erbarmen. „O Gott, komm mir zu Hilfe – Herr, eil, mir zu helfen“: So fängt darum das Tageszeiten-Gebet der Kirche an. Darum jubeln wir heue voller Freude: „Christus ist auferstanden, halleluja, Christus stirbt nicht mehr“. Er sei gepriesen in Ewigkeit!

Verkünden wir die Auferstehung des Herrn oft genug nicht wie hinter vorgehaltener Hand, als wäre das fast etwas Ehrenrühriges, eines modernen Menschen nichts Würdiges? Glauben wir an die Auferstehung der Toten wirklich mit jener Freude, die aus der Gemeinschaft der Heiligen ihre Kraft bezieht, die von dem unbändigen Willen zur Treue beseelt ist, die kein falsches Mitleid mit den eigenen Schwächen und Sünden pflegt? Der Gegenwind möge uns ins Gesicht pfeifen: der Gegenwind der Gleichgültigkeit, der Gegenwind des Unglaubens, der Gegenwind der Verachtung. Derlei Dummheiten lassen uns nicht gleichgültig sein. Sie rühren aber nicht an unsere Überzeugung, an unsere Treue zu Christus.

Was mehr an uns rühren soll, das ist das Geschick derer, die unter den Bürgerkriegen leiden wo auch immer in der Welt. Sind die Ängste derer, die von Terror bedroht sind. Sind vor allem die verfolgten Christen in China, im Sudan, sind alle in den Todeszellen in den Vereinigten Staaten, sind die versklavten und mißbrauchten Kinder und Frauen, auch wenn sie scheinbar in Freiheit an den Straßenrändern stehen. Ist die schamlose Eigengesetzlichkeit des Bösen, das zielstrebig seinen Weg findet, sobald irgendwo jemand sich findet, der zustimmt.

In den Jahren, in denen ich als Kind das sogenannte tausendjährige Reich bewußt erlebt habe, da hab ich mich öfters gefragt: lieber Gott, warum müssen ausgerechnet wir all diese Greuel erfahren? Diese Frage zerrann dann vor dem Entsetzen, als ich dem Zug des Grauens begegnete, von Dachau in Richtung Starnberger See durch das Würmtal. Was Dankbarkeit ist, das erfuhr ich einige Zeit später, als ich immer wieder Gelegenheit hatte, das Sanatorium in Gauting per Fahrrad zu besuchen. Ein junger, vom Tod gezeichneter Kosak strich mir ein Weißbrot dick mit Butter und ich meinte, in den Himmel beißen zu dürfen. Bloß die junge deutsche Ärztin, die ihn so aussichtslos gepflegt hat, meine ältere Schwester war. Seitdem weiß ich, daß wir für den Besitz gesunder Kräfte dem Herrgott nie genug danken können. Kann dieser Dank viel anders aussehen, als Not zu lindern, wo immer sie sich findet? Frieden und Versöhnung zu stiften, wo immer das nötig ist?

Christus ist auferstanden! Unser Glaube daran gibt vielleicht Antwort auf viele Fragen. Vielleicht läßt auch jede Antwort eine neue Frage offen. Zuerst muß er meine lebendige Antwort sein. Dankbare Antwort dafür, daß wir erlöst sind. Das allein bindet. Bindet an Christus. Bindet an die Mitmenschen.
Amen.

 

 

G O T T E S D I E N S T O R D N U N G

 

Sonntag WEISSER SONNTAG Joh.Bapt. de la Salle +1719
07.04.2002

08.30 Beichtgelegenheit
09.00 Singmesse
10.30 Familienmesse
15.30 ital. Messe
19.00 Singmesse

Montag VERKÜNDIGUNG DES HERRN
08.04.2002

19.00 Singmesse (verlegt vom 25.März, Karwoche!)

Dienstag hl. Waltraud +688
09.04.
07.15 hl. Messe

Mittwoch 18.30 Rosenkranz
10.04.
19.00 Singmesse vom Tag

Donnerstag hl. Stanislaus +1097
11.04.
07.25 Kindermesse in der Schule

Freitag hl. Zeno +371
12.04.
07.15 hl. Messe

Samstag hl. Papst Martin I. +655
13.04.
18.30 Rosenkranz und Beichtgelegenheit

Sonntag 3. Ostersonntag
14.04.2002

08.30 Beichtgelegenheit
09.00 Singmesse
10.30 Familienmesse
19.00 Singmesse

 

Gedenktage

GEDENKTAGE: 07.04. Josef Kiefhaber +1972, Johanna Reinhardt +1988; 09.04. Ludwig Kottmüller +1980, Karl Hofstetter +1989, Norbert Pytlik +1990; 10.04. Therese Glas +1974, Margarete Donhauser + 1974, Josef Ritzl +1991, Paul Sinda +1992, Anna Hahn +1993; 11.04. Joseph Wachter +1980, Josefine Büttner +1992; 12.04. Maria Freier +1981, Johann Wochner +1991, Paula Beldner +1998; 13.04. Magnus Schmid +1977, Rudolf Eberle +1989, Friedrich Calzavara +1992, Helmut Sturm +1995.

 

Termine und Mitteilungen

 


Fr. 29.03. 10.00 Uhr Kreuzweg der Völker: St.Michael > Hl. Geist, München


Mi. 03.04. 14.00 Uhr Altenclub


Di. 09.04. 14.30 Uhr Frauenkreis


Fr. 12.04. 19.30 Uhr KAB-Gruppe: Gg. Troll, "Handwerk aktuell"


So. 14.04. Emmausgang KAB-Stadtkreis München-Südost
von U-Bahnstation Kolumbusplatz nach Hl. Geist


Di. 16.04. 19.30 Uhr Hoagartn mit Adi Stark


Mi. 17.04. 14.00 Uhr Altenklub


Mi. 01.05. 10.00 Uhr hl. Messe, anschl. Frühschoppen mit der KAB


So. 05.05. 11.30 Uhr Frühschoppen mit der Blaskapelle St.Korbinian


Mi. 08.05. 14.00 Uhr Altenklub


Di. 14.05. 14.30 Uhr Frauenkreis


- Bei allen Veranstaltungen sind Gäste herzlich willkommen! -


Erstkommunion-Termine: 28. April / 5. Mai / 9. Mai / 9. Juni.


Die Gruppenstunden der Firmlinge beginnen wieder mit der 2.Schulwoche, also nach dem 14.April. Ebenso die Kommuniongruppen.


Gemeinschaftstag der Kommunionfamilien mit Ausflug nach St. Ottilien: Montag 10. Mai. Treffen ca.um 9 Uhr S-Bahnhof.
Fahrkarten: Am besten tun sich Familien zusammen und lösen erm. Karte f. mehrere Personen. Bitte Brotzeit mitnehmen! Rückkehr: nach Belieben


13.-20. April 2002: Woche für das Leben:

"Um Gottes Willen für den Menschen - Von Anfang an Leben wählen statt auswählen"

 

Kath.Pfarramt St.Korbinian, Unterhaching, Friedensplatz 3, Tel: 61 90 86, Fax 6116122.
E-mail: St.Korbinian.Unterhaching@erzbistum-muenchen.de
Homepage: http://www.erzbistum-muenchen.de/stkorbinianunterhaching .
Bürostunden: Mo.-Fr. 09.00-11.00. Mo.-Do. 14.00-16.00 Uhr. Sprechstd.des Pfarrers (Konrad Schmid): Mittwoch 17.00-18.00 u. nach (tel.) Vereinbarung. Diakon (Nikola Capin): nach (Mob-tel. 0170-2173498) Vereinbarung.