Kirchenzettel
St. Korbinian
4. Advent und Weihnachten 2000
UND DAS WORT IST FLEISCH GEWORDEN
Die frohe Botschaft zum 4. Adventsonntag
LESUNG I (Mi 5,1-4): |
"Denn nun reicht seine Macht bis an die Grenzen der Erde." |
| LESUNG II (Hebr 10,5-10): | "Ja, ich komme, um deinen Willen zu tun." |
| EVANGELIUM (Lk 1,39-45): | "Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib." |
Die frohe Botschaft zum Hl. Weihnachtstag
LESUNG I (Jes 9,1-6): |
"Man freut sich in deiner Nähe." |
| LESUNG II (Tit 2,11-14): | "Die Gnade Gottes ist erschienen." |
| EVANGELIUM (Lk 2,1-14): | "Sie wickelte ihn in Windeln." |
G O T T E S D I E N S T O R D N U N G
Sonntag
HEILIGER ABEND |
Montag
HOCHFEST DER GEBURT CHRISTI |
Dienstag FEST
DES HEILIGEN STEPHANUS |
Mittwoch Hl. Johannes,
Apostel |
Donnerstag Fest der
hl. unschuldigen Kinder |
Freitag Hl. Thomas
Becket +1170 |
Samstag |
Sonntag FEST
DER HEILIGEN FAMILIE |
Gedenktage
| GEDENKTAGE: 24.12. Konrad Lautner sen. +1940, Anita Rustler +1975, Anna Kohlschmid +1977, Anton Past +1981, Anton Bauer +1997; 25.12. Christine Kriwy +1977, Korbinian Kastner jr. +1988, Maria Labusga +1990: 26.12. Maria Stansitz +1982, Josefine Auer +1987, Rudolf Schieder +1990, Rosa Kammermeier +1994, Josef Kutschka +1998; 27.12. Josef Huber +1985, Cordula Schwarz +1997; 28.12. Max Kranwitter +1960, Martin Luber +1981, Sr. M.Adelrama Bayer +1998; 29.12. Anna Jungwirt +1979, Anna Haupt +1982, Maria Höllt +1986, Josef Kempf +1991, Katarzyna Drozdzynsko +1995, Agata Drk-Vrastinec +1995; 30.12. Georg Lehner +1980, Rosa Singer +1988, Ottilie Steingasser +1990, Emilie Agert +1998 |
Predigt in der Hl. Nacht 2000
Treue wird aus der Erde sprossen * Gerechtigkeit nieder vom Himmel schauen. Der Herr wird uns seine Güter spenden * und Heil der Spur seiner Füße folgen. Treue der Menschen wird gedeihen unter dem Segen der Gerechtigkeit vom Himmel. Treue wird sein etwas Gewachsenes, Gerechtigkeit nennt man den Segen vom Himmel. So zeichnet uns die Liturgie von Weihnachten den Zustand, das Glück der Erlösten. Eine Sprache, welche die Natur mitwirken läßt, ja das ganze Weltall. Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Eine Erlösung, die nur mitten unter uns sein kann, für uns. Und der sie uns gebracht hat, ist heute ein Kind, geboren aus der Jungfrau Maria. Sie war verlobt mit einem Manne aus dem Hause David. Die Generationsreihe von Josef über David bis Abraham zählt uns das erste Kapitel des Lukasevangeliums auf. Dreimal vierzehn Generationen. Man möchte meinen, lauter vorbildliche Familienvorstände. Sollten sie doch die Ahnenreihe bis hin zum Messias bilden. Lesen wir nach im Buch der Genesis, in den Königsbüchern. Ja, einige Sterne sind darunter. Überall aber ein Sammelsurium von Lumpereien, Musterexemplare von Verbrechern darunter. Menschenrechte, ganz klein geschrieben bis überhaupt nicht vorhanden. Und aus dieser Ahnenreihe soll der Messias kommen, der Sohn Gottes? In allem uns Menschen gleich, außer der Sünde! Jesus hat sich nicht ausgegrenzt. Er gehört zu uns für immer und ewig. Ohne Vorbehalte. Ohne Hintergedanken. Ehrlich und vollkommen. Doch wir, was tun wir diesem Jesus von Nazareth gegenüber, der Kind geworden ist und das Menschsein von Kind auf gelernt hat? Kommen wir zu ihm ohne Vorbehalte? Stehen wir vor seiner Krippe, haben wir den Mut, mit leeren Händen da zu stehen, mit nackten Händen, genauso wie wir ihn empfangen bei der hl. Kommunion? Weil wir seine Verzeihung erbitten. Und das jeden Sonntag, weil dieser Tag der Tag des Herrn ist, der Tag seiner Auferstehung? Oder grenzen viele von uns sich im kommenden Jahr wieder aus und ignorieren den Herrentag und schauen zu, wie er uns langsam und schleichend aber sicher genommen wird, weil man ihn braucht zum Geschäftemachen? Ich hab doch gemeint, Ausgrenzung sei nicht mehr erwünscht in unserer Gesellschaft? Aber wir haben es gelernt, den Glauben zu selektieren. Auszuwählen und auszutauschen. Man kann doch so einfach austauschen, Eucharistie und Abendmahl, hier ein bißchen, dort ein bißchen, nur nicht die ganze Kirche! Aber die Kirche hab ich nicht ohne Jesus und Jesus nicht ohne dieKirche. Ich habe einen Traum, so haben manche gesagt. Ich habe auch einen. Da möchte ich bei den Protestanten unsere ganze Fronleichnamsprozession erleben, bei den Anglikanern die Maiandacht, bei den Altkatholiken die Heilige Stunde, bei den Katholiken die einfache Werktagsmesse, bei den Quäkern zum Beichten gehen, weil mischt da bestimmt niemand kennt, Bei den Orthodoxen das Stundengebet erleben, bei den Kalvinern den Rosenkranz, bei allen den Päpstlichen Segen urbi et orbi bekommen. Nicht früher, keine Minute früher gibt es eine Vereinigung der getrennten Brüder und Schwestern. Nur ein
einzigesmal ist Jesus Kind geworden, von einer einzigen Mutter und von einem einzigen Gott
und Vater, der Himmel und Erde erschaffen hat. Ich denke daß Jesus von seiner Krippe uns
den Rat, die Einladung, den dringenden Auftrag mitgeben will: sucht mich, grenzt mich
nicht aus, pflegt nicht nur eure Emotionen sondern sucht nach Wahrheit. Nicht nach Thesen,
nach Beschlüssen von Gremien. Dann wird euch die Erkenntnis geschenkt sein: Ihr seid auf
dem Weg zu ihm, dem Sohn Gottes. Ihn beten wir an. Jetzt vielleicht unter vielerlei
Schmerzen, aber auch mit einer Freude, die in den Himmel weist. |
Predigt zum Hl. Tag 2000
So geschwätzig war sie doch nicht, die Hirten. Sie ließen immerhin noch Raum dafür, daß alle, die er hören, staunten über die Worte der Hirten. Und daß sie Gott priesen, Denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war. Das läßt durchblicken, daß sie durchaus zweifelten an der Botschaft sogar der Engel. Was, uns soll der Heiland geboren sein? Ausgerechnet uns! Wie soll sich das zusammenreimen, daß der Heiland der Welt da drüben in einem Stall zur Welt gekommen ist? Da stimmt doch was nicht! Und dann ist alles so, wie angekündigt. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen, und dachte darüber nach. Mit Josef ist sie die große Schweigende. Worum mag es sich in ihrem stummen Selbstgespräch gedreht haben? Wir können es uns wohl denken. Es tut unserm Glauben gut, wenn wir versuchen, das nachzuvollziehen. Zuerst die geheime Botschaft des Engels. Sie wagt nicht, dem Josef davon zu berichten. Wie soll er ihr Glauben schenken? Dann kommt Josef zu ihr und ist bereits in voller Kenntnis über ihr Geheimnis und Josef glaubt. Es ist ähnlich wie später dann bei der Auferstehung des Herrn: Petrus und Johannes rennen nach dem Bericht der Frauen zum Grab. Johannes kam als erster ans Grab. Er beugte sich hinein, er sah und glaubte. Der Glaube kommt nicht vom Grübeln. Er kommt vom Hören und vom Sehen. Auch vom Glauben ist einiges sichtbar. Zum Beispiel die sichtbare Kirche, das Sichtbare an den Sakramenten. Das Sichtbare und das Lesbare in der Hl. Schrift. Das Grübeln geschieht dort, wo der Verstand von Ängsten eingehüllt ist. Das Glauben im Herzen, wo Zuneigung und Vertrauen wohnen. Das Grübeln macht sich wichtig, das Glauben liebt die Demut des Schweigens. Der Glaube erträgt, daß Gott schweigt, daß er viel schweigt. Wenn Gott schweigt, dann darf auch ich schweigen. Doch siehe da: welch eine Fülle von Erkenntnissen schenkt das Schweigen! Im Schweigen wächst vor allem die Gewißheit der Berufung. Wenn Gott spricht, dann spricht er knapp. Kein Wort zuviel. Dann darf auch deine Antwort knapp sein und so eindeutig wie die Mariens. Amen. |
Ein geistliches Wort
Offensichtlich kann er das. Ob das bei eineiigen Zwillingen auch so ist, sollen Wissenschaftler feststellen. Jedenfalls ist Gottes einziggeborener Sohn Unser Herr und Heiland Jesus Christus wahrhaft und wirklich als einziggeborenes Kind auf die Welt gekommen. "In allem uns gleich, außer der Sünde". Das hat bestimmt seine Bedeutung. Jesus Christus ist uns in allem gleich, außer der Sünde. In keiner Hinsicht "gleicher" als die anderen. Schon in der vorchristlichen Zeit sehnten sich die Menschen nach Gottes Kommen in unsere Welt, auch wenn das unvorstellbar schien. Natürlich war das für die Propheten des Judentums die große Hoffnung, zugleich das große Problem. "Tauet Himmel" kündet davon: wie kein Mensch den Tau vom Himmel kommen sieht auf die ausgetrocknete Erde, so wird es sein mit dem Messias. Dann die Weissagung gegenüber dem König Ahas: "Seht, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären. Man wird ihm den Namen »Emmanuel« geben, »Gott mit uns«." Haben die Griechen für ihre Mythologie davon eine Botschaft bekommen? Nicht nur bei ihnen, bei vielen Völkern finden sich Spuren dieser Idee: daß ein Gott, ein göttliches Wesen, ein (guter?) Dämon auf solch geheimnisvolle Weise als Mensch erscheinen wird, wobei die menschliche Mutter Jungfrau bleiben wird. Die "Parthenogenese" War jedenfalls ein Menschheitssymbol in der gesamten antiken Welt. Die Kirche hat sich nicht gescheut, dies zum Denkschema zu nehmen für die Erklärung der Gottmenschheit Jesu Christi. "Et incarnatus est de Spiritu Sancto ex Maria virgine, et homo factus est" (Er hat Fleich angenommen durch den Heligen Geist aus der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden). Bitte, diesen Text aus dem Credo sich einzuprägen, weil wir an dieser Stelle bei allen Messen des Weihnachtstages niederknieen! Die musikalische Ausformung in der Kempter-Messe (Mitternacht) ist so zart und deutlich, daß daß Niederknieen auch auf diese weise angedeutet wird. Denn die Geburt des Gottmenschen hat ihre Entsprechung mit seiner Auferstehung. Bei verschlossenen Türen und Fenstern erschien der Auferstandene den Aposteln. Ein weiteres Bild: wie die Sonne das Glas durchdringt, den Raum erhellt und wärmt, so trat Gottes Sohn in die Welt, ohne das "Gemach" der Jungfrau und Mutter zu verletzen. Wie die Menschwerdung des Gottessohnes kein natürlicher, sondern ein übernatürlicher Vorgang ist, sich der natürlichen Mutterschaft sich bedient, so ist es auch mit der Jungfrauschaft der Mutter Maria. Sie ist zuerst ein geistliches Werk des Heiligen Geistes, der sich der natürlichen Einrichtung der Mutterschaft bedient. Wir kommen nicht darum
herum: der Mensch ist Mensch vom Beginn seiner Existenz, sobald Keim- und Eizelle vereint
ist. Nicht erst nach 14 Tagen! Darum ist Klonen auch innerhalb dieser Frist ein
Verbrechen, eine Kulturschande! Leistet Widerstand durch die Anbetung des Gottessohnes vor
allem in der Eucharistie, dem großen Gleichnis der Menschwerdung: Christus ist hier in
der Hülle des Brotes und des Weines, ohne beide zu verletzen! Und der Auferstehung
"des Fleisches": der neuen Existensweise leibseelischer Personalität. Habt Mut
zu diesem Glauben in der Freude der Gotteskindschaft! |
Termine
Die Pfarrei ist Ihrer Mitarbeit Wert!
Brot
statt Böller |
Kath.Pfarramt St.Korbinian, Unterhaching, Friedensplatz 3, Tel: 61 90 86, Fax 6116122. E-mail: St.Korbinian-Uhg@t-online.de Homepage: http://www.erzbistum-muenchen.de/stkorbinianunterhaching . Bürostunden: Mo.-Fr. 09.00-11.00. Mo.-Do. 14.00-16.00 Uhr. Sprechstd.des Pfarrers (Konrad Schmid): Mittwoch 17.00-18.00 u. nach (tel.) Vereinbarung. Diakon (Nikola Capin): nach (Mob-tel. 0170-2173498) Vereinbarung.