Kirchenzettel
St. Korbinian
OFFENBARUNG
DIE FROHE BOTSCHAFT ZUM 3. FASTENSONNTAG
LESUNG I (Ex 3,1-15): |
"Hier bin ich." |
LESUNG II(1 Kor 10,1-6,10-12): |
"Und dieser Fels war Christus." |
EVANGELIUM (Lk 13,1-9): |
"Vielleicht trägt er doch noch Früchte." |
DIE FROHE BOTSCHAFT ZUM 4. FASTENSONNTAG
LESUNG I (Jos 5,9 -12): |
"Von da an hatten die Israeliten kein Manna mehr, denn sie aßen von den Früchten des Landes." |
| LESUNG II(2 Kor 5,17-21): | "Wenn jemand in Christus ist, ist er eine neue Schöpfung." |
| EVANGELIUM (Lk 15,1 -3.11-32): | "Ein Mann hatte zwei Söhne." |
Gebetsanliegen des Papstes für März:
1. daß die gläubigen Menschen sich verpflichtet fühlen,gegen die Armut als Folge von sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheit anzugehen.
2. daß der Heroismus der Martyrer und aller in diesem Jubiläumsjahr besonders herausgestellten Glaubenszeugen die ökumenische Gesinnung und den interreligiösen Dialog fördern.
G O T T E S D I E N S T O R D N U N G
Sonntag 3. Fastensonntag hl. Cyrill v.Jerusalem +386 |
Montag HL. JOSEPH, Bräutigam der Gottesmutter |
Dienstag |
Mittwoch |
Donnerstag |
Freitag Hl. Turibio v. Mongrovejo +1606 |
Samstag |
Gedenktage
| GEDENKTAGE: 18.03. Martha Kolodziej +1992, Josef Barth +1998; 19.03. Maria Liegl +1950, Maria u.Alois Mayer +1967, August Ruder +1978, Josef Kiefhaber +1972, Werner Espig +1972, Margarete Körber +1976, Harald Gutsmiedl +1986, Mina Hechenberger +1988, Katharina Berger +1989, Heinrich Kohlschmid +1993, Anna Lorenz +1994, Maria Liebhart +1994, Annemarie Lingen +1995, Siegfried Meschederu +1997; 20.03. Josef Weiß +1934, Hans Friedrich +1974, Johann Gandorfer +1986, Cornelia Knall +1987, Eugen Businger +1987, Peter Leyrer +1995, Elisabeth Nieder +1999, Anna Steiger +19?, Heinz Pawlik +19?, Alexander + Karola Grobitsch +19?; 21.03. Konrad Rappelt +1975, Paula Hammer +1983, Kurt Kunert +1985, Toni Nobis +1990, Andreas Mosbauer +1994, Fritz Rothbauer +1996, M.Brithwalda Moldan +1997; 22.03. Heinrich Sczyrba +1971, Eugen Liegl +1973, Elfriede Erben +1986, Virginia Lupas +1994, Ingeborg Neßlauer +1999; 23.03. Anna Rupp +1942, Hildegrd Reim +1975, Kreszentia Dirnecker +1980, Johannes Glowka +1983, Maria Maier +1985, Gertraud Knopf +1994; 24.03. Anna Raider +1986, Martha Kamm +1989, Josef Retzer +1990, Thommas Moser , +1993, Maria Saemmer +1991, Johann Riedmair +1965, Hans Seidl +1974, Anna Rothbauer +2000. |
G O T T E
S D I E N S T O R D N U N G
Sonntag 4. Fastensonntag (auf
Sommerzeit umstellen!) |
Montag VERKÜNDIGUNG DES HERRN
(Annunciata) |
Dienstag |
Mittwoch |
Donnerstag |
Freitag |
Samstag |
Sonntag 5. Fastensonntag |
Gedenktage
| GEDENKTAGE: 25.03. Johann Poschenrieder +1967, Theresa Haller +1975, Hugo Ferk +1995; 26.03. Josef Demmelmair +1982, Anna Schallmoser +1989, Katharina Vogel +1993, Lorenz Rothenhuber +1994, Josef Ofenreiter +1994, Hilde Schütz +1995, Jakob Glas +1995, Anton Heinzelmann +1996, Marielisa v.Wangenheim +1999; 27.03. Therese Krieg +1962, Maria Gabler +1970, Else Schmugg +1983, Therese Kiermaier +1987; 28.03. Maria Moser +2000; 29.03. Maria Busl +1994, Monika Schneider +1996; 30.03. Mathilde Bader +1976, Renate Weber +1984, Stefan Tretter +1985; 31.03. Kreszentia Eirich +1968, Joachim Pieroth +1975, Rudolf Baumann +1976, Anna Brandau +1981, Babette Lechner +1985, Karl Schuier +1989, Friedrich Calzawara +1992, Rosa Kamsties +1992; 01.04. Josef Prenn +83, Jakob Karl +93, Sr.M. Nicetina Danhofer +97, Sr.M. Wenefriede Helmrich +98; |
Predigt zum 3. Fastensonntag
Der heutige Sonntag konfrontiert uns mit einem Problem, das zu den rätselhaftesten der Menschheit gehört. Der Mensch kann sich Gott verweigern. Warum aber tut er das? Bevor wir uns an diese zweite Frage heranwagen versuchen wir hinter die erste zu schauen: Der Mensch kann sich Gott verweigern. Wie geht das? Dazu brauchen wir uns nur anzuschauen, wie das unter uns Menschen aussieht. Da gibt es, wir kennen das genau, sogar eine systematische Taktik der Verweigerung. Ausgerechnet dort, wo Verweigerung doch gar nichts zu suchen hat, in der Familie, in der Ehe. Das geht ganz subtil los, verdeckt, wie unter der Haut. Eine Methode heißt da: Langweile. So etwas ist nicht Zufall, es ist Methode und das trifft um so mehr zu, je weniger wir uns dessen bewußt sind. Langweile ist ja die Folge von Interesselosigkeit. Der Mensch ist doch ein so vielschichtig interessantes Wesen, das immer neu kennen zu lernen ist. Wie kommt es, daß die nötige Aufmerksamkeit schwindet? Sie schwindet nicht als Schicksal, sondern geht unter in der Banalität. Im Alltäglichen, Automatischen. Ein derartiger Untergang muß zugelassen werden! Wozu hätten wir sonst unsere Freiheit? Das ist tatsächlich die Versuchung jeder auch noch so großen Liebe. Dafür gibt es Kriterien und die sind mit einem geringen Aufwand von Phantasie zu entdecken. Am besten entdeckt sie allerdings der andere. Er wird sehr bald leiden unter leerem Gerede, Phrasen, Worthülsen, die nichts aussagen. Wir kennen das doch: Deine alten Sprüche werden mir allmählich langweilig! Da zeigt sich der kritische Punkt: man muß sich das gegenseitig sagen dürfen! Eine gute Methode des Umganges damit könnte sein: jeder schreibt sich eine Woche lang die Phrasen des andern auf. Dann werden die Zettel getauscht. Man könnte bei gutem Willen nicht mehr aus dem Staunen herauskommen: was gäbe es schöne Dinge einander zu sagen, aber die Worte sind leer. Die Liebe freut sich über die Wahrheit, schreibt Paulus im 1. Korintherbrief. Die Wahrheit sorgt immer für Fülle! Pflegt eure Sprache! Gerade da aber bleibt die Mahnung aus dem 1. Korintherbrief der zweiten Lesung bestehen: Wer also zu stehen meint, der gebe acht, daß er nicht falle! Da gibt es noch etwas zwischen dem Angebot Gottes und der menschlichen Verweigerung, damit wir nicht meinen, wir könnten alles so einfach in den Griff bekommen. Doch verfolgen wir zuerst, was die hl. Schrift uns lehrt. Moses zeigt sich als wahrer Meister in der Verweigerung durch Ausreden. Das steht allerdings nichtmehr in der heutigen Periskope, man müßte dazu die Bibel sich vornehmen. Welche Ausreden bringt er daher? Vier bis fünf an der Zahl: Wer bin ich denn schon, daß ich zum Pharao gehe? Wie ist überhaupt dein Name? Wenn sie mir nicht glauben? Ich kann doch nicht reden, mein Bruder Aaron kann das besser und so weiter. In diesem Zusammenhang gibt Gott dem Moses die Antwort auf die Frage nach dem Namen: Da antwortete Gott dem Mose und sagte: Ich bin der >ich-bin-da<. Da ist Moses ganz der Vertreter seines Volkes. Abraham war auf der Suche nach dem einen Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat. Abraham war ein tiefer Denker. Er konnte sich nicht damit abfinden, daß die Menschen in jeder Stadt, in jedem Dorf, ja in jeder Familiensippe je ihren eigenen Gott anbeteten. Viele Götter, das kann nicht sein, dann ist keiner allmächtig! Es kann nur einen geben. So hatte Abraham nie nach dem Namen Gottes gefragt. Und wenn es nur einen Gott gibt, dann kann ich überall ihm einen Altar bauen, dann kann ich ihn überall anbeten. Israel und mit ihm Moses befindet sich in Ägypten bereits in der Haltung der Verweigerung. Längst hatten sie sich in Ägypten die heimischen Götzen abgeschaut. Jetzt auf einmal waren sie auf einen Namen Gottes angewiesen, den die Väter noch nicht brauchten. Das ist sein Schicksal geworden und seine Not. Das unerhörte geschieht: Gott steigt herab in diese Verweigerer-Gesellschaft und macht aus dem Zweifel seinen Namen: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen, und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne ihr Leid. ... So sollst du zu den Israeliten sagen: Der >Ich-bin-da< hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name für immer. Moses wurde dann vom großen Verweigerer, einer Untugend, die ihn immer wieder einholte, zum großen Fürsprecher für das widerspenstige Volk. Bis dann in der Zeit des Neuen Testamentes eine ganz neue Linie beginnt, eine Linie des Gehorsams, der Bereitschaft. Diese Linie ist allerdings reine Gnade und zwar bei der, die Gott selber grüßen ließ als die Begnadete: Maria, die Mutter des Herrn. Das Geheimnis der Zuwendung Gottes, seines großen Namens Ich bin da ist ein doppeltes Geheimnis: das Geheimnis der Bosheit und das Geheimnis der Gnade. Beide sind Geheimnis, denn für beide gibt es keine logische Begründung. Liebe oder nicht Liebe sind Geheimnis der menschlichen und der göttlichen Freiheit. Wir können und dürfen uns nie berufen auf die Erlösung wie auf ein Recht. Vom warnenden Beispiel ist die Rede, von der Gier nach dem Bösen, vom Murren und davon, daß jener Weingärtner unersetzbar ist für uns, der Fürbitte einlegt: Herr, laß ihn, - den Weinstock dieses Jahr noch stehen. Ich will den Boden umgraben, vielleicht trägt er doch Früchte! Gibt es die Verweigerung Gott gegenüber auch bei uns? Ja, es gibt sie und dazu brauchen wir nur unser eigenes Gewissen zu befragen. Wenn wir manchmal darüber klagen, daß mitunter unser Gottesdienst so langweilig und fade ist, liegt es nicht auch daran, daß wir den Mund zu wenig aufmachen, daß unsere Antwort zu zögerlich kommt, daß wir nur schwerfällig uns bereit finden zum Bekenntnis des Glaubens und zum Lob Gottes. Wie herzerfrischend war doch die Festmesse am vergangenen Mittwochabend! Fast dürfen wir uns darüber wundern, daß unsere Kirche noch steht, so hat es gerauscht. Aber sie hält uns aus, seit Jahrhunderten. Zum Bröckeln bringt sie höchstens die Langweile. In unserem Volk findet sich sicher ein gutes Stück an Verweigerung. Da hat doch neulich ein hoher Politiker die sogenannte 68er Generation gelobt, weil sie so viel an Freiheit usw. gebracht habe. Ich kann nur sagen; die Verweigerung war ein kennzeichnender Stil der damaligen Proteste. Verweigerung gegen die Eltern; Verweigerung gegen Kirche und Staat; Verweigerung gegen die 10 Gebote und gegen viele Werte, Verweigerung gegen das Leben. Verweigerung gegen Treu und Glauben. Verweigerung gegen alles, was Institution heißt. Verweigerung mit Gewalt und Spott. Ich weiß mit bestem Willen nicht, was da an Gutem konstruiert werden kann. Die bösen Folgen sind eingetreten. Gottseidank durften wir uns ein gutes Stück an treuem Glauben bewahren. Geblieben ist etwas Eigenartiges. Wenn ich überlege, wie gerade die besten jungen Leute sich nicht bereit finden können, ihre Kinder taufen zu lassen, wie sie die Ehe ablehnen, wie sie aus der Kirche austreten. Erkennen wir da nicht, wie die Verweigerungshaltung in die intimsten seelischen Bereiche vordringt? Und wieder aufzuleben scheint die anachronistische Ideologie, als ob das Volk gescheiter würde durch Revolution, Haß und vor allem infolge geistiger Zerstörung. In solch widergeistlichem Umfeld sollen noch
ausgerechnet Berufungen zum geistlichen Stand wahrgenommen, ernstgenommen, soll darum
gerungen werden? Brauchen wir da nicht vielfach die Gestalt eines Moses, einer
Gottesmutter Maria, eines Pfarrers von Ars, die alle nicht aufhören, Gott zu bitten:
versuch es doch noch einmal mit deinem Volk! Denn dein Name, o Gott, ist doch für immer
dein Name. Du bist mit uns. Richte auf dein Volk, Herr. |
Predigt zum 4. Fastensonntag
Heute werden wir in der Heilsgeschichte schon einigermaßen herumgejagt. Zuerst in die Erzählung des Buches Josua. Das Volk war nach dem vierzigjährigen Wüstenzug endlich im Gelobten Land angekommen. Dort nun durften sie essen von den Früchten des Landes ... von da an hatten die Israeliten kein Manna mehr. Israel war es gegangen wie dem Patienten, der am Tropf hängen muß, am Tropf Gottes, weil es sich selber nicht ernähren konnte. Doch jetzt, im Gelobten Land, da hatten sie genug an den Früchten des Landes. Jetzt beginnt die neue Freiheit: sie hatten Besitz genommen vom langersehnten Erbe. Damit befinden wir uns mitten im Evangelium. Wer ist der verlorene Sohn und auch der Daheimgebliebene anderes als das Volk Israel? Gott hält ihm und uns heute den Spiegel vor, in dem wir sehen können, wie wir mit der Freiheit der Kinder Gottes umgehen. Zwei Fragen bleiben vom heutigen Evangelium, die nicht unmittelbar beantwortet werden, über die wir also selber nachzudenken haben. Die eine lautet: wie ist den der verlorene Sohn auf sein Gewissen gekommen? Und die zweite: haben die beiden Brüder sich verständigt? Die Frage nach dem Gewissen. Wir dürfen ruhig grundsätzlich werden. Was ist das Gewissen, Wie wirkt es sich aus? Wie müssen wir damit umgehen? Was ist es, das Gewissen. Es ist kein Organ, kein Muskel, gehört nicht zu den Nerven. Das Gewissen ist geistiger Art, eine geistige Erfahrung. Es bewirkt Ruhe oder Unruhe. Es bewirkt im Herzen eine frohe Ruhe, wenn wir Gutes tun. Es bewirkt eine bedrängende Unruhe, wenn wir Böses tun. Das Gewissen wirkt nicht von sich aus. Es braucht Orientierung, die uns gegeben sind durch Gottes Gebote, die sich auswirken im sittlichen Verhalten. Das Gewissen braucht Pflege, sonst schweigt es, sonst irrt es, sonst äußert es Unsicherheit und Zweifel. Durch Mangel an klarer Sicherheit wird es skrupulös, sucht immer ängstlich nach neuen Problemen. Darum braucht das Gewissen seine gute Pflege, damit es dem Leben sicheren Boden geben kann. Wie geschieht das? Als erstes ist eine klare Kenntnis der Gebote nötig und eine klare Entscheidung für die Liebe, in der nach einem Wort Jesu das ganze Gesetz und die Gebote enthalten sind. Wir gehen damit am besten dadurch um, daß wir jeden Tag uns Rechenschaft geben über unser Verhalten. Daß wir uns ehrlich eingestehen, was wir wie und warum getan haben. Und daß wir im Falle der Gewissensunruhe Gott ehrlich um Verzeihung bitten mit dem Willen, wo das nötig ist, auch so gegenüber den Mitmenschen uns zu verhalten. Erkennen wir die notwendigen Schritte einer guten Beichte? Sobald wir damit anfangen, den Gewissensspruch zu verdrängen, werden wir es eines Tages mehr oder weniger ganz zum Schweigen gebracht haben. So entstehen die sogenannten Schreibtischtäter mit der weißen Weste, die selber Böses entwerfen und andere es ausführen lassen. Wir können das Gewissen auch wunderbar oder besser gesagt:
raffiniert manipulieren durch allerlei Untugenden, wie das bei dem älteren Bruder im
Evangelium der Fall ist. Der geizige Neid hilft ihm trefflich, sich im reinen Recht zu
sehen und der Wiedersehensfeier fern zu bleiben. Die Orientierung des Gewissens ist also
keine so einfache Sache und wir sollten uns damit nicht so einfach auf uns selber
verlassen. Jetzt können wir uns an die beiden Fragen heranwagen: wie hat der verlorene Sohn sein Gewissen entdeckt und wie sind dann die beiden Brüder miteinander umgegangen? Wie hat nun der verlorene Sohn sein Gewissen wieder entdeckt, das er verloren hatte? Das Evangelium gibt uns klare Auskunft darüber. Es war der Verlust der Menschenwürde, den er sich durch sein Verhalten selber zuzuschreiben hatte. Damit gehen zwei Schritte einher: er geht in sich, denkt über seine Lage nach, bereut sein Verhalten und faßt den klaren Entschluß, heimzukehren und den Vater um Vergebung zu bitten. So würden wir das formal durchaus richtig sehen, dürfen dabei aber ein Entscheidendes nicht vergessen. Ich meine die Göttliche Gnade. Menschenwürde ist nämlich nichts, das ich in mir von mir selber hätte. Die Menschenwürde besteht in der Gottebenbildlichkeit des Menschen, wir haben sie also von Gott und können sie uns nicht selber geben. Menschenwürde ist etwas, das über die Person des Menschen hinausweist und ihn zum Dialog herausfordert, zum Gespräch mit Gott und Menschen, zum Gebet. Die Menschenwürde erinnert jeden von uns an die persönliche Berufung, die Gott uns schenkt, an unsere Berufung zum ewigen Leben, zur Unsterblichkeit und wie zu einer Garantie-Erfahrung dafür, zur Liebel. Der verlorene Sohn entdeckt sein Gewissen durch dankbare Rückbesinnung an seine Herkunft, eben an seine Würde, läßt die damit verbundene Sehnsucht nach Gott wieder aufleben und faßt den mutigen Entschluß zu demütiger Heimkehr. Wie sind dann die beiden Brüder miteinander umgegangen? Das führt das Gleichnis nicht mehr aus, es ist ein neues Thema. Wir können es nur als eine Forderung an beide sehen. Das Evangelium deutet aber die geistigen Schritte an, die der zuhause gebliebene Sohn gehen muß. Auch er muß sein Unrecht, seine Sünde erkennen. Er ist zwar daheim geblieben, hat fleißig auf dem väterlichen Hof gearbeitet. So fleißig, ja verbissen fleißig, daß er gar nicht mehr wahrgenommen hat, was daheim los war. Spiegeln sich darin nicht viele Verhältnissen zwischen Vätern, Söhnen und Töchtern? Warum hält er dem Vater nun vor, daß er von ihm nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt bekam, um mit den Freunden zu feiern? Der Vater gibt eine entwaffnende Antwort: Du bist doch immer bei mir,alles was mein ist, ist doch auch dein! Erinnern wir uns da an die Antwort Gottes an Moses vor dem brennenden Dornbusch, letzten Sonntag konnten wir das miterleben, auf die Frage nach Gottes Namen: Ich bin der Ich bin da. Heute, also im Gelobten Land, läßt sich das umkehren: Mein Kind, du bist doch bei mir und alles, was mein ist, ist auch dein! Welcher Undank hat auch die Seele dieses braven Sohnes vergiftet oder welcher Neid und welcher giftige Geist waren in ihm vorhanden, daß er selber seinen Freunden ein Fest auf dem väterlichen Hof mißgönnt hatte? Wie das so ist, hätte er halt selber das Zeug aufräumen müssen, was das Fest hinterläßt und so weiter, wir kennen doch diese Umstände. Der brave Sohn hatte also genauso wie der Verlorene sein Gewissen längst manipuliert, weil er sich nie darüber Rechenschaft abgelegt hatte. Einen entscheidenden Punkt müssen wir aber noch der ganzen Überlegung hinzufügen. Wer systematisch das Gewissen manipuliert, der verschließt sich der notwendigen Göttlichen Gnade. Das beste und klarste Gewissen macht nämlich fanatisch, wenn die Gnade fehlt. Das Gewissen vermag nämlich aus eigener Kraft nicht, die Sittlichkeit menschlich zu machen. Wir suchen in der Liebe ja die göttliche Tugend, nicht in menschlichem Verhalten allein. Menschliches Kalkül bringt mich keinen Schritt in der Erlösung weiter. Darum hier eine Erinnerung, eine Bitte an die Eheleute, die
jungen wie die Alten. Laßt es nicht zur Tragödie erst kommen, es liegt in Eurer Hand!
Verdrängt die göttliche Gnade nicht, die Euch durch das Sakrament geschenkt ist! Prüft
Euern Alltag, ob er unter Gottes Segen steht. Nicht anhand des irdischen Erfolges. Sondern
am Wachstum von Vergebung und Liebe. Bittet täglich um die Gnade, ohne die der Mensch zu
nichts taugt. Das Gewissen wird es Euch sagen. |
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Und in eigener Sache! |
Kath.Pfarramt
St.Korbinian, Unterhaching, Friedensplatz 3, Tel: 61 90 86, Fax 6116122.
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Schmid): Mittwoch 17.00-18.00 u. nach (tel.) Vereinbarung. Diakon (Nikola Capin): nach
(Mob-tel. 0170-2173498) Vereinbarung.