Kirchenzettel
St. Korbinian
DER NEUE MENSCH
DIE FROHE BOTSCHAFT ZUM 7. JAHRESSONNTAG
LESUNG I (aus 1 Sam 26.2-32): |
"Wer hat je seine Hand gegen den Gesalbten des Herrn erhoben und ist ungestraft geblieben?" |
| LESUNG II (1 Kor 15,45-49): | "Wie wir nach dem Bild des irdischen (Adam) gestaltet wurden, so werden wir auch nach dem Bild des himmlischen ("Adam") gestaltet werden." |
| EVANGELIUM (Lk 6,27-38): | "Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden." |
G O T T E S D I E N S T O R D N U N G
Sonntag 7.
Jahressonntag |
Montag |
Dienstag |
Mittwoch Hl. Petrus
Damiani +1072 |
Donnerstag Kathedra
Petri |
Freitag Hl. Polykarp
+um 155/156 |
Samstag Hl. Matthias,
Apostel |
Sonntag
08. Jahressonntag hl. Walburga +779 |
Gedenktage
| GEDENKTAGE: 18.02. Katharina Portenlänger +45, Michael Hahn +47, Frz. Kastner +48, Anna Schabinger +61, Jos. Hering+78, Jos. Weise +90, Wilhelm Völker +94, Adolf Seifert +2000; 19.02. Anton Hipp +57, Gg Frimmer +76, Karl Hofstetter +85, Joh. Semmelmann +95, Antonie Prenn +95; 20.02. Emmi Moosburner +1967, Nikolaus Rehm +79, Alfons Schneider +83, Katharina Geigl +95, Barbara Wittenbauer +96, Sr.M.Daurella Faltermeier +97, Erich Bräu +98; 21.02. Michael Freisinger+66, Ursula Vielhuber+79, Christine Mandl +79, Andreas Hupf +81, Elisabeth Küster +84, Kurt Kunert +85, Frz. Xav. Obersteiner +98, Sr.M.Witburgis Schönhuber +98; 22.02. Josefine Moosburner+74, Otto Mildner +82, Franziska Zech +85, Ludw. Karl +89, Franziska Plötz +96, Anna Satzger+96; 23.02. Anna Göbel+65, Barbra Strubl+67, Rudi Meier+83, Alois Drexl+85, Anna Dorfhuber +1985, Hanna Salberg+1995, Joh. J. Wolfert+97, Sr.M.Aletha Weininger+2000; 24.02. Emilie Wochner+81, Maxim. Hartmann+82, Joseph Göbel+83, Erika Linke+88, August Duell+94, Hildeg.Lodermeyer+97, Anna Schopper+97, Carola Ruhland+98, Hilde Hagn+2000. |
Predigt zum 7. Jahressonntag
Laßt nichts zur Routine werden. So können wir die heutige Sonntagsbotschaft überschreiben. Routine, vom französischen la route, die Straße; hier: die eingefahrenen Wege, das Festgefahrene. Der heutige Sonntag will uns herausreißen aus der Gefahr der Routine und bietet uns Angebote, die mit Gewöhnlichkeit schon gar nichts zu tun haben. In gewohntem, festgefahrenem, sturem Verhalten kann heiligmäßiges Leben sich kaum darstellen und verwirklichen. Heiligkeit setzt unmittelbare, aber klar zielgerichtete Spontaneität voraus. Ein lebendiges Beispiel dafür bietet uns die Geschichte mit König Saul und David aus der ersten Lesung. David hatte den Riesen Goliath besiegt. König Saul, eifersüchtig geworden auf den jungen Helden, hatte diesen in seine Nähe an den Königshof geholt und ihn nie aus dem Auge verloren. David spürte das Mißtrauen seines Herrn, bald kam es zum Konflikt zwischen beiden, so daß David fliehen mußte. Saul wollte seiner habhaft werden. Aber die Ereignisse kehrten sich um: eines Nachts gelang es David, an den schlafenden Wächtern vorbei ins Zelt Sauls vorzudringen. Die Gelegenheit war günstig wie nie, David hätte Saul töten können. Warum tat er es nicht? Wäre er gewohnt gewesen, einfach seinen Emotionen zu folgen, er hätte es unüberlegt getan. So aber erinnerte ihn sein Gewissen an seine Verantwortung in der Wahrhaftigkeit. Auf diese Weise,die sich ihm da anbietet, das spürt David intuitiv, darf niemand in Israel König werden! Bricht bei David etwas durch davon, daß durch Gottes Wort der Mensch neugestaltet werden wird, wie Paulus das in der zweiten Lesung andeutet, wie vom Himmel kommend, wie Paulus sagt, im Geist und in der Wahrheit, wie Jesus sagt? Damit wir reden und tun, was Gott gefällt. Das wird uns dann geschenkt werden, wenn wir immer wieder über Gottes Wort nachdenken. Das war der Inhalt des heutigen Tagesgebetes. Es legt uns damit ein Lebensprogramm vor, das wir freilich in rechter Weise anzuwenden haben. Sonst wird es uns nicht gelingen, uns aus einem Verhängnis herauszuhalten, das die Psychologen Lebenslüge nennen. Immer wieder über Gottes Wort nachdenken. Jesus hat das ständig getan. Und es hat die Jünger so beeindruckt, wenn sie gesehen haben, wie ihr Meister immer wieder sich zurückzog an einen einsamen Ort, daß sie eines Tages die Bitte ausgesprochen haben: Herr, lehre uns beten. Die Kirche greift das heute auf und führt uns in den Lesetexten gleich vor, wie das Ergebnis heißt: nämlich der neue Mensch, der Gottes Willen gemäß lebt. Wie also erreichen wir das, im Nachdenken über Gottes Wort? Dazu wollen wir eine kleine sprachgeschichtliche Überlegung riskieren. Dazu regt mich an ein Vergleich der uns vorliegenden deutschen Übersetzung des römischen Meßbuches. Der lateinische Text des heutigen Tagesgebetes lautet gemäß wörtlicher Übersetzung: Gewähre uns, allmächtiger Gott, daß wir immer das Rationale erwägend, das dir Wohlgefällige in Wort und Tat ausüben. Rationabilia meditantes, wir können diese lateinische Wendung verstehen, das Rationale, vernünftig Denkbare meditieren. Diese wörtliche Übersetzung wird dem Sinn aber nicht gerecht. Rationabilia heißt, das Vernunftgemäße. Für manche Kirchenkritiker etwas Überraschendes. Die Kirche soll es nach ihnen doch nicht so mit dem Vernunftgemäßen haben. In Wirklichkeit steckt mehr dahinter. Um das zu erfassen müssen wir in die ursprünglich griechische Denkweise uns hinein versetzen, wie sie im ersten Kapitel des Johannesevangeliums deutlich wird, dem Johannesprolog, den wir in der dritten Weihnachtsmesse hören. Johannes beginnt sein Evangelium mit der Aussage: Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Lateinisch, ich möchte das Ihnen nicht ersparen: in principio erat verbum et verbum erat apud Deum et Deus erat verbum. Und jetzt griechisch: en archä än ho logos, kai ho logos än pros ton theon, theos än ho logos. Wir haben bestimmt das entscheidende Wort herausgehört, den logos. Wir wissen, was Logik ist, logisches Denken, im Sinn von sachgerecht, folgerichtig denken, sich vor Denkfehlern hüten. Der theologische Fachausdruck Logos sollte uns schon geläufig sein. Logos bedeutet aber mehr. Es ist das geisterfüllte Wort, ja Der, der das Geistwort spricht, Jesus Christus. Die heutige Tagesbitte lautet also, daß wir nicht in Routine erstarren. Routine kann den Geist töten. Sie gehört zu den großen Versuchungen des Alltags. Wir erliegen ihr, wenn wir einfach den Emotionen folgen. Jesus nennt uns ein heilsames Programm und der Kernsatz daraus: Liebet eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen. David zeigt uns, wie Feindesliebe geht. Er hat Saul kaum besonders gern gehabt, aber er verhielt sich nicht ungerecht, behielt den Respekt, tötete nicht. Liebe muß für uns Christen mehr, viel mehr sein, als gefühlsmäßiges Gernhaben. Liebe als göttliche Tugend hat mit dem Geist zu tun, ja ist sogar eine Lebensäußerung, die vom Geist Gottes erfüllt ist. So ist die göttliche Tugend der Liebe der Gehorsam, der jederzeit bereit ist, die Wahrheit des Gottes- und Menschenbildes am Nächsten zu bezeugen, anzuwenden und notfalls dafür das Leben einzusetzen. Das ist aber auch ein großer Segen für uns selber. Die göttliche Tugend der Liebe wandelt menschliches Verhalten in die Spontaneität der Heiligen, der immer offen ist für Gottes Willen. Bewahrt vor jeglicher Lebenslüge. Macht Versöhnung zur Lebensart, bringt Güte hervor, macht aufmerksam für stille Nöte und dankbar für jeden Tag. Wer damit alt wird, wird kaum unzufrieden herumnörgeln oder die Ruhe hinaustragen, wie das mitunter schrulligen Leuten nachgesagt wird. Ja, das gilt bereits für dieses Leben: Mit dem Maß, mit dem ihr meßt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden. Was das heutige Tagesgebet uns nahelegt, können
wir auch so ausdrücken: vergeßt nicht, daß ihr Gefirmte seid durch den Heiligen Geist,
der in euch wohnt. |
Das geistliche Wort
| Die jahrzehntealte "gesellschaftliche" Lebenslüge Nein, der Kopf der Pyramide steckt seit mindestens zwei Generationen im Sand. Oder, wie wäre das sonst zu erklären, daß wir in Mitteleuropa katastrophal zu wenig Nachwuchs haben? Diese Entwicklung ist nämlich menschengemacht, nicht natürlich. Was steckt dahinter? * "Lebensentwurf" in Folge des Anspruchsdenkens. Dom Helder Camara, der + brasilianische Kardinal, hat Auskunft gegeben: "Laß dem himmlischen Vater die Freiheit, selber den Verlauf deiner Tage zu bestimmen". Gott gibt deinem Leben Richtung und Wende. Du selbst mußt das erkennen und ergreifen. Dagegen: Ich bestimme selber, Gott hat mir nichts dreinzureden. Längst seit, in Wirklichkeit schon lange vor Erfindung der Pille gibt es das "Wunschkind". Kind von Menschen-Gnaden. Im selbstgemachten Lebensentwurf hat vielfach kein, meist nur ein Kind Platz. Spätestens bei drei Kindern wird's "asozial", heißt es. Was gilt, sind meine Ansprüche ans Leben und nicht die Ansprüche des Lebens an mich. Gott ist ja barmherzig und will mir nix! Seine "Rolle" ist höchstens: Helfer in Not. Wie könnten Forderungen an "eine neue Gesellschaft" aussehen? Aushalten von Spannungen, ja Widersprüchen: * Kinderwunsch nur gekoppelt mit der Bereitschaft, (juristisch!) Vater und Mutter zu sein und zu bleiben; in der Verantwortung, in angemessener Weise Lebensunterhalt und Bildung zu gewährleisten. Zugleich: dem Nachwuchs nicht künstlich die Geschwisterlichkeit vorzuenthalten. * Erlernen von Liebe als dem Ruf, in Bindung an ein Du in Gott Zukunft und Sinn zu finden; Erlernen von Sexualität als einer Forderung, nicht als eines Anspruchs an das Leben. Auch die Ehe berechtigt nicht dazu, die Verantwortung aus der Sexualität herauszunehmen. "Das Kind hat immer Recht" (aus der Gastronomie: "Der Gast hat immer Recht"). Wie haben die früheren Generationen sich verhalten, waren bei ihnen Kinder immer billig zu haben, was bestimmte ihr Bewußtsein? * Ehrfurcht steht über dem Schicksal: * Ehrfurcht vor Gott als dem Schöpfer des Lebens. * Ehrfurcht vor dem Leben, mit dem nicht gespielt werden darf. * starke Tradition, aus der nicht willkürlich ausgebrochen werden kann. Natürlich gab es Versagen, Lieblosigkeit in der Ehe, verhängnisvollen Sozialzwang usw. und in ihrem Gefolge gesellschaftliche Verurteilung. Heute gibt es eine Parteienideologie und in ihrem Gefolge eine political correctness (zur Beeinflussung der Willensbildung), gibt es religiöse Unkenntnis und in ihrem Gefolge Beliebigkeit der Werte, Privatisierung und Individualisierung des Glaubens. Wie lautet die Alternative zu früherer Tradition im Durchschnittsdenken? Wie sind Karriere, Emanzipation gegenüber dem Muttersein zu werten Allmählich können wir uns ausmalen, was Jesus heute sagt: "Mit dem Maß, mit dem ihr meßt und zuteilt, wir auch euch zugeteilt werden". Bitte laut weiterdenken! Ihr Pfarrer |
Termine
Die Pfarrei ist Ihrer Mitarbeit Wert!
Kommunionvorbereitung
im Pfarrheim: Edith-Stein-Gymnasium, neusprachlich und sozialwissenschaftlich, für Mädchen, (Preysingstr. 83, 81667 München, (Tel: 48092311, Fax 4892313) Informationsabend für das Schuljahr 2001/2002: am Do. 1. März um 19 Uhr. Besuch der Schule (Unterricht): Sa. 24. März ab 8.10 Uhr. E-Mail: info@esg-muenchen.de oder Schulleitung@rdh-muenchen.de Prospekt im Pfarrbüro. Weltgebetstag der Frauen: Freitag, 2. März um 19.00 in St. Korbinian, im Pfarrsaal. Anschließend an die Betstunde gemütliches Beisammensein. Radio Vatikan, Internet-Seite für Jugendliche (neu!): http://www.radiovaticana.de Ihr Pfarrer |
Kath.Pfarramt St.Korbinian, Unterhaching, Friedensplatz 3, Tel: 61 90 86,
Fax 6116122.
E-mail: St.Korbinian.Unterhaching@erzbistum-muenchen.de
Homepage: http://www.erzbistum-muenchen.de/stkorbinianunterhaching
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Schmid): Mittwoch 17.00-18.00 u. nach (tel.) Vereinbarung. Diakon (Nikola Capin): nach
(Mob-tel. 0170-2173498) Vereinbarung.