Kirchenzettel
St. Korbinian
16. -
30. 07. 2000
15. und 16. Jahressonntag
DER REST
15. Jahressonntag
LESUNG I (Am 7,12-15): |
"Iß dort dein Brot und trete dort als Prophet auf!" |
| LESUNG II (Eph 1,3-14): | "Durch ihn habt ihr das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes empfangen." |
| EVANGELIUM (Mk 6,7-13): | "In jener Zeit rief Jesus die Zwölf zu sich." |
G O T T E S D I E N S T O R D N U N G
Sonntag
15.Jahressonntag |
Ferienordnung! |
Dienstag |
Mittwoch |
Donnerstag Hl.
Margareta + um 300 |
Freitag
Hl. Laurentius v. Brindisi
+1619 |
Samstag
Hl. Maria Magdalena |
Predigt zum 15. Jahressonntag
In jener Zeit ..." . So beginnen die meisten Evangelienlesungen. In jener Zeit: was heißt das? Ist es einfach eine leere Formel, oder steckt ein Inhalt in Kurzform darin? Es ist tatsächlich ein gewaltiger Inhalt, wenn auch möglichst kurz ausgedrückt. Versuchen wir, den Ausdruck zu wechseln, um dahinter zu kommen: Was sagt uns das in jener Zeit"? Wir könnten für Zeit" das Wort Brennpunkt" nehmen. Und zwar im Sinn von Brennpunkt der Geschichte". Ein Brennpunkt wird von einem gekrümmten Spiegel erzeugt. Damit kann man sogar Feuer entzünden. Hat sich in dir ein Feuer entzündet beim Hören des Evangeliums? Wir könnten auch sagen: Zündpunkt", wie es ihn braucht beim Starten eines Motors. Ist etwas angesprungen in dir oder bleibt der Motor bewegungslos? Oder sagen wir: Knotenpunkt: was läuft da alles zusammen, welche Begegnungen geschehen dort "Nehmen wir uns Zeit dafür. Die Älteren unter uns erinnern sich wohl noch daran, daß man einmal von der Achsenzeit" gesprochen hat. Der Ausdruck war später natürlich politisch verpönt, weil seinerzeit ein gefürchteter Diktator damit zum Ausdruck bringen wollte, er bestimme den Lauf der Zeit, er sei eine Zeitachse, um die sich alles zu drehen habe. Wenn je ein Mensch so etwas auf sich bezieht, dann ist das ein typisches Zeichen lasterhafter Überheblichkeit, die Göttliches für sich in Anspruch nimmt. In jener Zeit", das könnte auch Krisis" heißen. Der Entwicklungspunkt, bei dem alles auf dem Spiel steht, bei dem es ums Ganze geht. Dieser Ausdruck ist gebräuchlich bei einer schweren Krankheit für den Moment, da ihre Überwindung sich abzeichnet oder das Sterben. Wir sprechen auch von der rechten Zeit", dem rechten Moment der Hilfe. Vorher zu früh, nachher zu spät. Es gibt eine einzige Entwicklung, einen einzigen Glücksfall, für den es nie ein zu spät oder ein zu früh gibt, der immer zur rechten Zeit geschieht. Das ist die Liebe. Die Formel der Liturgie In jener Zeit" meint jene Zeit, jenes Ereignis der Göttlichen Liebe, die auf die Erde trifft, die irgendwo einen Menschen meint, jemand beruft. In der Regel gibt es dafür keinen Termin, keine zeitliche oder örtliche Festlegung: Der Geist weht wo und wann er will. Aber das dürfen wir sagen: Als Jesus auf Erden umherging, da war In jener Zeit", da wandte sich Gottes Liebe zu uns, um uns und mit uns zu begegnen. Da ist jedes Wort und jeder Fußstapfen Brennpunkt der Geschichte, da ist Zündpunkt gegeben, da ist Achsenzeit, da ist Krisis, da ist rechte Zeit". Jetzt dürfen wir keinen Fehler begehen. Das In jener Zeit" läßt sich nicht festlegen auf eine Vergangenheit. Das In jener Zeit" ist immer Gegenwart. In jener Zeit" sind wir immer mitten drin. Jesus begegnete nicht nur den Menschen der damaligen Zeit. Jesus begegnet täglich auch dir und mir, vor allem im Gottesdienst der Kirche, aber auch in deinem persönlichen Gebet. Immer führt der Geist Gottes dich an jenen Ort, an dem Jesus auf dich wartet. Die Evangelien bieten uns dafür unzählige Musterbeispiele. Erkennst du sie in deinem Alltag wieder? Heute gibt es dafür eine besondere Gelegenheit und ein besonderes Stichwort, das zugleich die Krise unseres Glaubens signalisiert: In jener Zeit rief Jesus die Zwölf zu sich und sandte sie aus". Die Worte: Berufung und Sendung. Warum signalisieren sie die Krise des Glaubens? Weil wir Berufung und Sendung gerne verdrängen, so gerne, daß es kaum Nachwuchs für Priester- und Ordensberufe gibt. Ich wiederhole hier eine Bemerkung, die ich wiederholt schon gemacht habe: Es gibt auch heute eine Fülle von Berufungen, nur sind nur wenige Kinder, Jugendliche, Eltern bereit oder in der Lage, das überhaupt wahr zu nehmen. Wir müssen der Sensibilität für geistliche Berufung wieder Raum geben! Solche Empfindlichkeit der Seele muß gebildet werden, sie muß die Gebete tragen und in ihnen sich ausdrücken. Sie muß den Sonntag kennzeichnen. Sie muß unsere Bereitschaft anrühren. Wenn ich einen Ansatz dafür suche in der Palette unserer seelischen Empfindungen, dann drängt sich mir die Dankbarkeit auf, auf Griechisch: Eucharistia. In einer Anspruchs- und Protestgesellschaft verliert sich Dankbarkeit. Dankbarkeit übt sich ganz normal am Mitmenschen. Dann die Ehrfurcht, sie übt sich im Staunen vor allem Schönen und Guten. Dann die sogenannte Gute Meinung. Sie ist mehr, viel mehr als eine esoterische Art, die alles behauptet von einer höheren Sphäre aus zu sehen. Die Gute Meinung" ist soviel wie angewandtes Opfer. Sich in etwas fügen können, um die Sache nicht schlimmer zu machen und dabei wird es dir noch gelingen, das Beste herauszuholen. Die Gute Meinung" ist ein Geschenk des Gehorsams. Sie übt sich in dem schlichten Wort In Gott's Nam'!" Dabei wirst du immer wieder auf die Nase fallen, eben deine menschliche Unzulänglichkeit erfahren in Sünde und Nachlässigkeit. Darum gibt es das Ganze nicht ohne Buße und Versöhnung. Darum war der Prophet Amos fähig, seine Berufung zu erfahren nicht in einer großartigen Vision, wie sie Jesaia erfahren hatte. Amos erfuhr seine Berufung in Form einer Ausweisung aus seiner Heimat. Geh, flüchte in das Land Juda! Iß dort dein Brot und tritt dort als Prophet auf!" Der hl. Paulus
berichtet uns in anderer Weise von seiner Berufung. Hier erzählt er nicht, wie das damals
war, als er auf dem Ritt nach Damaskus vom Pferd fiel und die Stimme Jesu hörte. Im
heutigen Text beschreibt er den großartigen Inhalt der Berufung: die Erwählung seit
Erschaffung der Welt; die unverlierbare Gotteskindschaft. Die Entdeckung von Weisheit und
Erkenntnis, um in Christus die Fülle der Zeit heraufzuführen, bis alles in ihm, in Jesus
Christus vereint ist. Da erfahren wir übrigens, daß wir berufen sind nicht nur zur
Wiedervereinigung mit den christlichen Konfessionen, mit den Protestanten, den Orthodoxen,
den Anglikanern und so weiter, sondern auch mit den Juden. Ja sogar mit den anderen
Religionen: Und alles, was im Himmel und auf Erden ist, in ihm zu vereinen."
Dieser Dienst ist eine Riesenaufgabe, die unsere Generation und die auf uns folgenden weit
übersteigt. Aber der Geist ist uns dazu gegeben als erster Anteil des Erbes zum Lobe
Gottes. |
Gedenktage
| GEDENKTAGE: 16.07. Leonore Adamowski +1970, Jakob Laml +1985, Maria Huber +1987, Anna Haller +1989, Maximiliane Stierstorfer +1989, Paula Giglberger +1997, Paul Federl +1998; 17.07. Anton Riedl +1944, Max Strobel +1980, Karin Mattis +1986, Dieter Schindler +1989, Agathe Framersberger +1992, Horst Geier +1994, Georg Gugetzer +1998; 18.07. Maria Reichel +1976, Josef Kolasny +1986, Johannes Niedermair +1994, Karl Mayrhofer +1995; 19.07. Maria Wagner +1967, Anni Münch +1973, Alois Lang +1987, Johanna Tauz +1996; 20.07. Helga Stroux + 19?, Otto Specht +1968, Luise Sandmeyer +1981, Johannes Wohlfahrt +1985, Betty Gerschkowicz +1995, Therese Renner +1995, Josefine Stepper +1996; 21.07. Alois Wimmer +1965, Berndt Knauer +1976, Johanna Scheck +1981, Emil Haberkorn +1984, Ludwig Eibel +1992, Rosa Burow +1999; 22.07. Maria Horak +1980, Hans Spindler +1991, Pfr. Hermann Josef Zwiener +1991, Johann Plöckl +1996, Hans Frühholz +1997, Hermann Prey +1997. |
16. Jahressonntag
LESUNG I (Jer 23,1-6): |
"Ich selbst versammle den Rest meiner Schafe aus allen Ländern, wohin ich sie versprengt habe." |
| LESUNG II (Eph 2,13-18): | "Er vereinigt die beiden Teile." |
| EVANGELIUM (Mk 6,30-34):: | "Denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben." |
G O T T E S D I E N S T O R D N U N G
Sonntag
16. Jahressonntag |
Montag
Hl. Christophorus
+ um 250 |
Dienstag
Hl. Jakob, Apostel |
Mittwoch Hl. Joachim
und Anna, Eltern der Gottesmutter |
Donnerstag |
Freitag |
Samstag
Hl. Martha von Betanien |
Sonntag
17. Jahressonntag |
Predigt zum 16. Jahressonntag - Pfarrfest
Es ist ein schöner Zug von unserem Herrn, wenn er heute sich von seiner aktuellen Seite zeigt und uns auffordert, einen ruhigen Ort aufzusuchen. Stehen wir wirklich auf der aktuellen auf der vom Herrn gemeinten aktuellen Seite, wenn wir außer acht lassen, wie die Aufforderung am letzten Sonntag geheißen hat? Sonst hätten wir vorschnell bloß ein Stück für modisch erklärtes Evangelium herausgesucht, um unsere Willkür damit zu bestätigen. Am letzten, dem 15. Sonntag des Jahreskreises hatte der Herr ja auch einen Auftrag erteilt, wie hat er bloß gelautet? Hat er nicht die Zwölf ausgesandt, je zu zweit, und ihnen Vollmacht gegeben, die unreinen Geister auszureiben? Die Evangelien sind Fortsetzungsgeschichten, sie sagen uns das Ganze erst im Zusammenhang. Heute ist der Auftrag aktueller denn je. Dämonen austreiben, das müssen wir verstehen als missionarischen Auftrag. Wir sind missionarische Christen oder keine Christen. Das ist das Allererste, bevor wir uns überlegen, worin dieser Missionsauftrag besteht. Die Einladung, sich auszuruhen richtet sich an jene, die in der Erfüllung ihres Missionsauftrages müde geworden sind. Sind wir das auch, sind wir auch gekommen mit der Last einer ganzen Woche Missionsarbeit auf dem Buckel, oder suchen wir bloß unverbindliche Geselligkeit? Wir sollen unser Christsein als missionarisches Christsein verstehen. In einer Reihe von Beispielen hat Jesus das erläutert. Wenn er uns in der Bergpredigt sagt: Ihr seid das Salz der Erde (Mt 5,13). Und er erläutert: ein Salz, das schal geworden ist und nicht mehr zu salzen fähig ist, wird weggeworfen und zertreten. Und das andere Wort: Ihr seid das Licht der Welt. Ein Licht stellt man nicht unter einen Topf, sondern auf den Leuchter, So soll euer Licht den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und den Vater im Himmel preisen. Erreichen das die Christen? Damit ist ein Doppeltes gesagt und das ist sehr wichtig. Es gibt doch eine sogenannte Öffentliche Meinung. Sie umgibt uns, ist uns wie vorgegeben. Müssen wir in ihr leben? Wie mit angemaßter göttlicher Autorität benimmt sie sich. Und trotzdem: kein Mensch weiß so recht, woher sie kommt, was sie eigentlich meint und vor allem, was da verbindlich sein soll. Man wird den Eindruck nicht los, daß es sich in Wirklichkeit mehr um eine veröffentlichte Meinung handelt. Dabei kommt es darauf an, was da wie oder gleich gar nicht veröffentlicht wird. Die sogenannte öffentliche Meinung gibt nämlich bestimmte Ding gleich gar nicht zur Kenntnis. Und Viele trauen sich nicht, vor solche verlogener öffentlichen Meinung sich zu etwas zu bekennen. Denn diese sogenannte öffentliche Meinung, was ist sie oft anders als Hohn und Spott auf alles, was heilig ist und gut? Da gehören Dämonen ausgetrieben! Du mußt als erstes bereit sein, den Spott zu ertragen den du dafür erntest. Unter Spott verstehe ich nicht bloß das ausdrückliche Ausgelacht werden. Daher gehört auch das überheblich-höhnische Verschweigen, aber auch die spötterisch-falsche Darstellung. So kommen wir zum zweiten: wie geht das? Wie treiben wir Teufel aus, ohne als Exorzisten sich aufzuspielen? Da brauchen wir wieder bloß bei unserem Herrn und Meister in die Schule zu gehen. Ein Beispiel haben wir vor zwei Wochen gehört, wo die Landsleute Jesu ihn seiner Vaterstadt Nazareth an ihrem Unglauben haben auflaufen lassen. Lukas berichtet dazu, wie sie ihn aus der Stadt hinausdrängten auf den Berg hinaus, um ihn den Abhang hinunterzuwerfen. Um so eindrucksvoller ist dann, wie Jesu einfach mitten durch sie hindurchgeht und sie stehen läßt. Das Wort erregt Widerspruch. Das Wort entlarvt aber auch Feigheit. Oft genug wird berichtet, wie allein das Erscheinen Jesu den Widerspruch und zugleich die Feigheit der Dämonen provoziert. Der Eindruck drängt sich auf, daß das ganze Gekläffe von Widerspruch und Spott nur eines im Sinn hat, nämlich die Standhaftigkeit, das klare Bekenntnis der Christen zu provozieren. Feiges Stillhalten ist da Sünde, aus zwei Gründen. Erstens zeigen wir viel zuviel Respekt vor der Dämonie einer in Wirklichkeit eigenen Feigheit des Widerspruchs. Die Gegner schwächen nämlich ihre boshaften Behauptungen oft sehr schnell ab oder ziehen sie gleich zurück. Die Sünde liegt allerdings bereits weiter zurück. Viel leichter ist ja, daß gleich den Mund hält, wer sich selber unsicher ist, weil er die Weiterbildung des Glaubens vernachlässigt hat. Solche Weiterbildung des Glaubens geschieht vornehmlich durch das selbstverständliche Gespräch über Glaube und Kirche. Wer sich im Dialog fordern läßt, entdeckt überhaupt seinen Glauben! Da zeigt sich der zweite Grund der Sünde: Wir brauchen keine Angst davor haben, im Dialog zu versagen. Wir brauchen auch nicht um jeden Preis recht zu haben. Wir bekennen uns zum Wort Gottes, um der Wahrheit des Glaubens die Ehre zu geben und nicht aus persönlicher Eitelkeit, die andern wieder einmal zum Schweigen gebracht zu haben. Lassen wir ihrer Eitelkeit ruhig ihr Schlupfloch, in das sie sich zurückziehen können. Dann haben sie die Möglichkeit, nachdenklich zu werden. Wir wollen Menschen gewinnen und sie nicht besiegen. Wir dürfen ruhig bekennen, daß auch bei uns nicht alles Gold ist, was glänzt. Das gilt vor allem für das ökumenische Gespräch. Ich möchte alle herzlich willkommen heißen, die gekommen sind, die nicht der katholischer Konfession angehören. Vielleicht wäre es Zeit, sich gegenseitig deutlich zu machen, daß es das Christentum immer noch nur konfessionell gibt! Da gilt es auf allen Seiten, den Dämon der Unredlichkeit auszutreiben, der so tut als wäre alles gleich, weil wir doch den selben Gott haben. Ich wollte fast sagen: verehren. Aber dazu gehört mehr. Die nur denselben Gott haben erweisen der Ökumene den schlechtesten Dienst. Es gibt noch keine gemeinsame Eucharistie, darum kann ich auch keine gemeinsame Einladung dazu aussprechen. Ist ja recht, Abendmahl, Herrenmahl, Eucharistie. Aber woher haben wir sie, nicht nur als Gedächtnis des Ereignisses damals am Vorabend des Karfreitags? Vielmehr als aktuelle Gegenwart des in Wirklichkeit einen Ereignisses von Tod und Auferstehung Jesu Christi, des einzigen Opfers des Neuen Bundes, bei dem Jesus Christus in Gestalt von Brot und Wein zur leiblichen Nahrung geworden ist? Gibt es bereits eine gemeinsame Hierarchie von Bischöfen und Papst, die allein uns das Sakrament durch alle Jahrhunderte bewahrt hat und bewahren kann? Redlichkeit schließt Respekt voreinander ein und
ermöglicht ihn erst. Nicht wir und unsere Logik sind uns selbst Gerechtigkeit. Der
Herr ist unsere Gerechtigkeit. Daran hat uns der Prophet am Schluß der ersten
Lesung erinnert. Es darf unser Vertrauen beseelen, daß wir nicht ängstlich werden in
unserer Welt. Darum erinnere ich hier an die lieben Barmherzigen Schwestern und danke
ihnen herzlich, daß wir hier sein dürfen. An dieser Stätte des Gebetes und des Opfers. Ihr Pfarrer |
Gedenktage
| GEDENKTAGE: 23.07. Katharina Prenn +1958, Herbert Trattner +1980, Ida Berger +1985, Johann Thür +1990, Ella Waller +1994, Weihbischof Matth. Defregger +1995; 24.07. Julius Cardinal Döpfner +1976, Theresia Huber +1979, Resi Drum +1987, Walter Jacobi +1991, Johann Pelikan +19921, Maria Anna Gießler +1997; 25.07. Maximiliane Bantele +1983; 26.07. Felix Letter +1933, Franziska Putz +1977, Anna Sonnendorfer +1979, Luise Grain +1984, Katharina Kestel +1985, Ludwig Starzner +1988, Paul Piontek +1995; 27.07. Clara Dillmann +1946, Jakob Diepold sen. +1964, Winfried Vogel +1981, Johann Widmann +1985, Adam Dillmann +1985, Katharina Fesslmeier +1996; 28.07. Adam Vogler +1964, Josefine Liegl +1969, Johann Stepper +1970, Sr.M. Columbina Back +1998; 29.07. Anni Schwartling +1984, Ludwig Degele +1987, Anna Vogl +1993, Franz Xaver Trost +1996, Ida Dennemark +1996; 30.07. Claudia Mültner +1954, Walburga Ulrich +1959, Lina Breit +1964, Gottfried Seidl +1974, Doris Bauer +1987, Konrad Kobert +1992, Georg Schwartling +1993. |
Predigt zu St. Anna in Staucharting, 26. Juli 2000
Auch die Mutter braucht eine Mutter! Eine
Binsenwahrheit, möchte man meinen. Aber was gilt schon Wahrheit in unserer Zeit der
Willkür, der Einbildungen, der Egoismen. Hoffentlich ist die Natur stärker als alles,
was der Mensch mit ihr oder aus ihr machen will! Da findet sich eine bemerkenswerte
Aussage in einem liturgischen Lied des Meßbuches. Ein Gedanke, der sich sehr gut zu
unserem heutigen Festtag fügt. Für die Feier der Trauung ist da eine Präfation
vorgesehen, in der es heißt: "Du selber hast die Ehe gestiftet ... , du hast Mann
und Frau durch das Band unlösbarer Gemeinschaft vereinigt, damit sie in Eintracht und
Liebe miteinander leben. In deiner Weisheit ordnest du das Leben der Natur und das Leben
der Gnade: du segnest den Bund der Ehe mit Fruchtbarkeit und berufst die Kinder, die zum
irdischen Leben geboren sind, zur neuen Geburt in der Taufe durch unsern Herrn Jesus
Christus." Was hat uns Jesus doch heute in der kurzen Rede des
Evangeliums gesagt? Halten wir seinen Gedanken fest! Ihr seid selig! Denn eure Augen
sehen und eure Ohren hören. Amen, ich sage euch: viele Propheten und Gerechte haben sich
danach gesehnt, zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehene. Und zu hören, was
ihr hört, und haben es nicht gehört." Wenn wir es nicht sehen, dann ist das das
Versäumnis unseres Lebens! Wenn wir es nicht hören, dann ist das auch das Versäumnis
unseres Lebens! In einer kleinen Pfarrkirche in einem Hochtal Kroatiens
hab ich voriges Jahr im Urlaub ein Erlebnis gehabt, das mich unmittelbar getroffen hat.
Bei der Predigt am Sonntag sind an so einer Stelle die Leute dem Pfarrer gleich ins Wort
gefallen und haben geäußert, was sie empfinden. Welche Gedanken bewegen Euch da, wenn
gesagt wird: Ihr seid selig, denn eure Augen sehen .,.."! Seht ihr was? Ja
bestimmt seht ihr den schäumenden Saft, für den es sogar ein eigenes, wohlgehütetes
Reinheitsgebot gibt, der hernach Euern Durst löschen wird. Das darf gern sein,
schließlich sind wir mitten in Bayern und da wissen wir, was sich gehört, was Leib und
Seele zusammenhält. Aber es gibt nicht bloß den Leib, sondern auch die Seele. Der Leib
ist menschlich und die Seele ist durch Taufe und Firmung göttlich geworden. Uns wird also
auch der Durst nach Gott und seiner Wahrheit nicht in Ruhe lassen. Welche Gedanken bewegen
Euch also, wenn es heißt: Ihr seid selig, denn eure Augen sehen .,.."! Der Namenstag der hl. Mutter Anna", Das
unschätzbare Gut des Gottvertrauens", Das hohe Gut der Ehe". wie
sehr lohnt es sich, in jeder Not auf Gott zu vertrauen". Welch ein Segen ist
es, Kindern das Leben zu schenken und sie zu gut im Glauben zu erziehen!", und so
weiter. Nicht umsonst steht die Verehrung der hl. Mutter Anna und ihres Gatten Joachim so
hoch im Kurs des kath. Volkes, denn genau diese Gedanken, diese Erfahrungen sind es, die
unter dem Namen, unter dem Patronat der hl. Anna zu so vielen Beispielen der Tröstung,
des Friedens, der Zuversicht geführt haben. Wofür stehen also die Namen Anna und
Joachim? Denn beide werden bei der hl. Messe in einem Namenszug genannt, die Tugenden
Annas sind auch die Joachims und die Tugenden Joachims sind auch die Annas. Die Tugenden beruhen auf Tatsachen. Die Prinzipien des
Menschseins gibt es nicht ohne die Natur des Menschen, die so ist und nicht anders. Eine
ganz entscheidende natürliche Voraussetzung der menschlichen Gemeinschaft können wir so
ausdrücken: Die Mutter braucht selber eine Mutter, der Vater braucht selber einen Vater,
Vater und Mutter brauchen selber Eltern. Binsenwahrheit? Die Ehe ist die rechtmäßige,
heilige und unauflösliche Verbindung eines Mannes und einer Frau in der Erwartung, in der
Hoffnung auf Kinder. Binsenwahrheit, oder tut sich da Neues auf? Das entspräche der
Entwicklung auf vielen Gebieten unseres Lebens. Dabei geschieht Eigenartiges, ja
Ungereimtes, Widersprüchliches. Man tut so, als habe das Neue sich zu rechtfertigen.
Dabei wird das Alte diskriminiert, wie das geschieht mit den Begriffen
progressiv" und konservativ". Dann sind also jene
konservativ", welche die Ehe je einem Mann und einer Frau vorbehalten und jene
sind progressiv", die das Institut Ehe auch öffnen wollen für Mann mit Mann
und Frau mit Frau. In Wirklichkeit schließen die beiden Begriffe
konservativ und progressiv einander gar nicht aus, sie bedingen sogar einander.
Konservieren heißt ja, haltbar machen, wofür anders als für die Zukunft, für den
Fortschritt? Was stehen bleibt, brauche ich nicht zu konservieren. Es bleibt alles stehen
wie die Pyramiden in Ägypten. Wenn da etwas in Bewegung ist wie ein Flugzeug und ein noch
so kleines Bauelement ändert an entscheidender Stelle seine Funktion, dann kann es sein,
daß plötzlich die Gesetze der Bewegung ihre Tragfähigkeit verlieren und das Ding fällt
wie ein Stein zu Boden. Gott möge den 113 Leuten, die dabei ihr Leben verloren haben,
anstelle der Traumreise durch die Karibik die Verheißung des Himmels erfüllen Das sei
auch am heutigen Tag unsere christliche Fürbitte, das erfülle unser Mitgefühl mit den
Angehörigen. Das sei aber auch, eingedenk unserer eigenen Sterblichkeit unsere Sorge,
daß wir selber keines unversehenen Todes sterben. Unversehen, das heißt ohne mit den
Sakramenten der Kirche versehen zu sein! Damit wir an der Ewigkeit nicht scheitern. Da sind wir wieder mitten in der menschlichen Situation
unseres Lebens, unseres Alltages. Darum seien jetzt die grundlegenden Prinzipien des
menschlichen Lebens genannt, wofür Anna und Joachim stehen und wie sie die Kirche nach
wie vor verkündet. Ob das manche Leute als antiquiert-konservativ oder als aktuell und
progressiv einstufen: 1. Gott hat den Menschen als Mann und Frau erschaffen
und nicht als Tier. 2. Gott hat dem Menschen von früher Jugend an eine
tiefe Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit und Vereinigung mit dem andern Geschlecht
eingesenkt. Eine gute Menschheitserfahrung weiß, daß dazu nur ein langer Weg des Lernens
von Beherrschung von Verzicht, von Vertrauen, von Gehorsam und Opferbereitschaft führt. 3. Gott hat den Bund der Ehe als unauflösliches
Sakrament eingesetzt, weil er den Menschen dazu berufen will, seine eigene Treue zu uns zu
dokumentieren und weil schließlich die Liebe erst in der ehelichen Ausschließlichkeit
und Treue von der Verliebtheit zu ihre vollen Entfaltung heranreifen kann. 4. Erst der demütige Wille zur Vater- und Mutterschaft
berechtigt, ein Kind zu zeugen, weil kein Mensch das Recht hat, dem möglichen Kind den
Vater oder die Mutter zu verweigern. Vater und Mutter wird man aber niemals durch eine
bloße emotionale Zuneigung. Vater und Mutter ist niemand um seiner selbst willen, sondern
nur für das Kind. 5. Wer hat eigentlich den Vätern und Müttern das Recht
gegeben, auch nur ein einziges Kind zum Einzelkindsein zu zwingen, wo doch kein
Kindergarten den Wert geschwisterlicher Selbsterziehung ersetzen kann? Wer gibt den
Bauleuten das Recht, Städte zu bauen, in denen die Kinder keinen natürlichen Lebensraum
finden und wer gibt den Politikern das Recht, das alles seit vielen Jahren zu ignorieren?
Warum haben eigentlich Fachleute noch nicht entdeckt, wie viele Arbeitsplätze so verloren
gehen? 6. Erlaubt mir noch ein Wort zur Homosexualität. Ohne
Zweifel hat Gott Mann und Frau heterosexuell erschaffen. Wenn Mediziner und Psychologen
zur Zusammenarbeit fähig sind, sollen sie endlich erforschen, wie da etwas anderes
zustande kommt. Für den Betroffenen hat das mit Ehre nichts zu tun, es ist niemand
erlaubt, da irgend jemand zu diskriminieren. Aber eines zu sagen muß erlaubt sein: Es
kann doch nicht wahr sein, daß das Gebot der Keuschheit hier auf einmal aufhört, zu
gelten? Das würde alle Ideologie sofort keinen Boden mehr haben. Es gibt übrigens für
die Psychologen sehr wohl einen Umstand, den sie allerdings nicht weiterhin verdrängen
dürfen. Betrachtet man die Lage im Kontext mit parallelen Entwicklungen, dann fällt
sofort auf, daß sich die Sexualität bei uns weitgehend vom Leben getrennt hat und sich
im eigenen Ich gegen sich selber kehrt. 7. Ich freu´ mich über jeden Menschen, der versucht,
seinem Leben eine tragfähige Ordnung zu geben. Wo nötig muß der Staat mit seinen
Gesetzen dazu helfen. Aber er soll gefälligst die Finger lassen von der Würde des Lebens
und von der Zukunft des Volkes, wenn er sich selber nicht abschaffen will. Vergessen wir
nicht: hier spielt sich der letzte Überlebenskampf der marxistischen Ideologie ab. Die
Abschaffung der Ehe ist immer noch Teil des einschlägigen Manifestes aus dem 19.
Jahrhundert, als Geheimtip für die Abschaffung von Religion und Gottesverehrung. Wie hatten sich doch Joachim und Anna nach Kindern
gesehnt! Die Last der Diskriminierung bedrückte sie schwer, weil sie keine Kinder hatten.
Beide waren hochbetagt, als Gott doch noch ihren Kinderwunsch erfüllte. Maria hieß ihr
Töchterlein und in ihr wurden beide zu den Großeltern der ganzen Menschheit. Ein im Mittelalter beliebtes und in vielen Exemplaren
überliefertes Bildnis trägt die Bezeichnung Anna Selbdritt", wie Ihr sie in
Staucharting als kostbaren Schatz habt.: Großmutter Anna, die ihre Tochter Maria trägt,
die bereits selber Mutter geworden ist. In der Regel verkörpert Anna mit hoheitlicher
Gestik die unterweisende Frau. Laßt uns Joachim und Anna ehren, durch die der Herr
alle Völker gesegnet hat." So singt die Kirche heute zu ihrem hohen Fest. Dazu
bringt Ihr in bäuerlicher Tradition die Pferde, die treuen Helfer des Menschen, zum
Segen. Heute werden diese wunderbaren Tiere aus anderen Motiven genutzt: zu Freizeit und
Sport. Aber der Umgang mit ihnen bleibt. Lernt davon auch für den Umgang mit und unter
uns Menschen. |
Die Pfarrei ist Ihrer Mitarbeit Wert!
"ALLES
HAT SEINE ZEIT - Die Bibel und der Rhythmus des Lebens" 29.
Pfarrfest am Sonntag, 23. Juli Mit
dem Pfarrfest beginnt die Sonntags-Ferienordnung! Vor-Anmeldung
zur Pfarrwallfahrt am So. 24.Sept. zur sel. Kreszenz von Kaufbeuren Name
............................ Adresse + Telefon................... |
Kath.Pfarramt St.Korbinian, Unterhaching, Friedensplatz 3, Tel: 61 90 86, Fax 6116122. E-mail: St.Korbinian-Uhg@t-online.de Homepage: http://www.erzbistum-muenchen.de/stkorbinianunterhaching . Bürostunden: Mo.-Fr. 09.00-11.00. Mo.-Do. 14.00-16.00 Uhr. Sprechstd.des Pfarrers (Konrad Schmid): Mittwoch 17.00-18.00 u. nach (tel.) Vereinbarung. Diakon (Nikola Capin): nach (Mob-tel. 0170-2173498) Vereinbarung.