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Kirchenzettel

St. Korbinian

15. 04. 2001 - 29. 04. 2001

 

OSTERN 2001

 

Pfarrbrief 2001

 

 

St.Korbinian Unterhaching

Die neue katholische Schwangerschaftsberatung im Kontext
der Werteentwicklung in unserer Gesellschaft.

 

„Protest gegen den Ausstieg der Kirche aus der Beratung“; „Die Kirche läßt die Frauen in ihrer Not allein“. Ist es nicht seit gut einem Jahr immer wieder so in der Zeitung gestanden und in den Nachrichtenmedien so gesagt worden. Seltsame Logik! Der Papst hatte den deutschen Bischöfen dringend nahe gelegt, bei der notwendigen Schwangerstaftsberatung keinen „Schein“ mehr auszustellen. Der bewirke nämlich in vielen Fällen das Gegenteil, nämlich die Tötung eines Kindes, anstatt es durch die Mutter auszutragen und am Leben zu erhalten. Dafür und zu nichts anderem gibt es die Mutterschat, das neue Leben in ihr ist von Anfang an nichts anderes als menschliches Leben. Ihm steht deshalb personale Würde zu wie jedem anderen mit Leib und Seele begabten Menschen.

Allen Unheilspropheten zum Trotz: Die Kirche berät weiterhin Frauen, nur nicht mehr nach den Vorgaben des Staates, der ein nach wie vor verfassungswidriges „Abtreibungsgesetz“ aufgrund menschenunwürdiger „Fristenlösung“ durchsetzt.

Daß dies Thema unseres Osterpfarrbriefes ist, kommt von daher, daß wir alle hier vor einer Herausforderung stehen, die unsere radikale Umkehr verlangt. Ohne sie kämen wir höchstens zu einem eingebildeten Osterfrieden. Ihre Seelsorger können Ihnen jedoch nur den umfassenden Frieden wünschen und die vorbehaltlose Freude, die Jesu Auferstehung uns schenken will. Der Ursprung unserer Hoffnung ist die Auferstehung. Dazu wünsche ich Ihnen freimütigen, seligen Glauben

 

Ihr Pfarrer

Konrad Schmid

und Ihr Diakon
Nicola Capin

 

 

1. Ruf zur Umkehr

Was immer die Kirche macht, immer steht es im Zusammenhang mit dem Ruf Jesu nach Umkehr und seine Anwendung auf einen Aspekt unseres alltäglichen Lebens. Das gilt auch für die Praxis der katholischen Schwangerschaftsberatung. Eine Mutter mehrerer Kinder hat das deutlich zum Ausdruck gebracht, wenn sie sagt: „Ein Kind kommt immer zur Unzeit“. Es fragt nicht an: darf ich kommen, entspricht das Eurem Wunsch oder Eurer Lebensplanung? Ein Kind bringt immer etwas durcheinander, es sei denn, es wird vorbehaltlos angenommen.

Ein Kind kommt zur Welt, weil Gott es geschaffen hat Eltern schulden dem Kind ihre Bereitschaft. Darum lehrt der Papst keine Geburtenplanung, sondern Verantwortung der Elternschaft.

Geht das ohne Umkehr? Umkehr ist immer etwas Umfassendes. Nie kann ich umkehren nur in einer Teilfrage. Ich muß den ganzen Zusammenhang, also den Zusammenhang mit dem Ganzen im Auge haben, sonst wird Umkehr nie gelingen, weil die Voraussetzungen nicht stimmen. Die von uns geforderte Umkehr hat einen Namen, der sich mit dem Namen Jesu Christi verbindet: „Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf.“

Das Unwort „Abtreibung“:Die Bezeichnung „Abtreibung“ ist bereits Ausdruck der Herauslösung des ungeborenen Kindes aus der Lebensgemeinschaft mit der Mutter und auch der Familie. Sie verschleiert die wahre Natur des Ungeborenen als Menschenkind, als Kind Gottes und verdrängt seine Würde. Viele Christen haben sich dieses Unwort aufdrängen lassen. Bekundet es nicht die eigenartige Fähigkeiten, sein Gewissen zu ideologisieren, d.h. Seinen Spruch von bestimmten Bereichen auszugrenzen. Das meint der hl. Paulus, wenn er von denen spricht, „die keine Hoffnung haben“.Zur Schwangerschaftsberatung der Kirche speziell hat unser Kardinal in der Silvesterpredigt einiges klar gestellt:

„Beratungsstellen, die mit der Kirche verbunden sind, dürfen die vom Staat verlangte Beratungsbescheinigung nicht mehr ausstellen. „Eine kirchenunabhängige Einrichtung, welche eine Organisationsform weltlichen Rechtes hat, ist von der Entscheidung des Papstes nicht betroffen. Für solche Einrichtungen kann nicht der Anspruch erhoben werden, eine kirchliche oder katholische Beratungsstelle zu sein, auch wenn darin katholische Christen eine Beratung durchführen.“ ... „Ich hoffe, daß mit dieser Klarstellung und mit der Neuordnung der Beratung die Auseinandersetzungen zu Ende gehen und mit vereinten Kräften für den Schutz des Lebens der ungeborenen Kinder gearbeitet wird, und wir die Wahrheit in Liebe tun. Über diesem Zusammenhang ist es bedrückend, daß ein nicht geringer Teil der Bevölkerung die Auffassung vertritt, daß unter bestimmten Umständen menschliches Leben getötet werden dürfe. Die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens wird nicht mehr allgemein anerkannt. Dies zeigt sich bei der Beurteilung des therapeutischen Klonens, das in Grossbritannien vor kurzem gesetzlich geregelt wurde. ...

 

MAN DARF NICHT DEN EINEN TÖTEN, UM DEN ANDERN ZU HEILEN.

.. Wer auf dieser ethischen Grenzmarkierung menschlichen Tuns besteht, trägt keine ideologischen Scheuklappen, sondern verteidigt die Wahrheit und das Recht des Menschen auf Leben.“

 

Es wäre sehr gefährlich und dem Leben höchst unangemessen, würden wir eine Frage, bei der es um Leben oder Tod geht, lediglich damit lösen, daß wir dabei menschlichen Bedürfnissen gerecht würden. Bedürfnisse werden durch Rechte, nicht Rechte durch Bedürfnisse geregelt. Beachten Sie von daher einmal die 10 Gebote Gottes. Da lernen wir eindeutig, daß kein Gebot dem Mitleid geopfert werden kann. Eine Beratung im kirchlichen Auftrag kann sich da nicht nach einer Beratung staatlichen Rechtes richten.

Menschliche Bedürfnisse und nicht die Wahrheit vom Leben bestimmen auch die Bestrebungen, die uns bekannt sind unter den Stichworten Klonen und Euthanasie. Das kann hier nur vermerkt sein, um die ganze Bandbreite der einen Problematik zu kennzeichnen, die da heißt: wie gehen wir um mit dem Leben und mit dem immer noch gültigen Schöfpungsauftrag Gottes an die Menschen.

Es geht dabei um die rechte Gewichtung bei den kultureller Grundlagen. Damit beschäftigen wir uns in einem zweiten Kapitel.

 

2. Bei politischen Parteien finden wir immer noch kein Umdenken.

„In den Jahren unserer schwierigen und heroischen Geschichte haben wir es versäumt, den besonderen Rechten und Bedürfnissen der Frauen, die mit ihrer Rolle als Mutter und Hausfrau und ihrer unerläßlichen erzieherischen Funktion zusammenhängen, genügend Beachtung zu schenken. Heute engagieren sich die Frauen in der wissenschaftlichen Forschung, arbeiten auf Baustellen, in der Industrie und im Dienstleistungssektor und sind schöpferisch tätig und haben daher nicht mehr genügend Zeit, um ihren täglichen Pflichten zu Hause nachzukommen – dem Haushalt, der Erziehung der Kinder und der Schaffung einer familiären Atmosphäre. Wir haben erkannt, daß viele unserer Probleme – im Verhalten vieler Kinder und Jugendlicher, in unserer Moral, der Kultur und der Produktion – zum Teil durch die Lockerung der familiären Bindungen und die Vernachlässigung der familiären Verantwortung verursacht werden. Dies ist ein paradoxes Ergebnis unseres ernsthaften und politisch gerechtfertigten Wunsches, die Frau dem Mann in allen Bereichen gleichzustellen. ...

Mit der Perestroika haben wir angefangen, auch diesen Fehler zu überwinden. Aus diesem Grund führen wir jetzt in der Presse, im öffentlichen Organisationen, bei der Arbeit und zu Hause hitzige Debatten über die Frage, was zu tun ist, um es denn Frauen zu ermöglichen, zu ihrer eigentlichen weiblichen Lebensaufgabe zurückzukehren.“

Es handelt sich um ein Buch, das noch aus der Zeit vor dem Fall des „eisernen Vorhanges“ und aus dem Gebiet östlich dahinter stammt: aus Gorbatschows Buch „Perestroika“, herausgegeben im Herbst 1987 zuerst in Amerika und im gleichen Jahr noch im damaligen Westdeutschland.

Soweit Gorbatschow, und zwar noch in seinen Tagen als Generalsekretär der KPSU. Rings um ihn galt noch die volle stalinistisch-leninistische Ideologie, in der das Kommunistische Manifest eines Karl Marx noch volle Gültigkeit hatte. Darum einige Sätze aus der deutschen Ausgabe des Jahres 1872. Marx und Engels ihrer Vorrede folgende Bemerkung eingefügt: “Das Manifest ist ein geschichtliches Dokument, an dem zu ändern wir uns nicht mehr das Recht zuschreiben.“ Mit dieser Bemerkung maßen Marx und Engels sich an, dieses Manifest auf gleiche Ebene mit dem Evangelium stellen.Gorbatschow ist der erste aus dem sozialistischen Bereich, der diese Anmaßung in Frage stellt. Bezeichnenderweise haben seine demokratischen Genossen im Westen dies bis heute auf der ganzen Linie ignoriert. Die Aussagen des Kommunistischen Manifestes werden durch die jüngste Entwicklung voll bestätigt:

Die materialistische Ideologie des Kommunismus leitet die jeweiligen Bedingungen des Lebens in vollem Umfang aus materiellen Gegebenheiten her. Demgemäß weiß Karl Marx über die Familie folgendes zu sagen:

„Die Lebensbedingungen der alten Gesellschaft sind schon vernichtet in den Lebensbedingungen des Proletariats. Der Proletarier ist eigentumslos; sein Verhältnis zu Weib und Kindern hat nichts mehr gemein mit dem bürgerlichen Familienverhältnis. ... Die Gesetze, die Moral, die Religion, sind für ihn ebenso viele bürgerliche Vorurteile, hinter denen sich ebenso viele bürgerliche Interessen verstecken.“ ... „Das Proletariats, die unterste Schicht der jetzigen Gesellschaft, kann sich nicht erheben, nicht aufrichten, ohne daß der ganze Überbau der Schichten, die die offizielle Gesellschaft bilden, in die Luft gesprengt wird.“ An späterer Stelle steht dann das apodiktische Postulat zu lesen: „Aufhebung der Familie!“

Soweit Karl Marx. Jede Revolution nimmt ihren Ausgang und ihren Anlaß aus Ungerechtigkeiten, unter denen Viele zu leiden haben. Wenn sich mitreißende Vordenker finden, kann es gelingen, haßerfüllte und rachgierige Emotionen zu schüren, kraft derer dann mit bestimmten Zielvorstellungen Hoffnungen vortäuscht werden, die man sich gierig aneignet. Solche Dinge halten sich sehr lange, auch wenn sie von Grund her verlogen sind. Denn das das Entscheidende ist dabei weniger die Sache, als der Haß.

Der Marxismus leitet seine Gesetze von Emotionen her und wir haben wahrlich zu Genüge gesehen, welches Ausmaß an Leid und Zerstörung sich dadurch einstellt.

Ein von Emotionen befreites Denken setzt innere Umkehr voraus, ist Geschenk einer selbstkritischen Einstellung, die aber das beharrliche Gebet „im Geist und in der Wahrheit“ voraussetzt. Solches Beten ist die beste Schule für unabhängige Urteilsfähigkeit. Unser Gebet soll ja nicht aus irgendwelcher Launenhaftigkeit heraus geschehen, sondern in gehorsamer Anbetung in Freude und in Leid.

 

3. Warum nur Beratung „ohne Schein“?

Manche Themen laufen unter einem Titel umher, der über den Kern des Problems überhaupt nichts aussagt. Das hat sich herausgestellt bei der ersten Formulierung unseres Themas in der Einladung, wo es bloß heißt: „Kirchliche Schwangerschaftsberatung“. Was stellen wir uns darunter vor? Wir stellen uns das vor, wozu unsere Emotionen uns anregen. Dabei merken wir gar nicht, daß die Gefühle vieler Menschen längst in eine ganz bestimmte Bahn gelenkt sind und das geht sehr leicht. Wir müssen uns darum die Zeit nehmen, unser brandaktuelles Thema in umfassendem Zusammenhang vorzunehmen, wie ich es versuche in meinem Arbeitstitel.: „Die katholische Schwangerschaftsberatung im Kontext der geistigen Entwicklung nach Kriegsende“.

Schon das Thema „Schwangerschaftsunterbrechung“ gibt bereits eine ganz bestimmte Wertung wieder. Der Ausdruck „Unterbrechung“ besagt ja etwas Normales, Wertfreies. Unterbrechen, das machen wir doch in der Fastenzeit. Unterbrechen, innehalten, aufhören mit etwas, das nicht gut ist. Fasten, sich Abbruch tun, befinden wir uns da nicht im Bereich einer frommen Praxis, die uns zu christlichem Menschsein verhilft? Wer etwas Böses unterbricht, befindet sich bereits mindestens halbwegs auf dem Weg des Guten.

Derartige Denkspiele im Hinterkopf zeigen uns, daß wir leicht an der eigentlichen Problematik uns vorbeimogeln lassen. Das eindeutige Wort TÖTEN müßte vorkommen. Das aber bleibt verborgen: so deutlich drückt man sich doch nichtg aus! Das Wort Töten kann leicht unter den Tisch fallen in einer Zeit, in einer Gesellschaft, die den Tod längst aus ihrer Mitte verdrängt hat. Fällt da was auf? Gleichzeitig leben Filme von ergiebigen Einschaltquoten, in denen mit dem Leben höchst wegwerfmäßig umgegangen wird. Das Töten wird dort zum Nervenkitzel heruntergespielt und heruntergespult. Ein Umgang mit hohem Adrenalinkitzel. Spielt sich ja nur in der Flimmerkiste ab; daß gleichzeitig die Phantasie verdorben wird, weil schlechtes Beispiel immer auch den Charakter zu verderben geeignet ist, das wissen wohl die Psychologen, sie spielen den Umstand gleichzeitig herunter. Man kann doch das Geschäft nicht verderben und die jungen Leute müssen das Leben ungeschminkt kennen lernen. Bis sie zwanghaft-stur ausüben, wovon ihre Phantasie längst, ohne Gewissenskontrolle, längst erfüllt ist.

Das noch ungeborenen Leben wird nach gleichem Gesichtspunkt betrachtet. Man sieht ja nicht hinein in den Mutterleib. Was weiß man schon von so einem Wesen, keine 12 Wochen alt, ca. 7-8 cm groß, ausgebildete Arme und Beine hat, die Fußsohlen mit fertigen Zehen? Wie hat neulich der neue Bundeskultusminister Rümmelin gesagt: ein 14 Tage alter Fötus sei noch kein Mensch, weil er noch keine Selbstachtung habe. Die Frist der 14 Tage hat er dabei für das Klonen gebraucht.

Zu behaupten, der Embryo beginne erst von einem bestimmten Stadium an, Mensch zu sein, ist unwissenschaftlich.

Wann beginnt die Beseelung des Fötus? Sie beginnt nicht, sie ist da, nur von Anfang an da. Wenn Seele und Leib in so enger, unlösbarer Beziehung existieren, daß ihre Trennung zugleich den unwiderruflichen Tod bedeutet, dann können Leib und Seele nur von Anfang an in untrennbarer Koexistenz, ja in untrennbarer Personalität bestehen, weil eines der beiden ohne das andere nicht sein kann. Die Personwürde gibt es nicht erst in und mit einem bestimmten Entwicklungsstand. Den Menschen ohne Personalität gibt es nicht. Auch der Behinderte ist personaler Mensch. Unsere Rechtsprechung schließt übrigens den Embryo in die Erbfolge ein.

Über all das wird bei der „Beratung mit Schein“ einfach hinweggesehen. Ein eigenartiger Widerspruch: Es soll hilfsbereit hingeschaut werden auf die Not einer Schwangeren. Genau die so oft beklagte „Wegschau-Mentalität“ ergibt sich eigenartiger Weise im selben Moment, in dem die Personwürde des ungeborenen Kindes ignoriert wird bzw. gegenüber dem Recht auf das eigene Leben hintangestellt wird.

 

4. Wir bemühen uns um die Sicht des Ganzen.

„Schwangerschaftsberatung“ kann das Schicksal des ungeborenen Kindes niemals isoliert sehen und behandeln vom Gesamtkomplex: Familie, Weitergabe des Lebens in der Familie, von der Beziehung zwischen Freiheit und Menschenwürde und damit von der Beziehung zu Gott, besser gesagt: von der Verehrung und Anbetung Gottes. Wenn es stimmt, daß der Mensch von Gott geschaffen wurde nach seinem Bild und Gleichnis, dann ist es die erste Aufgabe des Menschen, Gott seinen Schöpfer zu erkennen, sein Angebot der Liebe zu beantworten, ihm zu dienen und einst auf ewig selig zu werden.

Das ist unser erster Ausgangspunkt. Schwangerschaftsberatung muß dann unbedingt gesehen werden von der Würde der Frau her. Wir Männer können uns kaum hineindenken in die Befindlichkeit, von welcher die Frau gesegneten Leibes umgeben ist. Ich kann nur in Erinnerung an die eigene Mutter erahnen, was es heißen mag, daß da ein Kind nicht anders existieren kann als auf Gedeih und Verderb in Symbiose mit der Mutter. Von ihrer natürlichen, biologischen Anlage her ist die Frau berufen, das Leben zu hüten. Darum gehören Vater- und Mutterschaft zusammen. Diese Berufung geht jedem weiteren gesellschaftlichen oder gar wirtschaftlichen Aspekt oder Anspruch voraus.

Die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts haben in bis dahin nicht vorstellbarer Weise dazu beigetragen, das Leben, das personale Leben zu entwerten, Es höchstens gelten zu lassen im Dienst einer Ideologie. Das blieb nicht beschränkt auf die Selektion in lebenswertes und lebensunwertes Leben, genausowenig auf den Soldatentod. Die Bombennächte haben das Leben von Zivilisten, von Frauen und Kindern grauenvoll in diesen Vorgang einbezogen. Übrigens auch bei der unmenschlich von den vier Mächten geplanten Vertreibung und Verschacherung von Millionen Menschen. War die „Endlösung der Judenfrage“ diktiert von unvorstellbarer unmittelbarer Menschenverachtung und Grausamkeit, so diese Vertreibung von unerfindbarem Zynismus mit dem erklärten Ziel: die werden sich dann schon gegenseitig zugrunderichten. Das sollten wir nicht vergessen wenn wir uns fragen, warum wir von einer schwangern Frau zu sagen uns so schwer tun, sie sei „gesegneten Leibes“, wir wir das im Gegrüßet seist du Maria auf die Gottesmutter selbstverständlich anwenden.

In der letzten Silvesterpredigt hat der Herr Kardinal die Einheit und Zusammengehörigkeit von Wahrheit und Liebe betont. Über die Ehe bekräftigte er die Lehre der Kirche: “Ehe und Familie gehören zu den tragenden Elementen der Gesellschaft, des Staates und auch der Kirche.“ Dann erinnert er an eine Pflicht des Staates, die sich logischerweise daraus ergibt: „Der Staat ist durch das Grundgesetz in die Pflicht genommen, Ehe und Familie in besonderer Weise zu schützen und zu fördern. Eine seiner vornehmsten Aufgaben ist es, möglichst gute Voraussetzungen zu schaffen, damit Ehepaare sich in Freiheit entscheiden können, Kindern das Leben zu schenken und sie auch nach ihren moralischen und religiösen Vorstellungen zu erziehen.“

Was bedeuten dem gegenüber die gegenwärtigen eindeutigen Vorhaben der rotgrünen Regierung, neben die Ehe als der Grunmdlage staatlicher Ordnung „alternative Lebensgemeinschaften“ mit gleichen Rechten auszustatten, eingeschlossen die Lebensgemeinschaft von Mann und Mann oder Frau und Frau?

Sie haben vor zwei Wochen bestimmt von Bestrebungen innerhalb der evang. Kirche gehört, die „Ehescheidung zu segnen“ Hat mich doch ein junger Journalist von einer Münchner Boulevard-Zeitung am Telefon gefragt, wie die Kath. Kirche sich da verhalte. Die Gesellschaft habe sich doch längst mehrheitlich für Scheidung entschieden, dem müsse die Kirche sich anpassen. Täuschen wir uns nicht! Auch in der Katholischen Kirche wird mit derartigen Ideen geliebäugelt. Vornehmlich dort, wo die Liturgie der Kirche als „Ritual“ gewertet wird, als lediglich gesellschaftlicher Vorgang Das „Ritual“ gibt es auch im Sozialverhalten der Tiere. Es lebt von der starren Regel. Es braucht nicht den personalen Anspruch des „Im Geist und in der Wahrheit“, das Kennzeichen der Anbetung ist seit Jesus von Nazareth, wie das in der Liturgie der Kirche und ihren Riten vorausgesetzt ist.

 

5. Geschichtlicher Werdegang dieser Ideen.

Im diesjährigen Fastenhirtenbrief schreibt Kardinal Wetter: „Wir lassen uns Bedürfnisse einreden“. Nicht nur Bedürfnisse; vorher werden Werte verhöhnt, Werte, umgeformt, Unwerte eingeredet. Das ist in den letzten paar Jahrzehnten gezielt geschehen. Dann spricht man entschuldigend von einem „Wertewandel“. Das derzeit sich in unserer Gesellschaft sich findende Wertebewußtsein ist weitgehend kaum kritisch reflektiert, ist kaum Frucht und Erkenntnis aus leidvoller Erfahrung. Es gibt über unsere persönliche Erfahrungen hinaus grundlegende „Menschheitserfahrungen“, für die das vergleichweise kurzen Leben eines Einzelnen niemals ausreichen könnte.

Es handelt sich dabei um ein dem Tagesverhalten übergeordnetes Bewußtsein. Nicht um eine Sinn-Erkenntnis, die unseren „Bedürfnissen“ folgt, um einen Sinn, den ein Verhalten hat, sondern um einen bedürfnisorientierten Sinn, den ich mache. Sie hören die sinn-lose Wendung heraus, wenn da gesagt wird, etwas „macht Sinn“.

Für diese Entwicklung nun einige Kostproben.

Die rot-gelbe Regierung Ende der 70er und 80er Jahre hat an einem Familienbericht gearbeitet, in dessen Vorentwurf folgende Zitate sich finden: (1974)

„Erziehung der Kinder ist eine gesellschaftliche Aufgabe besonderer Art und Bedeutung. Die Wahrnehmung dieser Aufgabe überträgt unsere Gesellschaft Familien und außerfamiliären Einrichtungen“

Das Kind ist nach heutigem Rechtsbewußtsein nicht als Objekt elterlicher Fremdbestimmung anzusehen“.

„Die Nichtübereinstimmung zwischen Vater und Mutter eröffnet den Kindern Möglichkeiten freier Entfaltung und eigener Originalität“

daß nicht legalisierte Partnerschaften, Wohngemeinschaften, Kollektive etc. gegenüber der historischen Form der heutigen Form der »Normalfamilie« nicht benachteiligt werden dürfen.

Zum Muttertag 1979 fand sich in der „Süddeutschen Zeitung“ folgende Glosse: „Wußten Sie schon, daß manche Kinder, die am meisten Grund zur Dankbarkeit hätten, ihren Müttern schon deshalb keine Blumen schenken können, weil sie nie geboren wurden“

Dann kommt natürlich die Rede vom „Recht auf Abtreibung“.

Die Herkunft derartiger Ideen aus der Mentalität des kommunistischen Manifestes von 1848 ist wohl offenkundig. Die Akteure der sogenannten 68er Jahre haben sich gewalttätig dafür eingesetzt, diese Ideen unters Volk zu bringen. Wenn ich an den hemmungslosen Wortschwall mancher derzeitiger Regierungsvertreter in Berlin denke, dann signalisiere ich damit, wie sich die Indoktrination damals bei Demonstrationen und sonstigen Veranstaltungen abgespielt hat und zwar mit logistisch geplanter Gewaltausübung. Wobei die Steine keineswegs bloß so einfach in die Luft geworfen wurden.

Erinnern wir uns: diese Indoktrination richtete sich gegen Staat und Gesellschaft. Gegen Autorität, gegen alles, was Institution ist. Damit sollte vor allem die Kirche getroffen werden, ohne sie dabei direkt anzugreifen. Alle Bindung sei gegen die Freiheit und darum mußten auch die 10 Gebote abgeschafft werden. Dazu hat man einfach den Menschen auf seine Bedürfnisse reduziert. Wir kennen die Parolen, die heute noch umlaufen. Gegen die Ehe als Institution: wozu brauchen wir den Trauschein, wenn wir uns lieben. Vater- und Mutterschaft werden weithin nicht mehr als juristisch notwendige Vorbedingung zur Weitergabe des Lebens gesehen. Dann natürlich die Entwicklung auf eine Ehescheidungsmentalität hin. Das wird unterstützt durch eine Einstellung der Ehe gegenüber als einer Chance gegenseitiger Bedürfnispflege. Solche Gesinnung erträgt natürlich die Ehe kaum als Institution.

 

6. Wie der Papst diese Entwicklung sieht

Am Hochfest Peter und Paul des Jahres 1995 hat Papst Johannes Paul II. einen Brief an sämtliche Frauen der Welt geschrieben. In fast hymnischer Weise redet er die Frau wie in Persona an und schreibt:

„Dank sei dir, Frau als Mutter, die du dich in der Freude und im Schmerz einer einzigartigen Erfahrung zum Mutterschoß des Menschen machst, die du für das Kind, das zur Welt kommt, zum Lächeln Gottes wirst, die du seine ersten Schritte lenkst, es bei seinem Heranwachsen betreust und zum Bezugspunkt auf seinem weiteren Lebensweg wirst.

Dank sei dir, Frau, als Braut, die du dein Schicksal unwiderruflich an das eines Mannes bindest, in einer Beziehung gegenseitiger Hingabe im Dienst an der Gemeinsamkeit und am Leben.

Dank sei dir, Frau als Tochter und Frau als Schwester, die du in die eigene Familie und dann in das gesamte Leben der Gesellschaft den Reichtum deiner Sensibilität, deiner intuitiven Wahrnehmung, deiner Selbstlosigkeit und deiner Beständigkeit einbringst.

Dank sei dir, berufstätige Frau, die du dich in allen Bereichen des sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen, künstlerischen und politischen Lebens engagierst, für deinen unverzichtbaren Beitrag zum Aufbau einer Kultur, die Vernunft und Gefühl zu verbinden vermag, zu einem Verständnis vom Leben, das stets offen ist für den Sinn des „Geheimnisses“, zur Errichtung wirtschaftlicher und politischer Strukturen, die mehr Menschlichkeit aufweisen.

Dank sei dir, Frau, im Ordensstand, die du dich nach dem Vorbild der größten aller Frauen, der Mutter Christi, des fleischgewordenen Wortes, in Fügsamkeit und Treue der Gottesliebe öffnest und so der Kirche und der ganzen Menschheit hilfst, Gott gegenüber eine „bräutliche“ Antwort zu leben, die auf wunderbarer Weise Ausdruck der Gemeinschaft ist, die er zu seinem Geschöpf herstellen will.

Dank sei dir, Frau, dafür, daß du Frau bist! Durch die deinem Wesen als Frau eigene Wahrnehmungsfähigkeit bereicherst du das Verständnis der Welt und trägst zur vollen Wahrheit der menschlichen Beziehungen bei.“

Der Papst kommt dann in seinem Brief an die Frauen auf die vielfältigen Benachteiligungen zu sprechen, welche das Schicksal der Frau in Geschichte und Gegenwart belasten. „Man denke nur daran, wie das Geschenk der Mutterschaft, dem doch die Menschheit ihr eigenes Überleben verdankt, oft eher bestraft als belohnt wird.“

Ich lasse den Papst weiter sprechen: „Wie könnten wir ... die lange und erniedrigende ... Geschichte der im Bereich der Sexualität gegenüber Frauen verübten Gewalttätigkeiten unerwähnt lassen? ... Im Namen der Achtung der menschlichen Person müssen wir außerdem Anklage erheben gegen die verbreitete, von Genußsucht und Geschäftsgeist bestimmte Kultur, die die systematische Ausbeutung der Sexualität fördert, indem sie auch Mädchen im jungen Alter dazu anhält, in die Fänge der Korruption zu geraten und sich für die Vermarktung ihres Körpers herzugeben.

Wieviel Hochachtung verdienen angesichts solcher Entartungen hingegen die Frauen, die mit heroischer Liebe zu ihrem Kind eine Schwangerschaft austragen, die durch das Unrecht ihnen gewaltsam aufgezwungener sexueller Beziehungen zustande gekommen ist; was nicht nur im Rahmen der Greueltaten vorkommt, die sich leider im Zusammenhang mit den auf der Welt noch immer so häufigen Kriegen ereignen, sondern auch in Situationen des Wohlstandes und de Friedens, die oft durch eine Kultur eines hedonistischen Permissivismus verdorben sind, in dem nur allzu leicht auch die Tendenzen eines aggressiven Männertums gedeihen. Unter solchen Umständen ist die Entscheidung zur Abtreibung, die freilich immer eine schwere Sünde bleibt, eher ein Verbrechen, das dem Mann und der Mitwirkung des Umfeldes anzulasten ist, als eine den Frauen aufzuerlegende Schuld.“

 

7. Gezielte Lügen und Halbwahrheiten

Wir müssen nun genau unterscheiden zwischen den schicksalhaften Anfechtungen gegenüber unserer Werteordnung, die aus Not und Elend kommen, und den gezielten Machenschaften, die sie auszuhebeln versuchen. Die schicksalhaften Anfechtungen betreffen Nöte und schmerzliche Erfahrungen, durch welche unsere Standfestigkeit ins Wanken gerät. Davon zu unterscheiden sind die beabsichtigen, ideologischen Anfechtungen, mit denen gezielt eine Werteordnung ins Wanken gebracht wird. Hier werden Halbwahrheiten ins Spiel gebracht und Selbstverständlichkeiten in ein falsches Licht gesetzt.

Ein Paradebeispiel dafür ist die Entwicklung in der Wertung der Homosexualität. Halbwahrheit: es wird zumindest nicht zugegeben, daß es wissenschaftlich noch nicht schlüssig erwiesen ist, ob es sich dabei um ein schicksalhaftes, vielleicht vererbbares Naturereignis handelt oder um eine Gegebenheit, die durch Umwelteinflüsse oder Erziehung oder psychologisch bedingt verursacht und damit mehr oder weniger heilbar ist. Wenn dadurch auch im konkreten Einzelfall die Situation nicht einfacher wird, so ist es doch wesentlich, welche Schlüsse daraus gezogen werden. Die Diskriminierung des Normalen ist jedenfalls offensichtlich.

Ein für uns wichtiger Gesichtspunkt scheint mir dabei fast völlig unterzugehen. Das Gebot der Keuschheit wird völlig ignoriert. Vielmehr ist das seit längerer Zeit als selbstverständlich vorausgesetzte Anspruchsdenken auf sexuelle Freizügigkeit in logischer Folgerichtigkeit auch auf die Homosexualität anzuwenden. Eine gezielte Parole aus der Protestgeneration, die zunächst für das vorgebliche Recht auf Tötung Ungeborener gedacht war, nämlich „mein Bauch gehört mir“, hat nämlich auch die zwar unausgesprochene Parole bewirkt: „meine Lust gehört mir“. Dabei stört auch die ideologische Inkonsequenz in keiner Weise, nämlich die Verantwortung gegenüber einer Sozialverträglichkeit bei allen Gegebenheiten des Leben. Gilt die auf linker Seite sonst nicht als absolut selbstverständlich? Sie ist ausgerechnet von dort her schmerzlos außer Kraft gesetzt. Dies sogar, wenn es um das Adoptionsrecht Homosexueller geht. Die verhängnisvolle psychische Langzeitwirkung auf das Kind spielt da keine Rolle, wo das Komische zur Norm geworden ist. Hat es vielleicht so etwas schon gegeben, daß zwei Männer als Vater und Mutter sich aufführen?

 

Zusammenfassung und Schlußfolgerung.

Was fällt auf? Es gibt eine gezielte Engführung der Problems auf Härtefälle, wobei das Normale aus dem Blickfeld gerät.

Die Kirche muß wieder ein Loblied singen vom Wert von Familie und Kind und Geschwistern, von der großen Aufgabe der Elternschaft. Vater und Mutter müssen zu Leitfiguren werden in unserer Kultur. Wo es Geschwister gibt, da werden auch die Alleinerziehenden nicht mehr gar so allein sein müssen. Lassen wir uns dieses Hohe Lied nicht vermiesen, so, als gäbe es nur lauter Probleme in den Familien. Würden wir die Idylle aus unseren Sehnsüchten vertreiben, könnten wir gleich ganz Weihnachten, Ostern und Pfingsten in einem abschaffen. Gerade hier aber erwächst eine grundlegende Sensibilität für Verständnis und Hilfsbereitschaft gegenüber Notleidenden. Nie aber konnte die Kirche eine Einstellung dulden, die solche Hilfsbereitschaft auf Kosten anderer empfohlen hätte. Vor allem nicht, wenn es auf Leben und Tod geht.

Als nächsten Wert ist hervorzuheben die Jungfräulichkeit. Diese Lebensform unterliegt seit Jahren geradezu einem Bombardement der Verunglimpfung und Verhöhnung. Ganz klar, daß gerade dies der neuen Ich- und Selbstverwirklichung entgegensteht. Vergessen wir nicht, daß ausgerechnet die Jungfräulichkeit es war, die einst die schier übermenschliche Kraft hatte, in die Öffentlichkeit in sozialer, in pflegerischer Hinsicht nachhaltig hineinzuwirken. Krankenpflege ohne Orden, geschichtlich undenkbar! Der Papst erinnert in seinem Brief an die Frau an „die gefühlsmäßige, kulturelle und geistige Mutterschaft, die wegen ihrer Wirkung auf die Entwicklung der Person und die Zukunft der Gesellschaft von wahrhaft unschätzbarem Wer ist.“.

Das alles muß zu Folgerungen führen in der Bau- und Wohnungsgesetzgebung.

Aus der großartigen Enzyklika „Fides et Ratio“ über Glaube und Vernunft des Hl. Vaters vom 14.Sept. 1998 möchte ich zwei Bemerkungen an den Schluß stellen. Die eine lautet:

„Die Wahrheit, die Gott dem Menschen über sich und über sein Leben übergeben hat, ist daher eingebettet in Zeit und Geschichte“. (11) Abgesehen von den geschichtlichen Bedingungen, welche unser Forschen und Lehren berücksichtigen muß, ist hier auch gesagt, daß „die Kirche strebt im Gang der Jahrhunderte ständig der Fülle der göttlichen Wahrheit entgegen, bis sich an ihr Gottes Worte erfüllen“. Das verlangt unsere ständige Aufmerksamkeit.

Und die zweite:

„Der Mensch von heute scheint immer wieder von dem bedroht zu sein, was er selbst produziert, das heißt vom Ergebnis der Arbeit seines Verstandes und seiner Willensentscheidung“. Die Gefährdung des Menschen durch den Menschen.

Der große heilige Seelsorgerbischof Karl Boromäus von Mailand, Staatssekretär Papst Pius IV im 16. Jahrhundert, hat einmal auch einmal über die Nöte seiner großen Veratntwortung sich geäußert Der portugiesische Erzbischof Braga schrieb ihm dazu:

„Du beklagst dich, das Hirtenamt sei ein Hindernis deiner Frömmigkeit. Es ist in Wirklichkeit nichts anderes, als die ständige Übung der höchsten Tugenden: der Liebe, der Gerechtitkeit und des Erbarmens“. Ob wir Kritik üben oder lehren, versuchen wir alles zu bewerten von der Warte des göttlichen Erbarmens. Für uns muß immer herauskommen der Dank für das Leben und für jede Freude.

 

IN DIE KIRCHE WURDEN AUFGENOMMEN
DURCH DAS SAKRAMENT DER TAUFE

2000
08.10. Kath. Heinisch
14.10. Anna Siebert
15.10. Franziska Greif
15.10. Marc Nagel
29.10. Lisa Biondi
04.11. Isabel Fischl
05.11. Isabella Bläsius
11.11. Mich. Burtscher
11.11. Hannah Frühbeis
10.12. Kevin Wichtler
25.12. Ant. Herrmann
2001
19.02. Lucas Hofer
27.05. Simone Giorno

 

DAS SAKRAMENT DER EHE HABEN SICH GESPENDET

2000
07.10.00 Mueller-Lechner
21.10. Meixelsberger-Stanner
21.10. Erben-Lang
30.12. Völkl-Berger

 

+ IN DEN FRIEDEN DES HERRN SIND EINGEGANGEN +

2000
22.09.00 Elis. Neugebauer
27.09. Stephan Palik
01.10. Ludw. Barstorfer
01.11. Maria Wottke
02.11. Anna Kath
04.11. Sonja Behrmann
14.11. Angela Reischl
20.11. Alfred Adamu
23.11. Maria Maerkl
29.11. Frieda Baum
??.12. Brigitta Reisser
??.12. Ernst Wach
06.12. Hildeg. Gutmann
07.12. Bernh. Krawczyk
07.12. Ros.Wohlmacher
10.12. Rupert Essl
12.12. Else Wirth
14.12. Georg Schafroth
18.12. Erich Stark
2001
00.01. Rudolf Rossmanit
08.01. Karl Wagner
10.01. Emmeran Perl
12.01. Alfons Grubmüller
13.01. Gerd.Trautmann
17.01. Eduard Imhof
31.01. Anna Stöckl
05.02. Helmuth Kranz
23.02. Friedr. Reinhold
20.03. Maria Stark

 

+ AUS DEM SCHWESTERNHEIM ST.KATHARINA LABOURE +

2000
09.11. Lorenz Jehle SJ
13.10. Eunomia Mueller
13.12. M.Gisla Schumm

 

G O T T E S D I E N S T O R D N U N G

Donnerstag GRÜNDONNERSTAG
12.04.
17.30 - 18.30 Beichtgelegenheit
19.00 Festmesse

Freitag KARFREITAG - FAST nd ABSTINENZTAG

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13.04.2001
10.30 Kreuzweg für Kinder
15.00 FEIER VON LEIDEN UND STERBEN CHRISTI
17.00 - 19.30 Betstunden am Hl. Grab und Beichtgelegenheit

Samstag KARSAMSTAG
14.04.
09.00 - 11.00 Betstunden am Hl. Grab
09.00 - 10.30 Beichtgelegenheit (Jesuitenpater)

Sonntag OSTERSONNTAG

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15.04.2001
05.00 Beginn der Osterliturgie. Siehe Pfarrbrief!
09.00 Singmesse
10.30 Familienmesse
          --.-- keine Abendmesse!

Montag OSTERMONTAG

16.04.2001
09.00 Festmesse (Chor s. unten)
10.30 Familienmesse
--.-- k e i n e Abendmesse

Di+Do+Fr >> Bitte Aushang beachten <<

Mittwoch 18.30 Rosenkranz
18.04.
19.00 Singmesse

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Samstag
21.04.
18.30
Rosenkranz und Beichtgelegenheit
19.00 Singmesse für Sonntag

Predigt zum Ostermorgen

 


Ostermorgen 2001

„Wir sind trotz des Geistes, der uns innewohnt, oft müde und furchtsam weil wir dem Geist Gottes nicht zutrauen, aus uns etwas zu machen". Wird es uns gelingen, an dieses Wort zu denken, wenn wir drüben über die Delpstraße laufen? Von ihm, dem von den Nazis hingerichteten Jesuitenpater Alfred Delp stammt dieses Wort. Es ist ein Appell an unseren Osterglauben, an den der Engel die Frauen erinnert hat: „Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten?" Kein Totengräber hat das gesagt; davon hat keine Ahnung der Mann im weißen Kittel mit der Todesspritze auf seinem Weg zum Schwerkranken. „Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten?" Nein, ein Engel mußte da sagen zu den Frauen, die ihren letzen Liebesdienst vorhatten und dabei mit ihren wohlriechenden Salben und Spezereien den Leichnam Jesu versehen wollten, solange das überhaupt noch möglich war. „Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten?" Bei den Toten sucht man nur Tote. „Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten?" Das werden auch wir gefragt an diesem wenn auch unfreundlichem Ostermorgen. Suchen wir nicht doch bei den Toten, als gäbe es keine Auferstehung, als wäre der nicht auferstanden, der uns Auferstehung und Leben gebracht hat? Wie weit geht denn unser Glaube an die Auferstehung? Das Angebot wird durch die Nachfrage geregelt in den Geschäften. Suchen wir nach Ostermotiven, zum Beispiel nach Glückwunschkarten – Die Deutsche Telekom verschickt Muster von Osterbriefen, kein einziges christliches Ostermotiv darunter! Wer nicht gerade im Fachgeschäft sucht, wird außer Kitsch nicht viel Brauchbares finden. Wie steht es mit unserer Nachfrage?

Die Bedürfnisse des Kunden Normalverbraucher werden längst unsinnig weit an unserer wahren Hoffnung vorbei kalkuliert. Merken wir, wie das den Bestrebungen entspricht, das Leben verfügbar zu machen? Wer die Verlogenheit nicht durchschaut, mit der man umworben wird, macht sich verfügbar. Verfügbarkeit: Ja zum Leben oder Nein, am Beginn des Lebens im Mutterleib. Verfügbarkeit: Ja zum Leben oder Nein, am Ende des Lebens. Und dann auf einmal das vorgebliche Ja zum Leben, um es künstlich zu verlängern, die Sterblichkeit hinauszuschieben, angeblich so autonom und frei uns selbstbestimmt. 80, 110, 130 Jahre und so weiter. Ständig aktiv, ständig gesund, ständig langweilig, oder was sonst? Sieht so das Ja zum Leben aus?

Auch der Sohn Gottes hat sein eindeutiges Ja zum Leben gesagt, wie es der Sänger des 40. Psalmes dem Messias in den Mund legt: „An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen, Brand- und Sündopfer forderst du nicht. Doch das Gehör hast du mir eingepflanzt; darum sage ich: Ja, ich komme. In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist. Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude, deine Weisung trag' ich im Herzen. Gerechtigkeit verkünde ich in großer Gemeinde, meine Lippen verschließe ich nicht; Herr, du weißt es. Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht im Herzen".

Ein Leben nach Gottes Willen hat seinen Auftrag, hat seine Berufung. Ähnlich wie das erzählt ist am Ende des Johannesevangeliums von Petrus: (1:18) „Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst".

Auch junge Leute müssen solches erfahren. Ein Aspekt des Lebens, der in keine Machbarkeit paßt. Es ist kein Kinderspiel, einer Berufung sich zu fügen. Der soeben zitierte Psalmtext lehrt uns, darauf zu achten, daß wir dazu das Gehör bekommen haben. Das Organ der Erwartung, der Sensibilität zwischen eigenen Träumen oder Lebensvorstellungen und dem Gebot der Stunde, aus dem Gott sprechen kann. Da ist es wichtig, aus der Osterbotschaft zu leben.

Und die sagt uns: Du wirst auferstehen. Da muß vorher ein Leben zuende gegangen sein. Da muß das große „Es ist vollbracht, Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist" ausgesprochen sein. Vollbracht sein kann nur, was auf ein Ziel gerichtet war. So laßt uns im Glauben an die Auferstehung dem Alltag zugewandt sein, wie Gott ihn uns schickt, und solange er ihn schickt. Dann dürfen wir Gottes Geist auch zutrauen, jeden von uns so zu führen, daß wir einmal dankbar sagen dürfen: Großes, Herr, hast du an uns getan!
Amen. 

 

Gedenktage

GEDENKTAGE09.04. Jakob Windstoßer +1964, Maria Sondermaier +1974, Anna Maier +1977, Ludwig Kottmüller +1980, Karl Hofstetter +1989, Norbert Pytlik +1990, Elisabeth Maier +2000; 10.04. Karl Fellner +1969, Margarethe Donhauser +1974, Therese Glas +1974, Josef Ritzl +1991, Paul Sinda +1992, Anna Hahn +1993, Elisabeth Killinger +1995, Helmut Baschnegger +1997; 11.04. Karl Swoboda +1950, Maria Absmeier +1975, Joseph Wachter +1980, Josefine Büttner +1992; 12.04. Ottilie Zettler +1939, Johann Wochner +1991, Martha Wenzel +1997, Paula Beldner +1998; 13.04. Rudolf Eberle +1989, Friedrich Calzavara +1992, Magdalena Schrafstetter +1993, Helmut Sturm +1995; 14.04. Franz Fußeder +1980. 15.04. Xaver Weiß +1944, Dr. Friedrich Fliedner +1959, Josef Haas +1976, Theresia Steiner+1978, Anna Engl +1984, Irene Huber +1988, Anna Christoph +1993, Josef Seemüller +1995, Maria Zöpf +2000; 16.04. Michael Rappl +1945, Johann Messmer +1980, Rosina Nobis +1991, Anna Frasinelli +1991, Leo Winterholler 1996, Georg Maier +1997; 17.04.Anna Gierl +1992, Josef Schwarz +1992; 18.04. Franziska Meier +1977, Hans Schwangler +1984, Theodor Liegl +1985, Herbert Pleithner +1986, Annemarie Perez +1990, Dora Stanek +1995, Andreas Bleisch +1996, Josef Barth +1998; 19.04. Anton Niegl +1971, Ludwig Hägele +1977, Heinrich Hoffmann +1986, Heinrich Peschka +1987, Karl Lipp +1991, Pfr. Josef Varnai +93; 20.04. Rosa Schmitt +63, Franz Xaver Menacher +65, Rosa Göttler +75, Josef Labusga +94; 21.04. Walburga Prill +74, Margarete Leonhardt +78, Theresia Steiner +78, Anna Hanke +83, Georg Ellinger +96.

 

G O T T E S D I E N S T O R D N U N G

Sonntag WEISSER SONNTAG
22.04.2001

08.30 Beichtgelegenheit
09.00 Singmesse
10.30 Familienmesse
19.00 Singmesse

Montag Hl. Georg +304
23.04.
07.00 hl. Messe im Kloster (tgl.)

Dienstag Hl. Fidelis v.Sigmaringen +1622
24.04.
07.15 hl. Messe

Mittwoch Evangelist Markus
25.04.
18.30 Rosenkranz
19.00 Singmesse

Donnerstag
26.04.
07.25 Kindermesse in der Schule

Freitag Hl. Petrus Canisius +1597
27.04.
07.15 hl. Messe

Samstag Hl. Petrus Canel +1841
28.04.
17.30 Beichtgelegenheit und Rosenkranz
18.00 Singmesse für Sonntag

2. Sonntag nach Ostern
29.04.2001

08.30 Beichtgelegenheit
09.00 Singmesse
10.30 Familienmesse mit Erstkommunion
19.00 Singmesse

 

Gedenktage

GEDENKTAGE22.04. Margarete Petzak +1979, Josefine Dempfle +1995, John Acker+1996, Ignaz Bäumel +2000; 23.04. Karl Seemüller +1971 , Ludwig Heigl +1975, Maria Billeriß +1981, Anna Weimann +1986, Rupert Eberl +1990, Johann Breitenwieser +1997; 24.04. Hubert Huber +1945, Josef Wambach +1974, Alfons Preitenwieser +1986, Franziska Rauscher +1994, Josef Merta +1998, Friedrich Wunsch +2000; 25.04. Paul Weiß +1945, Simon Niedermeier +1960, Dorothe Johannes +1980, Ignaz Hartl +1983, Helmut Brinkmann +1991, Helmut Weiß jr. +1993, Karolina Lattner +2000; 26.04. Christine Schmaus +1984, Maria Bichlmeir +1985, Anton Donhauser +1989; 27.04. Hildegard Reim +1975, Alice Chebotini +1991, Josef Sommer +1995; 28.04. Maria Prankl +1952, Maria Helmbrecht +1979, Johann Weininger +1981, Hermann Zierl +1993, Tito Cuneo +1994;

 

Termine und Mitteilungen

 

 

Unsere fleißigen Bastlerinnen bieten wieder Osterkerzl an: am Palmsonntag nach der
9-Uhr-Messe und am Ostermorgen.

Kirchenmusik am Karfreitag:
zur Kreuzverehrung aus Jos. Haydn, "Die sieben Worte des Erlösers am Kreuz": "Fürwahr, ich sage dir"; "Frau, hier siehe, dein Sohn".

Zur Kommunionausteilung: Antonio Caldara, Stabat mater.
Ostermontag, 9 Uhr: Große Orgelmesse in Es von Joseph Haydn für Soli, Chro und Orchester.

Im Beichtstuhl
erwartet zu den angegebenen Zeiten ein Jesuitenpater Ihren Besuch!
Strenges Karfreitagsfasten (bis Vollendung des 60. Lebensjahres: nur einmal
Sättigung, keine Fleischspeisen! (Wie nur noch am Aschermittwoch)

Termine

So.22.04. KAB-Emmausgang nach St. Anna, Harlaching. Treffpunkt um 13.00 am 60er Stadion Parkplatz bzw. Hochleitn.

Di.24.04. 19.30 Hoagartn im Pfarrheim mit Adi Stark, Einritt frei.

Mi.25.04. 14.00 Altenklub. Gäste willkommen!

Mi.25.04. 19.45 Pfarrgemeinderat

Di.01.05. 10.00 hl. Messe mit der KAB-Gruppe, anschl. Frühschoppen im Pfarrheim.

Mi.03.05. 20.00 Elternabend der Kommuniongruppe Pfarrer.

So.06.05. 11.30 Frühschoppen mit der Blaskapelle St.Korbinian

Di.08.05. 14.30 Frauenkreis, Gäste willkommen!

Mi.09.05. 14.00 Altenklub

Kath.Pfarramt St.Korbinian, Unterhaching, Friedensplatz 3, Tel: 61 90 86, Fax 6116122.
E-mail: St.Korbinian.Unterhaching@erzbistum-muenchen.de
Homepage: http://www.erzbistum-muenchen.de/stkorbinianunterhaching .
Bürostunden: Mo.-Fr. 09.00-11.00. Mo.-Do. 14.00-16.00 Uhr. Sprechstd.des Pfarrers (Konrad Schmid): Mittwoch 17.00-18.00 u. nach (tel.) Vereinbarung. Diakon (Nikola Capin): nach (Mob-tel. 0170-2173498) Vereinbarung.