Kirchenzettel
St. Korbinian
13. 08.
- 27. 08. 2000
19. und 20. Jahressonntag
JESUS - DAS BROT DES LEBENS
Die frohe Botschaft zum 19. Jahressonntag
| LESUNG I (1 Kön 19,4-8): | "Er aß und trank und legte sich wieder nieder." |
| LESUNG II (Eph 4,30-5,2): | "Ahmt Gott nach als seine geliebten Kinder." |
| EVANGELIUM (Joh 6,41-51): | "Ich bin das Brot des Lebens." |
Die frohe Botschaft zu Maria Himmelfahrt
| LESUNG I (Offb 11,19; 12,1-6.10)): | "Der Tempel Gottes wurde geöffnet." |
| LESUNG II (1 Kor 15,10-27): | "Wie in Adam alle sterben, werden in Christus alle lebendig gemacht werden." |
| EVANGELIUM (Lk 1,39-56): | "Wer bin ich, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?" |
G O T T E S D I E N S T O R D N U N G
| Sonntag 19. Jahressonntag Hl.
Hippolyt +235 13.08.2000 09.00 Beichtgelegenheit 09.30 Singmesse 19.00 Singmesse |
Montag Hl. Maximilian Maria Kolbe +1941 |
Dienstag MARIÄ
AUFNAHME IN DEN HIMMEL |
Mittwoch Hl. Stephan von Ungarn +1038
|
Donnerstag |
Freitag |
Samstag Hl. Johannes Eudes
+1680 |
Predigt zum 19. Jahressonntag
| Der hl. Matthäus zitiert bei dem Bericht über die Versuchung Jesu durch
den Teufel die Antwort Jesu an den Satan, als dieser ihm anbot, er solle doch aus Steinen
Brot machen: Nicht nur vom Brot lebt der Mensch, sondern von jedem Wort, das aus
Gottes Mund kommt. Daß Brot, von Menschen gebacken und daß Wort, aus Gottes Mund,
das eine und das selbe Angebot Gottes an uns sein kann, das ist die Lehre, die der hl.
Johannes uns heute vorlegt. Als Johannes die Rede Jesu von Kapharnaum in sein Evangelium aufnahm, da hatte die junge Kirche bereits einige Jahrzehnte allsonntäglich Eucharistie gefeiert. Gegen die Wende vom ersten zum zweiten Jahrhundert nach Christus wurde das aufgeschrieben. Es ist uns wohl einsichtig, daß für eine Feier wie die hl. Eucharistie damals längst eine theologische Verarbeitung nötig war. Ist es doch heute nicht anders. Was wir oft und immer wieder tun, das kann an Aufmerksamkeit verlieren. Es schleicht sich eine ungute Gewöhnung ein, die dazu führt, nichtmehr das zu tun, was Jesus aufgetragen hat. Die Reformation hat in der Feier des Vermächtnisses Jesu sowie in seinem Verständnis eine schier unüberbrückbare Mauer aufgebaut zu katholischem Glauben und Tradition. Solche Tendenzen sind bereits in der jungen Kirche aufgetaucht und haben vor allem im Lauf der Kirchengeschichte immer wieder zu ernsten Auseinandersetzungen darüber geführt, ob den Jesus wirklich in den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig sein könne. Die Kirche hat am Glauben am Geheimnis der leiblichen Gegenwart des Herrn in der hl. Messe und an der Verehrung und Anbetung der hl. Eucharistie immer festgehalten. Heute bedrängt uns eine neue Häresie. Viele meinen, es wäre nicht nötig, jeden Sonntag, also regelmäßig an der hl. Messe teilzunehmen. Man könne auch so genausogut, oder auch besser Christ sein. Das letzte Konzil und danach der römische Katechismus betonen: Die Eucharistie ist die Mitte und der Höhepunkt des Lebens der Kirche. Diese Einsicht ist eine typische Frucht der Frömmigkeit. Einer Frömmigkeit, die einmal eucharistische Frömmigkeit genannt wurde. Uns allen täte ein bischen mehr davon gut. Dazu gehört übrigens auch die Marienverehrung. Ich denke da an das Lied des hl. Thomas von Aquin, das im Gotteslob unter der Nr. 544 steht. Wir kennen den lateinischen Text pange linga groriosi. Die zweite Strophe heißt: Von der Jungfrau uns geboren ward Gott Sohn uns Menschen gleich kam zu suchen, was verloren sprach das Wort vom Himmelreich, hat den Seinen zugeschworen Allezeit bin ich bei euch. Sprachlich und auch musikalisch eine hervorragende Schöpfung, getragen von tiefster Ehrfurcht und Frömmigkeit. Die einfachste Frömmigkeit weiß um eine Dimension unseres Lebens, die sich nicht mißt mit naturwissenschaftlichem Koordinatensystem, sondern mit dem Gespür für das Geheimnis, und das ist die Mystik. Mystik ist die Art und Weise, die Nähe des Geheimnisses zu erfahren und ihm mit aller Zurückhaltung zu begegnen. Die Liebenden müßten davoneine Ahnung haben. Für sie sind die bildhaften Vorstellungen, mit denen sie von einander träumen, reale Erfahrung. Auch und gerade weil sie von der Unzulänglichkeit ihrer Denkweisen wissen. Grundsätzlich ist es bei den Geheimnissen des Glaubens nicht anders. Und doch ist etwas dabei ganz anders. Alle Träume der Menschheit werden dabei von der Wirklichkeit Gottes überholt. Gott, der Unzugängliche, wird uns nahe, greifbar nahe. Wenn der Täufling aus der Taufe gehoben wird, dann ist es Gott, der den Menschen in seinen Armen hält. Wenn der Priester bei der hl. Beichte die Lossprechung spricht, ist Christus es, der dem reuigen Sünder sagt: Dir sind deine Sünden vergeben! Wenn der Bischof den Firmling mit hl. Öl salbt, dann ist es der Hl. Geist persönlich, der den Menschen stärkt und erleuchtet. Wenn dem Gläubigen das heilige Brot gereicht wird, dann hast du Jesus Christus empfangen, den Sohn der jungfräulichen Mutter Maria. Wenn der Schwerkranke die heiligen Salbung empfängt, dann legt dir Christus die Hände auf und heilt dich von Sünde und Angst. Er nimmt dein Leiden an wie sein eigenes und bekräftigt dich, das eigene Kreuz zu tragen. Wenn Braut und Bräutigam bei der Trauung das Jawor sprechen, dann werden sie geweiht für den heiligen Dienst der Liebe und Treue, die sie nun ein Leben lang einander schenken und nun gottes Liebe unter uns Menschen sichtbare Beispiele schenken. Das alles können wir nur erfassen in mystischer Offenheit. Das heißt. Daß wir im Setzen der sakramentalen Zeichen Gottes heilenden Händen unser Herz öffnen zur Erlösung der Welt. In zweierle Hinsicht nehmen wir dabei die hl. Maria in unser armseliges Leben hinein. Wie Maria vor ihrem Göttlichen Kind und später erwachsenen Sohn sind wir hin und hergerissen zwischen Glauben und Wirklichkeit. Wir glauben an das Unsichtbare, das wir eben nicht sehen können. Bei der Hochzeit von Kana macht sie ihren jetzt erwachsene Sohn auf die Not des Gastbebers und Bräutibams aufmerksam. Dabei handelt sie sich scheinbar eine schroffe göttliche Brüskierung ein: Frau, was geht das mich und dich an? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Und dann geht diese großartige Frau zu den Dienern und sagt ihnen: Jetzt fragt nicht lang, sondern tut alles, was er euch sagt. Sieben Schmerzen, sieben Stunden leidvoller Erfahrung hat die katholischen Frömmigkeit in der hl. Schrift entdeckt, bei denen Maria mit ihrem Glauben an ihren göttlichen Sohn ganz allein gelassen war. Als achte könnte man heute dazufügen: die Stunde des Letzten Abendmahles. Weder Maria nocht irgend eine andere jener Frauen, die Jesus so nahe standen, durften dabei sein, als Jesus die ersten Priester weihte.Mit den orthodoxen Kirchen ist die katholische sich darin einig, Maria als die Königin der Martyrer, ja als die Königin der Engel selig zu preisen. Wir dürfen unserer Kirche gerade um der Eucharistie willen sehr dankbar sein, daß sie unter keinen Umständen von der Verehrung der Gottesmutter läßt. Gerade in dieser Verbindung wird uns zugänglich, was Mystik ist. Natürlich verehren wir in der Eucharistie eine geistige Wirklichkeit, essen eine geistliche Speise und trinken einen geistlichen Trank. Aber eben nicht eine bloß gedachte, eine ohne greifbares Ziel, also doch wieder frustrierte Einbildung. Nein. Maria hat den Göttlichen Sohn dem Leibe, ihrem und seinem Leibe nach geboren. Was die Hochzeit von Kana ganz weit weg ahnen läßt, ist Verwandlung und Gegenwart in der Eucharistie: die Auferstehung ist nicht geschehen in eine weltferne Weite hinein, sondern in die Gegenwart unsere Altäre. Und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Es ist der Auferstandene, aber der geschichtliche Jesus, der in unser Herz kommt. Wir werden die hl. Eucharistie und mit ihr die Sakramente um so besser verstehen, wenn
wir Gotten Nähe suchen. Seine im hl.verwandelten Brot berührbare, ja genießbare Nähe.
Und wenn wir die eucharistische Gegenwart Jesu im Tabernakel nicht vergessen, sondern
anbetend uns ihm nahen. Und wir tun das um so lieber, als wir die Himmelskönigin anrufen
dürfen: und nach diesem Elend zeig uns Jesus, die gebenedeite Frucht deines Lebes,
Jesus, o gütige, o milde, o süße Jungrau Maria. |
Predigt zu Maria Himmelfahrt
Es scheint vielleicht nicht ganz passend zum heutigen Tag, wenn ich unsere Gedanken auf
die alten Leute lenke. Aber schließlich sucht Maria heute im Evangelium ihre alte Base
Elisabeth auf. Sie tut das bestimmt nicht bloß als die wohlerzogene Nichte, der sie, wie
sie von Verkündigungsengel erfahren hatte, an die Hand gehen möchte, weil diese im hohen
Alter noch Mutter werden soll. |
Gedenktage
| GEDENKTAGE: 13.08. Monika Vogler +1926, Josefa Weinberger +1969, Marie Herglotz +1985; 14.08. Franziska Gömmel +1982, Resi Horn +1995, Anna Specht +1996; 15.08. Oswald Jemetz +?, Monika Simeth +19?, Xaver Weiß +1944, Karolina Diem +1969, Ilse Zandl +1981, Maria Herzog +1986, Reinhard Einsfeld +1994, Maria-Theresia Obermaier +1999; 16.08. Eva Pichen +1973, Georg Ziegler +1979, Johann Sondermeier +1981, Johann Selbeck +1986, Max Schopper +1987, Elisabeth Silbernagl +1988; 17.08. Stefan Graßl +1977, Franziska Schropp +1982, Josef Fenzl +1985, Olga Huber +1995; 18.08. Johann Kratschmar +1987, Kathi Germaier +1988, Rosa Reinhard +1989, Peter Bürgle +1993; 19.08. Georg Vogl +1977, Martin Weingartner +1989, Sr. Maria Giselia Geier +1989, Maria Bernard +1995.. |
Die frohe Botschaft zum 20. Jahressonntag
| LESUNG I (Spr 9,1-6): | "Laßt ab von der Torheit, dann bleibt ihr am Leben." |
LESUNG II (Eph 5,15-20): |
"Begreift, was der Wille des Herrn ist." |
EVANGELIUM (Joh 6,51-58): |
"Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?" |
G O T T E S D I E N S T O R D N U N G
| Sonntag 20. Jahressonntag Hl. Bernhard v. Clairaux +1153 20.08.2000 09.00 Beichtgelegenheit 09.30 Feldmesse mit dem Trachtenverein im Klostergarten 19.00 Singmesse (bei schlechtem Wetter nächsten Sonntag!) |
Montag Hl. Pius X +1914 |
Dienstag Maria Königin (Regina)
|
Mittwoch Hl. Rosa von Lima +1617 |
Donnerstag Hl. Bartholomäus, Apostel |
| Freitag Hl. Ludwig +1270; Hl. Josef von Calasanza +1648 25.08. 07.30 hl. Messe |
| Samstag 26.08 18.30 Beichtgelegenheit und Rosenkranz 19.00 Singmesse für Sonntag |
| Sonntag 21.Jahressonntag Hl. Monika +387 27.08.2000 09.00 Beichtgelegenheit 09.30 Singmesse wenn es am 20.Aug. geregnet hat: Feldmesse mit dem Trachtenverein im Klostergarten 19.00 Singmesse |
Gedenktage
| GEDENKTAGE: 20.08. Anton Grund +1954, Gertrud Volk +1977, Otto Lehner +1993, Therese Renner +1995; 21.08. Lorenz Daffner +1949, Kazmer Badtky +1970, Alois Dietl +1971, Regina Wiesheu +1982, Fritz Pernikar +1987, Friedrich Gierl +1998, Maria Betz +1998; 22.08. Martin Feigl +1976, Thomas Wein +1979, Maria Wilk +1993, Maria Korda +?; 23.08. Sofie Gerstmeier +1987, Marianne Kamp +1997; 24.08. Georg Stöckert +1944, Franz Eckert +1980, Johann Elsinger +1982, Antonie Fuß +1983, Hedwig Hinterkircher +1985, Brigitte Schelle +1988, Anny Seidl +1995, Hedwig Kruppa +1997, Helene Scholz +1997; 25.08. Helmut Albert +1926, Katharina Held +1966, Jakob Betz +1971, Johann Doll +1988; 26.08. Emmeram Haller +1964, Franz Schabinger +1977, Georg Lechner +1977, Christian Müller +1989, Auguste Kolasny +83,Manfred Nadler +94, Hermine Weisser+87, Georg Schoierer+93, Alfred Schell +94. |
Die Pfarrei ist Ihrer Mitarbeit Wert!
| Pfarrwallfahrt zur sel. Kreszentia Höß in Kaufbeuren am 24. Sept. Beginn in St. Cosmas und Damian. Die Kirche in Straßdorf im Westen Kaufbeurens wurde 1494 zum Dank für Errettung aus einer fürchterlichen Pest (1482-84) erbaut, seit der Barockzeit ein Kleinod fröhlicher Frömmigkeit. Wegen der frühen Zuwendung Kaufbeurens zum Protestantismus erlosch die Verehrung des hl. Brüderpaares, die Kirche verkam. 1627 kamen im Zuge der Gegenreformation die Jesuiten von Füssen nach Kaufbeuren. Sie errichteten in der Kirche die "Marianische Kongregation" zur Erneuerung des kath. Glaubens. Eine zweite, verheerende Pestepidemie (2000 Todesopfer) führte zur Neubelebung der Verehrung des hl. Ärztepaares. Nach dem zweiten Weltkrieg beschlagnahmte die US-Armee die Kirche für die Seelsorge an ihren Soldaten; 1959 wurde sie der deutschen kath. Militärseelsorge überlassen. Cosmas und Damian. Wer den "alten", römischen Meßkanon kennt, weiß, daß die beiden Arzt- und Apothekerbrüder dort genannt sind. Sie haben zur Entstehungszeit des Kanons auch in der Westkirche große Bedeutung gehabt. Sie stammen aus dem Osten (heutige Türkei). "Sie heilten Mensch und Tier" kostenlos. Weil sie sich unter den Kaisern Diokletian und Maximian standhaft weigerten, aus der Kirche auszutreten, wurden sie (287/303) hingerichtet. Ihre aktuelle Bedeutung für das Berufsethos der Apotheker und Ärzte dürfte klar sein. Als Chemiker und als Arzt dem Leben zu dienen, das verlangt klares Bekenntnis zu den christlichen Werten. Die Jesuiten haben erkannt, wie bedeutsam ihr Beispiel ist für den Erhalt und für die Neugewinnung des katholischen Glaubens. Obwohl selber arm, hatte Kreszentias Vater eine verantwortliche Funktion, vor allem der sozialen Fürsorge, in der Kaufbeurer Marianischen Kongregation. "Sehen und gesund werden", besonders in seelischen Nöten. Das ist das große
Geschenk von St. Cosamas und Damian in Straßdorf. Ob das keinen werten Auftakt bietet
für unsere Wallfahrt zur sel. Kreszenz, der großen Realistin "vom Dulden zur
Versöhnung"? Die sel. Kreszentia wird nächstes Jahr heilig gesprochen. Mehr über
sie im nächsten Kirchenzettel. |
Kath.Pfarramt St.Korbinian, Unterhaching, Friedensplatz 3, Tel: 61 90 86, Fax 6116122. E-mail: St.Korbinian-Uhg@t-online.de Homepage: http://www.erzbistum-muenchen.de/stkorbinianunterhaching . Bürostunden: Mo.-Fr. 09.00-11.00. Mo.-Do. 14.00-16.00 Uhr. Sprechstd.des Pfarrers (Konrad Schmid): Mittwoch 17.00-18.00 u. nach (tel.) Vereinbarung. Diakon (Nikola Capin): nach (Mob-tel. 0170-2173498) Vereinbarung.