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Kirchenzettel

St. Korbinian

12.08. - 26.08.2001

 

WIE MARIA

 

DIE FROHE BOTSCHAFT ZUM 19. JAHRESSONNTAG


LESUNG I (Weish 8,6-9): 

"Sie sollten zuversichtlich sein."

LESUNG II (Hebr 11,1-2.8-19):

"Sie haben bekannt, daß sie Fremde und Gäste auf Erden sind."

EVANGELIUM (Lk 17,32-48): 

"Fürchte dich nicht, du kleine Herde."


DIE FROHE BOTSCHAFT ZUM 20. JAHRESSONNTAG

LESUNG I (Jer 38,4-10): 

"Zieh den Propheten Jeremia aus der Zisterne herauf."

LESUNG II (Hebr 12,1-4):

"Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet."

EVANGELIUM (Lk 12,40-53):

"Ich muß mit einer Taufe getauft werden und bin sehr bedrückt, solange sie noch nicht vollzogen ist."

 

DIE FROHE BOTSCHAFT ZU MARIÄ HIMMELFAHRT

LESUNG I (Offb 11,19.12,1-10): 

"Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel."

LESUNG II (1 Kor 15,20-27): 

"Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod."

EVANGELIUM (Lk 1,39-56):

"Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib."

 

G O T T E S D I E N S T O R D N U N G

Sonntag 19. Jahressonntag
Sel. Karl Leisner Neupriester +1945
12.08.2001

09.00 Beichtgelegenheit
09.30 Singmesse
19.00 Singmesse

Montag Hl. Pontianus und Hippolyt +235
13.08.
07.00 hl. Messe im Kloster (tgl.)

Dienstag Hl. Maximilian M. Kolbe +1941
14.08.
07.30 hl. Messe

Mittwoch MARIÄ AUFNAHME IN DEN HIMMEL
15.08.
09.30 Singmesse mit Kräuterweihe

Donnerstag Hl. König Stephan von Ungarn +1038
16.08.
07.00 hl. Messe im Kloster

Freitag
17.08.
07.30 hl. Messe vom Tag

Samstag 18.30 Beichtgelegenheit und Rosenkranz
18.08.
19.00 Singmesse für Sonntag

Gedenktage

GEDENKTAGE: 12.08. Maria Engelhard +1958, Anna Dorrer +1974, Werner Bergmann +1986, Fritz Anderl +1990, Ronny Kern +1997, Lotte Zellner +?; 13.08. Monika Vogler +1926, Josefa Weinberger +1969, Marie Herglotz +1985, Albert Ammann +1998; 14.08. Franziska Gömmel +1982, Resi Horn +1995, Anna Specht +1996, Helene Gohla +2000; 15.08. Xaver Weiß +1944, Karolina Diem +1969, Ilse Zandl +1981, Maria Herzog +1986, Reinhard Einsfeld +1994, Maria-Theresia Obermaier +1999, Oswald Jemetz +19?, Monika Simeth +19?, ; 16.08. Eva Pichen +1979, Georg Ziegler +1979, Johann Sondermeier +1981, Johann Selbeck +1986, Max Schopper +1987, Elisabeth Silbernagl +1988, Max Schopper +1987; 17.08. Stefan Graßl +1977, Franziska Schropp +1982, Josef Fenzl +1985, Olga Huber +1995; 18.08. Johann Kratschmar +1987, Kathi Germaier +1988, Rosa Reinhart +1989, Peter Bürgle +1993,
Lina Weiß +?.

 

G O T T E S D I E N S T O R D N U N G

 

Sonntag 20. Jahressonntag Hl. Johannes Eudes +1680
19.08.2001

09.00 Beichtgelegenheit
09.30 Feldmesse mit dem Trachtenverein im Schwesterngarten
19.00 Singmesse

Montag Hl. Bernhard v. Clairvaux/ +1153
20.08.
07.00 hl. Messe im Kloster (tgl.)

Dienstag Hl. Pius X +1914
21.08.
07.30 hl. Messe

Mittwoch Maria Königin (Regina)
22.08.
18.30 Rosenkranz
19.00 Singmesse

Donnerstag Hl. Rosa von Lima +1617
23.08.
07.00 hl. Messe im Kloster

Freitag Hl. Bartholomäus. Apostel
24.08.
07.30 hl. Messe

Samstag Hl. König Ludwig +1270; Hl. Josef v. Calasanza +1618
25.08.
18.30 Beichtgelegenheit und Rosenkranz
19.00 Singmesse für Sonntag

Sonntag 21.Jahressonntag
26.08.2001

09.00 Beichtgelegenheit
09.30 Singmesse
19.00 Singmesse

 

GEDENKTAGE: 05.08. Georg Vogl +1977, Martin Weingartner +1989, Sr. M.Giselia Geier +1989, Maria Bernard +1995; 20.08. Anton Grund +1954, Gertrud Volk +1977, Otto Lehner +1993, Therese Renner +1995; 21.08. Lorenz Daffner +1949, Konrad v. Wangenheim +1953, Kazmer Batky +1970, Alois Dietl +1971, Regina Wiesheu +1982, Fritz Pernikar +1987, Friedrich Gierl +1998, Maria Betz +1998; 22.08. Martin Feigl +1976, Thomas Wein +1979, Maria Wilk +1993, Maria Korda +19?; 23.08. Sofie Gerstmeier +1987, Marianne Kamp +1997; 24.08. Georg Stöckert +1944, Franz Eckert +1980, Johann Elsinger +1982, Antonie Fuß +1983, Hedwig Hinterkircher +1985, Brigitte Schelle +1988, Anny Seidl +1995, Hedwig Kruppa +1997, Helene Scholz +1997; 25.08. Helmut Albert +1926, Katharina Held +1966, Jakob Betz +1971, Johann Doll +1988.

 

Predigt zum 19. Jahressonntag

 


Predigt zum 19.Jahressonntag 2001

... Und es ist uns viel gegeben! Es ist viel unserem Auge gegeben, zu sehen. Begreifen oder werden wir begreifen, was wir sehen dürfen, was wir gesehen haben? Welsche Auskunft gibt uns das Evangelium des hl. Lukas darüber?

Wenn die Urlaubszeit vorüber sein wird, dann werden die Menschen einander erzählen: was hast denn du alles gesehen? Wichtiger wäre es, wenn wir hinzufügen könnten: welche Erkenntnisse habe ich, hast du gewonnen aus all dem, was du gesehen, was du erlebt hast? Greifen wir also den Faden auf, den die heutige Sonntagsbotschaft uns zuwirft. Sie will uns den Blick schärfen dafür, was uns an vielfältigen Reichtümern gegeben ist. Übrigens, ohne daß wir dazu eine Reise unternehmen müßten. Kontrollieren wir dazu, wie unser Auge durch das Evangelium des hl. Lukas in diesem Jahr geschärft wird.

Im Evangelium des 2. Adventsonntages wurden wir an die Botschaft des Propheten Jesaja erinnert: „Und alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt“. Im 7. Kapitel präzisiert das Jesus den beiden Boten des Täufers Johannes gegenüber: „Geht und berichtet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen wieder, Lahme gehen, und Aussätzige werden rein; Taube hören, Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet“. Um derartige Erfahrungen aufleben zu lassen, brauchen wir nur den Versuch zu machen, alles wegzudenken, was durch den Glauben der Kirche unser Leben geprägt hat um dann zu erkennen, wir armselig wir ohne all das dahinvegetieren müßten.

Die Schlußfolgerung, die Jesus zieht, verweist uns darauf, daß rechtes Sehen nicht so einfach geschieht. Die Fotolinse kann sich nicht aussuchen, was sie sehen will. Sie sieht und erkennt alles, was Licht und Schatten umreißen. Sie kennt keinen Willen, bestimmte Sachen zu sehen und andere nicht zu sehen. Sie kennt keine Sehnsucht. Das menschliche Auge ist bestimmt von Sehnsucht, von Furcht und Befürchtung. Darum fügt Jesus den Boten des Johannes gegenüber an: „Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt“. Diese Sorge belegen Jesu weitere Worte:

„Als die Boten des Johannes weggegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden; er sagte: Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt? Oder einen Mann in feinen Kleidern?“

Im 8. Kapitel bei Lukas heißt es: „Da sagte er: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen. Zu den anderen Menschen aber wird nur in Gleichnissen geredet; denn sie sollen sehen und doch nicht sehen, hören und doch nicht verstehen“.

Es wurden und werden immer wieder dicke Bücher geschrieben über Jesus von Nazareth. Mit vielen interessanten Erkenntnissen und Details. Das Wichtigste fehlt oft in solchen Büchern: daß wir vor ihm, dem Gottmenschen, unser Knie beugen und ihn anbeten, denn Er ist der Herr der ganzen Schöpfung. Solche Autoren und Wissenschaftler hören, doch sie verstehen nicht, daß Jesus als Gott und Mensch in Bethlehem geboren wurde, daß er mit Leib und Seele, wahrhaft und wirklich gegenwärtig ist im heiligsten Sakrament des Altares. Eine eucharistische Gemeinschaft wird es erst geben, wenn alle, die sich daran beteiligen wollen, mit uns singen können: „Jesus, den verborgen jetzt mein Auge sieht, stille mein Verlangen, das mich heiß durchglüht, laß die Schleier fallen einst in deinem Licht, daß ich selig schaue, Herr, dein Angesicht“.

„Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden“. Darum erinnert uns der hl. Lukas an das bekannte Jesuswort: „Niemand zündet ein Licht an und deckt es mit einem Gefäß zu oder stellt es unter das Bett, sondern man stellt das Licht auf den Leuchter, damit alle, die eintreten, es leuchten sehen“. Und „Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht. (10:24) Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört“.

Befürchten wir, daß wir auch sehen, und doch nicht sehen, hören und doch nicht hören? Was dann? Lassen wir das Lukasevangelium weiter sprechen. Suchen wir dazu die Heilung des Blinden.

„Jesus blieb stehen und ließ ihn zu sich herführen. Als der Mann vor ihm stand, fragte ihn Jesus: Was soll ich dir tun? Er antwortete: Herr, ich möchte wieder sehen können. Da sagte Jesus zu ihm: Du sollst wieder sehen. Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen. Da pries er Gott und folgte Jesus. Und alle Leute, die das gesehen hatten, lobten Gott. (18,40ff)Zu rechtem Sehen, zu rechtem Hören, zu rechtem Erkennen der Wahrheit, die uns geschenkt ist, kann nur die Gnade Gottes verhelfen. Gott will nicht erkannt werden durch die Neugier des Menschen und noch weniger von seiner Eitelkeit. Gott gibt sich den Demütigen zu erkennen. Dazu gehört auch eine Erkenntnis, die alles erst ins rechte Lot bringt. Es ist die große, befreiende Botschaft der Vergänglichkeit. Einer Vergänglichkeit, die nicht ins Leere weist, sondern die ein ganz großes Ziel hat. „Wenn der Herr des Hauses wüßte, zu welcher Stunde der Dieb kommt, würde er verhindern, daß man in sein Haus einbricht. Haltet darum auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht vermutet“. Darum fügt das Schlußkapitel des Evangeliums hinzu: „Man wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen“.

Drum liebe ich jenes Gebet so sehr, das die Kirche bei der hl. Messe nach dem Vaterunser einfügt, vor der großen Schlußlobpreisung: „Erlöse uns, Herr, vor allem Bösen ... bewahre uns vor Verwirrung und Sünde, damit wir voll Zuversicht das Kommen unseres Erlösers Jesus Christus erwarten“. Das Vaterunser, das Gebet um das Gottesreich, das darf uns nicht in Sicherheit wiegen, als wäre alles schon unser Besitz. Nein, noch müssen wir um den Frieden bitten, noch sind wir Kinder der Not. Ich denke, daß hier deutlich wird, warum die Kirche in den beiden ersten Lesungen uns erinnert hat an den das große Glaubensereignis des Auszuges Israels aus Ägypten und an das große Glaubenszeugnis der Stammeseltern Abraham und Sarah.

Auch wir dürfen uns der großen Hoffnung rühmen. Denn wir haben das Privileg, wir haben den Reichtum der Erwartung, daß Gottes Reich kommen wird mit großer Macht und Herrlichkeit.
Amen.

 

Kräuterweihe

 


Die Schöpfung ist nichts als Ökologie. Eine Binsenwahrheit? "Natürlich!". Eine Binsenwahrheit" nennen wir eine allgemein bewußte Selbstverständlichkeit, an der es nichts

zu klären gibt. Inzwischen haben auch die grünsten Ideologen erkannt, daß nicht die Bibel schuld ist an ökologischen Sünden, sondern Leute, die Gottes Wort verachten. Christen entdecken immer mehr einschlägige Texte in hl. Schrift und Liturgie.

Wovor wir uns hüten müssen: Vergötzung der Natur. Derartiges wurde grundsätzlich ad absurdum geführt in Gen. 1,14: Erst nach den grünen Pflanzen (III. Tag) werden die Leuchten am Himmel erschaffen (IV.Tag), wie mit dem Reißnagel am Himmelsgewölbe angepickt; nix mehr von heidnischer Vergötzung! Die Gestirne werden viel mehr in dienende Verhältnismäßigkeit zu den übrigen Geschöpfen verwiesen.

Maßnahmen des Umweltschutzes müssen immer im rechten Verhältnis stehen zu anderen Erfordernissen des Lebens, am rechten Ort und zu rechter Zeit.

Das als Hintergrundwissen für die Kräuterweihe an Mariä Himmelfahrt. Blumen und Kräuter als Gegenstand und Träger des Segens. So sieht die Kirche das Schöpfungsgebot für den Menschen, über die Erde zu "herrschen" (Gen 1,28), als "Herr" sich zu benehmen, als Wesen mit Würde und Verantwortung, die darin gipfelt, Gottes Segen auf uns zu bitten.

Für Mo. 13. Aug. lädt Frau Lioba Dirnecker zum Kräutersammeln ein. Treffpkt. an S-Bahn Furth um 17 Uhr (Abfahrt Uhg S-Bahn um 16.50 Uhr) Wer mitmachen will braucht nur zu kommen.

Ihr Pfarrer

 

Predigt zu Mariä Himmelfahrt

 


Mariä Himmelfahrt 2001

Menschlich gesehen könnte ich jetzt sagen: eine Frau muß her zum Predigen heute. Denn was heute im Evangelium vorkommt, das ist doch typisch Frauenbotschaft. Mütterliche Freude, mütterliche Erfahrung.„In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib“. Aber es geht im Evangelium nicht darum, ein frauliches emotionales Empfinden zu bewundern. Elisabeth sagt es deutlich: „Wer bin ich, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ Es geht um eine doppelte prophetische Erkenntnis. Das spürbare Jauchzen des kleinen Johannes in ihrem Leib sagt ihr: der hat den hohen Besuch erkannt, den Marie in ihrem Schoß mitgebracht hat. Elisabeth hat den Vorgang mit prophetischen Geist gedeutet, was dann Maria in den ebenso prophetischen Hymnus gekleidet hat, den wir das Magnificat nennen: „Er, der Mächtige, ... er zerstreut, die in ihrem Herzen voll Hochmut sind, ... er denkt an sein Erbarmen, das er unseren Vätern verheißen hat.“

Die Stunde der Erlösung ist gekommen. Heute, am Fest Mariä Himmelfahrt, ist diese Erlösung für Maria endgültige Sicherheit geworden. Gott hat sie mit Leib und Seele in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen.

Gehen wir nicht vorbei an der Begleitumständen, welche dieses Ereignis mit lärmendem Radau verfolgen. Der unheildrohende, giftsprühende Drache, der die Frau und ihr Kind verschlingen möchte. Wer leugnet da eigentlich noch den Satan, der allerorten in unserer Welt die Spuren seines unheilvollen Wirkens unübersehbar hinterläßt? Steckt hinter dem Grauen der Kriege etwa bloß ein Kinderschreck? Kann eine noch so enttäuschte Liebe sich in so unsäglichem Leid versündigen an unschuldigen Scheidungswaisen? Steht eine noch so irregeleitete Begehrlichkeit, die den Namen Liebe nicht verdient, in verstehbarem Verhältnis zu der Aids-Krankheit, mit der ebenfalls unschuldige Kinder angesteckt werden?

Eine der vielgepriesenen Errungenschaften unserer Zeit heißt „Selbstverwirklichung“, heißt „Emanzipation“, heißt „Selbstbestimmung“ und so weiter. Wenn dergleichen Lebenshaltung als angebliche „Tugend“ sich findet hinter vielen der Singles-Haushalte, in vielen kinderlosen Wohnungen und Wohngemeinschaften, wieso zeitigt das alles eine derart verhängnisvolle gesellschaftliche Wirkung, die sich zeigt in einer umgedrehten Alterspyramide, im Fehlen von Arbeits- und vor allem Pflegekräften? Warum wird den jungen Müttern von Politikern und Gewerkschaftlern vorgegaukelt, es wäre besser, die minderjährigen Kinder in die Krippe zu geben, als sie mütterlich zu umsorgen? Wer verführt das Denken von Kommentatoren derart, daß sie in überheblichem Ton die mütterliche Sorge für die Kinder als überholtes museales Familienmodell hinstellt?

Die Begegnung der beiden Frauen Maria und Elisabeth zeigt uns: das menschliche Denken ist ein personaler Vorgang. Ein Vorgang der Verantwortung und der Ehrfurcht. Zwei Frauen, deren Denken nicht mit der Gewissensfreiheit angefangen hat, sondern deren Denken angefangen hat im Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes. So haben sie staunend erkannt, daß Gott dem Menschen die Freiheit geschenkt hat, damit er gehorsam sein kann. Erst in Bindung an die gottgegebenen Werte werden wir uns der Verantwortung gegenüber der Menschenwürde bewußt. Das steht alles im Magnificat.

So wird der Mensch frei von der Bedrohung durch den Bösen. So werden wir empfänglich für Gottes Segen.

Wo kein Gift ist, da wachsen Blumen. Der Kirche geht es nicht um die Reinigung der Welt von den Giften in der Umwelt. Dazu haben wir Menschen die Vernunft. Der Kirche geht es um das Gift des Bösen, das den Verstand zur Sünde verführt. Darum ruft sie uns auch heute zu: Bekehrt euch zum Gehorsam gegenüber Gottes Geboten. Gebt Gott die Ehre! Das bringt euch eine geistige Gesundheit, die wichtiger ist als die des Leibes. Lobet den Herrn, dann können sogar die Blumen und Kräuter Träger des Segens werden.
Amen.

 

Predigt zum 20. Jahressonntag

 


20. Jahressonntag 2001 / Trachtlerfest

Die Vorgänge um die Landwirtschaft im den letzten Monaten haben etwas zutage gebracht, was in meinen Augen weit schlimmer erscheint, als die unmittelbaren Anlässe von den Viehkrankheiten Maul-und Klauenseuche und BSE. Es ist doch erschreckend, wenn die ganze Problematik einseitig von unseren Ansprüchen her beurteilt wird und damit jene an den Pranger gestellt werden, die tagtäglich menschliche Arbeit und Gottes Segen verbinden. Landwirtschaftliche Programme allein können der Natur schaden, das haben wir gelernt. Wehe, wenn die Fachleute verlernen, daß an Gottes Segen alles gelegen ist.

Wir feiern heute die Sonntagsmesse in Gottes freier Natur. Die Feldfrüchte werden reif oder sind bereits geerntet. Die festlichen Gewandungen vieler Frauen, Männer und Kinder unter uns nehmen sich aus wie ein Festhalten einer Reife in festlichem Blütenstand. Umherschauend bleiben mir natürlich nicht die Frauen in einer ganz anderen Tracht verborgen. Die Barmherzigen Schwestern, deren täglicher Umgang mit Kranken, Schwerkranken und Sterbenden erfüllt war. Der Segen, den sie gestiftet haben, heißt Barmherzigkeit. Auch Medizin und Gesundheitswesen dürfen das Gottvertrauen nicht entsorgen, wenn an seine Stelle nicht unmenschliche Horrorvisionen einbrechen sollen.

Wir dürfen die alte Wahrheit nicht vergessen, an die uns dieser Sonntag erinnert. Daß der Mensch mit all seinem gescheiten Wissen allein die Ursache allen Unheils unserer Welt nicht einfach abschaffen kann. Wir brauchen dazu das Feuer des Heiligen Geistes, mit dem Jesus heute Zwietracht in uns entfachen will gegen Sünde und Tod. Der Hebräerbrief hat uns darum die Mahnung ins Stammbuch geschrieben, die lautet:

Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet.“ Das Wort Widerstand kommt mir so bekannt vor. Alljährlich gibt es dafür als Gedächtnistag den 20. Juli. Doch da gibt es einen Hacken. Den Männern des 20. Juli hat ihr Widerstand das Leben gekostet und damit unsägliches Leid für ihre Angehörigen, Sippenhaft und andere Drangsale. Die Widerständler haben gewußt, was sie riskieren.

In späteren Jahren ist es gelungen, den Widerstand zu einer mehr oder weniger intellektuellen Modeerscheinung zu machen. Dabei braucht nichts riskiert zu werden als Verunsicherung derer, gegen die man sich stellt.

Heute platzt dieses Wort in unseren Sonntagsgottesdienst herein. Sollen wir dieses Wort einfach übergehen? Dann müßten wir ehrlicherweise auch die erste Lesung übergehen, müßten das Evangelium verschweigen.

„Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet.“ Diese Bemerkung aus dem Hebräerbrief erlaubt uns nicht, das Schicksal des Propheten Jeremia bloß als Historie zu nehmen. Jeremias hatte in den Tagen der Belagerung Jerusalems durch die Babylonier an das Volk antinationalistische Reden gehalten. Man hat ihn dafür in die Zisterne geworfen. Man hätte es gern gehabt, daß er bei den Ratten verhungert wäre.

Menschen der Bosheit sind zu solchem Vorgehen fähig. Das wird uns heute als Einstimmung auf das Evangelium vorgehalten. Welche Botschaft wird uns darin verkündet? Eine Botschaft über die Taufe, die wir nicht gewohnt sind und eine Botschaft über die Familie, die nicht in unsere gängige Lehre paßt.

Die Botschaft über die Taufe. Eine Vorbedingung für die hl. Taufe ist, daß der Täufling, oder im Fall von dessen Minderjährigkeit die Eltern als die Erziehungsberechtigten, sich zum Glauben der Kirche bekennen. Vorher müssen wie widersagen. Sie müssen dem Satan widersagen und seiner Verführung. Sie müssen ihr Treuebekenntnis zu Christus und seiner Kirche ablegen. Das macht den Weg dazu frei, durch das Sakrament der Taufe zum Kind Gottes zu werden.

Dieses Treuebekenntnis muß künftig den Taufeltern etwas deutlicher zum Bewußtsein gebracht werden. Die bloße Rede von der Kindschaft Gottes läßt sich leicht auf das Gleis eines unverbindlichen Christseins schieben, so daß der Bekenntnischarakter unserer Zugehörigkeit zur Kirche sich schnell verwischt. „Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet.“ Das Traditonschristentum hat sich längst ins Gegenteil verkehrt. Das wird deutlich, wenn aus der Kirche Ausgetretene die Taufe für ihr Kind verlangen. Aus dem Glauben an Gott wird die Treue zur Kirche herausgespalten. Man glaubt, Widerstand gegen Menschlichkeiten und Sünde in der Kirche zu leisten und man weigert sich, den Glauben als ein Geschenk dieser konkreten, eben auch sündigen und trotzdem heiligen Kirche zu begreifen. Der Gewinn an nicht zu entrichtender Kirchensteuer ist dabei vielleicht so attraktiv, daß Überzeugung und Werteordnung auf den Kopf gestellt werden.

Das Wort Widerstand hat im Zusammenhang mit der Sünde in der Kirche keinen Platz. Jesus Christus hat längst ganz andere Begriffe eingeführt und die heißen Bekehrung, Reue und Sühne. Dabei wird etwas wichtiges gewahrt, nämlich die grundlegende Solidarität unter uns Sündern. Diese Solidarität hat Jesus dazu veranlaßt, unser aller Schuld auf sich zu nehmen und durch seinen Tod zu sühnen.

Ähnlich erleidet das Verständnis der Kindstaufe eine Verfremdung: Man konstruiert angebliche Nachteile, die ein ungetauftes Kind später habe, das soll vermieden werden durch die hl. Taufe. In der Schule müsse es ja dann das Fach „Ethik“ besuchen und nicht den Religionsunterricht. Warum soll der auf einmal attraktiver sein? Damit hat die Taufe mit überzeugtem Christsein nichts mehr zu tun.

Mit vernünftigen Gründen ist da allerdings oft keine Einsicht zu gewinnen, wo die Konsequenz aus dem Glauben ausgeklammert worden ist, an die wir heute erinnert werden: „Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet.“ Dazu brauchte es allerdings eine klar vorrangige Werteordnung, wie sie der Bemerkung Jesus über die Familie zugrundeliegt.

Will Jesus wirklich Zwiespalt, Streit und Trennung in die Familie bringen?

Wenn das so wäre, könnte die Ehe niemals sakramentale Gemeinschaft zwischen Mann und Frau sein und erst recht nicht mit dem ausgesprochenen Ziel, Kinder zur Welt zu bringen und sie noch dazu für Gott zu erziehen. Die Spaltung, von der Jesus hier spricht, gibt es dort nicht, wo Mann und Frau einander sakramentale Liebe spenden. Die Spaltung, von der Jesus spricht, geschieht vielmehr dort, wo der Ruf Gottes in die Familie als etwas ganz Fremdes hereinbricht, um in den Dienst für Gott und sein Reich zu rufen. Die Spaltung, von der Jesus spricht, kann auch zu unserer Zeit geschehen, wo ein Lebensentwurf lediglich äußerlichen, von innen her längst leeren Traditionsansprüchen genügen soll und wo dann Gottes Anspruch plötzlich alles durchbricht. Wie wir das neulich im Evangelium gehört haben, als ein junger Mann dem Ruf Jesu erwiderte: „Herr, laß mich zuerst von meiner Familie Abschied nehmen“ und Jesus das harte Wort sagt: „Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückschaut, taugt für das Reich Gottes.“

Nur klare Werte machen einig. Leere Phrasen spalten. Wo klare Werte zu ebenso klaren Bekenntnis rufen, da tun sich Menschen zusammen. Wo nur leere Sprüche geklopft werden, da gibt es nichts, was Gemeinschaft stiften könnte. Da lassen vor allem die Kinder sich nicht mehr binden, die haben die leere Schablone längst durchschaut. Wir erleben das jedes Jahr gleichermaßen nach der Feier der ersten hl. Kommunion.

Welche Werte verlangen heute nach unserer Entscheidung?

Etwa Gott? Er wird anerkennt, kaum jemand leugnet seine Existenz. Aber daß Jesus Christus sein menschgewordener Sohn ist, daß es ohne ihn keine Kirche gibt, kein sakramentales Priestertum: Ist das wirklich unser aller Bekenntnis?

Daß die Sünde Ursprung allen Unheils ist in der Welt, das nur mit Gottes Gnade überwunden werden kann durch Bekehrung, Reue und Sühne.

Den Kindern wünsche ich Eltern, die ihnen Gehorsam gegenüber Gottes Geboten vorleben, damit sie ihre eigenen Neigungen und Wünsche in Freiheit abzuwägen und zu verantworten lernen.

Den Jugendlichen wünsche ich einen neuen Zugang zur hl. Messe. Wenn sie die Eucharistie in rechter Weise mitfeiern, können sie lernen, daß sie den Begriff des Gehorsams weiterführen in die „Logik des Kreuzes und des Dienstes“. In diesem Sinn hat euch der Papst beim Weltjugendtag in Rom voriges Jahr angesprochen. „Dieses Zeugnis hat unsere Gesellschaft bitter nötig. Mehr denn je brauchen es die jungen Menschen, die oft versucht werden von den trügerischen Bildern eines leichten und bequemen Lebens, von der Droge und der Lust, um sich dann in der Spirale von Verzweiflung, Sinnlosigkeit und Gewalt wiederzufinden. Es ist dringend geboten, einen anderen Weg einzuschlagen und die Richtung Jesu Christi zu wählen, die auch die Richtung der Gerechtigkeit, der Solidarität und des Einsatzes für eine zukünftige menschenwürdige Gesellschaft ist.“

Den Verliebten wünsch ich die Erkenntnis, daß Liebe kein unverbindliches Spiel sein kann, weil sie Vater- und Mutterschaft als Zusage lebenslänglicher Treue verlangt.

„Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet.“ Das heißt: ihr sollt die Treue lieben wie das eigene Blut, ihr sollt mit der Liebe umgehen wie mit dem Feuer, ihr sollt in der Kirche eure kostbarste Gemeinschaft sehen. Es gibt nämlich keine andere Gemeinschaft, in der euch in untrüglicher Gemeinschaft mit Jesus Christus der Weg zur ewigen Seligkeit gewiesen wird.
Amen.

 

Gottesdienstordnung nach den Ferien (ab 14.Oktober):

St. Korbinian: Samstag: 18.30 Rosenkranz, (wenn gewünscht.)
Sonntag: 09.00h, 10.30h, 19.00h hl. Messen.
Kloster:
am Werktag 07.00h, Sonntag 09.30h

St. Alto / St. Korbinian: Sa. 16.00h Altenwohnstift am Parksee

St. Alto: Samstag: 19.00h, Sonntag 09.00h,

St.Birgitta: Sonntag 10.30h,

Samstag 19.00h im Wechsel zwischen beiden Kirchen:


TERMINE

Die Pfarrei ist Ihrer Mitarbeit Wert!


Die Caritas-Sozialstation sucht jemand zur Verwaltungsarbeit. Voraussetzung: Einfühlungsvermögen für den Umgang mit Klienten u. deren Angehörigen, PC-Kenntnisse. Vergütung nach AVR (ähnl. BAT). Angebot bei der Leiterin Frau Zubel, Lindenring 56 82024 Taufkirchen, Tel. 6145210.

Pfarrwallfahrt 2001 !!!

Voranmeldung zur Pfarrwallfahrt nach Kaufbeuren zur seligen Kreszenz am Sonntag, 7. Oktober 2001. Fahrtkosten ca. DM 15,00. Kinder und Jugendliche bis 18 Jh. zahlen halben Preis. Für Verpflegung 10.-- DM Zuschuß.

Abfahrt ca. 7.30 Uhr, Rückkehr ca. 18 Uhr

Bis jetzt haben wir 29 Anmeldungen , der Bus hat 50 Plätze - zuviel wollen wir nicht zuviel draufzahlen müssen!

Bitte, werbt um Teilnehmer!

Anmeldung zur Pfarrwallfahrt nach Kaufbeuren

Name, Vorname ...........................................................

Adresse + Telefon ............................................................

Die Voranmeldung gilt, wenn sie bis zum Montag, 30. Juli nicht widerrufen wird. Bitte, jetzt schon die Voranmeldung tätigen. Nach den Ferien - soll der Bus bereits bestellt sein, dafür wird es sonst zu knapp.

Programm: Vormittag Fußwallfahrt von St. Cosmas u. Damian (ca. 15 Min.) zum Franziskanerinnenkloster. 10.00 Uhr hl. Messe in der Klosterkirche der Franziskanerinnen. Führung durch Klostermuseum. Mittagessen. Nachmittag Stadtbummel auf eigene Faust, Kirchenführung (Stadtpfarrkirche) und Kaffee.

Ihr Pfarrer

 

Kath.Pfarramt St.Korbinian, Unterhaching, Friedensplatz 3, Tel: 61 90 86, Fax 6116122.
E-mail: St.Korbinian.Unterhaching@erzbistum-muenchen.de
Homepage: http://www.erzbistum-muenchen.de/stkorbinianunterhaching .
Bürostunden: Mo.-Fr. 09.00-11.00. Mo.-Do. 14.00-16.00 Uhr. Sprechstd. des Pfarrers (Konrad Schmid): Mittwoch 17.00-18.00 u. nach (tel.) Vereinbarung. Diakon (Nikola Capin): nach (Mob-tel. 0170-2173498) Vereinbarung.